Mit Ostern vor der Tür werden viele Verbraucher in Schlangen anstehen, um für diesen Anlass Zucker- und Süßwaren zu kaufen. Doch dabei könnten sie über die aufwendigen Verpackungen und Verzierungen nachdenken, die sie mit ihren Einkäufen erwerben. Auch wenn sie schön aussehen, sorgen einige übertriebene Verpackungen von Ostersüßigkeiten angesichts des dadurch verursachten übermäßigen Abfalls unter Verbrauchern zunehmend für Bedenken.

Das Thema stand oft im Mittelpunkt der Berichterstattung durch Medien, was Marken dazu bewogen hat, diese Problematik anzugehen und andere kreative Lösungen für die übermäßigen Verpackungen von Ostersüßigkeiten zu finden. Sainsbury’s zum Beispiel war der erste britische Einzelhändler, der in seinen Geschäften eine Recyclingtonne für alle Verpackungen von Ostereiern aufgestellt hat; dies ist Teil des Engagements dieses Unternehmens, die Menge an Hausmüll zu reduzieren, die auf die Mülldeponie wandert. Die Tonnen in den Geschäften sind für alle Verpackungselemente vorgesehen – Plastik, Folie, Pappe, Alufolie und Schleifen.

Das Bestreben, Ostern umweltfreundlicher zu gestalten, ist so stark, dass in Europa der Prozentsatz an Zucker- und Schokoladensüßwaren für Ostern, die mit dem Zusatz „Umweltfreundliches Produkt“ oder „Umweltfreundliche Verpackung“ angeboten werden, von 9 % im Jahr 2012 auf 35 % im Jahr 2014 gestiegen ist.

Da Ostern wieder bevorsteht und die Verbraucher sich wieder über die Berge an Verpackungsmaterial Gedanken machen, die sie zwangsläufig kaufen werden, beschäftigen wir uns mit zwei innovativen Methoden, mit denen Marken das Problem direkt angehen.

Die Verpackung essen

Eine Lösung, mit der sich verschiedene Marken beschäftigen, besteht darin, die Verzierungen, die eigentlich auf den Müll kommen würden, einfach aufzuessen. Zum Beispiel entstehen in Deutschland köstliche Verzierungen, indem essbares „Gras“, hergestellt aus „Papier“ auf Stärkebasis, Lebensmittelfarbe und Süßmitteln, das „Gras“ aus Papier oder Plastik in Osterkörbchen ersetzt. Doch Deutschland ist nicht der erste Markt, auf dem diese Idee entdeckt wurde: Essbares „Gras“ gibt es unter anderem auch in den USA und in Kanada.

Nicht nur Verzierungen können bei Verbrauchern beliebt sein; es gibt auch essbare Verpackungen für Süßwaren, und obwohl dieses Konzept nicht neu ist, wird es selten verwendet. Verpackungen aus Reispapier werden in zahlreichen Märkten – insbesondere in Asien – bei Süßwaren verwendet und essbares Papier wurde in Europa als Element in Kuchendekorationssets verwendet. Das Konzept hat jedoch das Potenzial, auf dem Süßwarenmarkt im Zusammenhang mit Ostern als Möglichkeit zur Reduzierung von Verpackungsabfall breitere Verwendung zu finden.

Jede Art von Maßnahme zur Reduzierung von Verpackungsabfall wird begrüßt, wenn man sich vor Augen führt, wie wichtig wiederverwertbare Verpackungen für Verbraucher sind. Im Vereinigten Königreich erwartet über die Hälfte der Verbraucher, dass alle Verpackungsmaterialien für Nahrungsmittel wiederverwertbar sind, und über zwei Fünftel sind der Ansicht, dass Marken nicht genug tun, um die Menge an Verpackungsmaterial, das sie verwenden, zu reduzieren.

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Essbares Ostergras von Küchle, im März 2015 in Deutschland auf den Markt gebracht, wird aus Esspapier und Süßmitteln hergestellt.

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Edible Easter Grass von Galerie wurde im März 2013 in den USA auf den Markt gebracht.

Die Verpackung einpflanzen

Hersteller von Süßwaren könnten noch eine andere Taktik berücksichtigen, mit der sie die Menge des an Ostern entstehenden Abfalls reduzieren, indem sie kompostierbare Lösungen anbieten. Ein kompostierbares Osterkörbchen könnte zum Beispiel als Behältnis für Süßigkeiten verwendet werden, die in essbares Papier eingewickelt und in essbarem „Gras“ eingebettet sind. Dies wiederum könnte auf große Beliebtheit unter Verbrauchern stoßen. Im Vereinigten Königreich ist das Kompostieren zum Beispiel etwas, womit sich etwa die Hälfte der Verbraucher immer oder gelegentlich beschäftigt.

Ein kürzliches Projekt von Kickstarter, bei dem ein in Kalifornien ansässiges Unternehmen einen kompostierbaren Kaffeebecher entwickelt, in dem Samen lokaler Bäume und Pflanzen enthalten sind, könnte für Inspiration sorgen. Ein kompostierbares Osterkörbchen könnte im Frühjahr eingepflanzt werden, sobald die Feiertage vorbei sind, und Blumen oder Früchte tragen, die im Herbst an Halloween verschenkt werden können.

Auf einigen Märkten ist das Kompostieren wenigstens eines Teils der Osterverpackung bereits bekannt. Ein Produkt aus dem Jahr 2014 von Nestlé South Africa enthält ein wiederverwertbares Behältnis und eine kompostierbare Verpackung für Ostereier und Riegel; solche Verpackungen sind auf den Märkten jedoch noch unüblich.

Angesichts der Bemühungen, den Abfall im Zusammenhang mit Osterverpackungen zu reduzieren, bieten kompostierbare Verpackungen – genauso wie essbare Verpackungen – Alternativen, die unter Verbrauchern Anklang finden sollten. Mit Osterverpackungen bei Kindern einen „Lerneffekt“ zu erreichen, könnte für Eltern ebenfalls ein Anreiz sein, wie in einer Vielzahl an Zeitschriftenartikeln, Blogs und Pinterest-Seiten gezeigt wurde, die sich einem „Ostern ohne Abfall“ widmen.

 

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Nestlés Ei aus Toffee Crisp und Milchschokolade mit Toffee-Crisp-Riegeln und einer Toffee-Crisp-Tasse wurde im April 2014 in Südafrika auf den Markt gebracht. Das Produkt wird in einer umweltfreundlichen wiederverwertbaren Packung verkauft, bei deren Herstellung Materialien aus nachhaltiger Forstwirtschaft verwendet wurden. Das Fenster der Verpackung ist ebenfalls kompostierbar.

 

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Luomu Tumma Suklaalevy Merisuola (Extra dunkle Bio-Schokolade mit Meersalz aus Cornwall) von Seed and Bean wurde im September 2014 in Finnland auf den Markt gebracht. Die innere Folienhülle der Produktverpackung wird aus Zellulose hergestellt und kann zu Hause kompostiert werden. Das Unternehmen hat die Akkreditierung „100 % ethisch“ von der Ethical Company Organisation erhalten.

 

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Die Schokolade Trade Aid Sri Lankan Spice Fair Trade Organic Chocolate von Sweet Justice wurde im Oktober 2014 in Neuseeland auf den Markt gebracht. Im Produkt sind von Kleinbauern stammende Bestandteile enthalten; die kompostierbare Packung wiegt 100 g und wurde nachhaltig verpackt.

 

Insgesamt sind essbare Verpackungen für Ostersüßigkeiten ein Bereich, mit dem man sich näher befassen sollte, da Bedenken zu verschwenderischen, nicht nachhaltigen Behältern vor allem an diesen Feiertagen besonders deutlich geäußert werden. Es besteht daher noch Raum für weitere Experimente und Innovationen mit essbaren Verpackungen, sowohl als dekoratives Element als auch als Behälter für andere Arten von Süßwaren. Innovationen bei kompostierbaren Verpackungen für Ostersüßigkeiten sind ebenfalls noch nicht sehr entwickelt, doch angesichts des Interesses, Ostern „nachhaltiger“ zu gestalten, ist es wahrscheinlich, dass kompostierbare Verpackungen und Behälter bei Verbrauchern beliebt sein werden.

Mintels Director of Insight, Food and Drink, Marcia, ist seit dem Jahr 2000 bei Mintel. Ihre Kompetenzen fokussieren sich auf mehrere Bereiche der Produkte Süßwaren und Snacks. Sie verfügt auch über ein umfassendes Verständnis für Verbraucherdemografie, da sie vorher als Mitherausgeberin für die Zeitschrift American Demographics tätig war. Bevor sie bei Mintel anfing, leitete Marcia ihr eigenes Consulting-Unternehmen, das sich auf Verbraucherverhalten und Produktinnovationen in einer Vielzahl von Branchen konzentrierte.

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