In unserem Mintel-Blog bieten wir unseren Lesern regelmäßig eine virtuelle Tour zu den angesagtesten Einzelhandelskonzepten für Schönheitsprodukte in Städten auf der ganzen Welt…

Wie im Mintel-Trend „Make it Mine“ bereits hervorgehoben wurde, haben viele Märkte schon vor Jahrzehnten das Konzept der Universalmethode begraben. So fällt es beispielsweise schwer sich an Zeiten zu erinnern, in denen man Autos oder Geschenkkarten noch nicht individuell gestalten konnte. Verbraucher möchten bei den Produkten, die sie kaufen, mitreden können – da sie sich zunehmend als komplexe und facettenreiche Persönlichkeiten sehen. Die wachsende Anzahl personalisierter Haut- und Haarpflegeprodukte zeigt, dass Verbraucher gemäß ihrer persönlichen Bedürfnissen behandelt werden möchten – ein Trend den Hersteller in der Schönheitsindustrie nicht ignorieren sollten.

Die deutsche Schönheitsmarke CremeKampagne bietet personalisierte Schönheitsprodukte wie Cremes und Lotions auf Abruf an. Verbraucher können das Unternehmen kontaktieren und ihren Hauttyp beschreiben. Anschließend ist es möglich, jedes Produkt an individuelle Bedürfnisse anzupassen, indem Inhaltsstoffe und Duftstoffe ersetzt, hinzugefügt oder reduziert werden. Die Produkte von CremeKampagne werden hauptsächlich online vertrieben, obwohl der Hersteller auf vielen der Berliner Open-Air-Märkte präsent ist.

EIN MINIMALISTISCHES KONZEPT

CremeKampagne 1Die Produkte der Marke setzen sich aus einem Minimum an Inhaltsstoffen zusammen, von denen die meisten natürlich sind. CremeKampagne verwendet kaltgepresstes Pflanzenöl und Pflanzenbutter, Hyaluronsäure, Aloe-Vera-Saft, Lecithin und Vitamine; die Rezepturen beinhalten keinen Alkohol, Glyzerin, Sojaöle, Verdickungsmittel und andere billige Inhaltsstoffe, die als „Füllmittel“ dienen. Beinahe alle Produkte sind vegan und werden außerdem auf Bestellung und in kleinen Mengen hergestellt, so dass die meisten Cremes und Lotions ohne Konservierungsmittel erhältlich sind.

Die Produkte enthalten zu Beginn keine Duftstoffe, doch sie können mit einer Vielfalt an ätherischen Ölen parfümiert werden. Zudem besteht bei jedem einzelnen Produkt die Möglichkeit, es gemäß den individuellen Wünschen des Kunden zu personalisieren. Das Unternehmen hat Hunderte verschiedene Rezepturen mit Inhaltsstoffen – und Kunden bestellen häufig „neue“ Produktarten. Jemand könnte zum Beispiel ein Duschgel mit Zitronengras bestellen und fragen, ob man dieses auch als Körperpeeling verwenden kann. CremeKampagne würde dann ein Duschgel mit Zitronengrasaroma herstellen, in dem kleine Salzpartikel enthalten sind.

ANPASSUNG BIS ZUR PERFEKTION

CremeKampagne 3CremeKampagne ist sehr beliebt unter Kunden mit mehreren Hautallergien, da so lange an den Rezepturen der Produkte gefeilt werden kann, bis die optimale Kombination der Inhaltsstoffe erreicht wird. Gründerin Birgit Raether leidet selbst an Hautallergien und das ist einer der Gründe, weshalb sie sich dazu entschieden hat, ihre eigene Marke einzuführen.

Raether sagt, dass sie als Jugendliche begann, nach Kosmetika mit simplen Rezepturen zu suchen, die für allergische Haut geeignet waren, und unter den im Einzelhandel verfügbaren Marken nichts finden konnte. Also entschied sie sich dazu, ihre eigenen Kosmetikprodukte herzustellen und gründete im Jahr 2009 CremeKampagne.

Raethers Erfahrung spiegelt sich in Mintels Verbraucheruntersuchung wieder: 34 % der deutschen Verbraucher geben an, ihre Haut sei eher „empfindlich“ als „normal“.

WAS WIR DENKEN

Da Hautallergien und -unverträglichkeiten in Deutschland zunehmen überrascht es nicht, dass das Produktkonzept von CremeKampagne erfolgreich ist. Und obwohl die Marke im Vergleich zu den meisten Bio-Einzelhandelsmarken nicht weit bekannt ist, hat CremeKampagne eine treue Kundenbasis, die stetig wächst. Interessanterweise zählen nicht nur Allergiker zu den Kunden des Unternehmens, sondern auch Verbraucher, die Wert darauf legen, dass die Produkte aus lokaler Produktion stammen.

Der Trend in Richtung individueller Anpassung stellt für Marken definitiv eine Herausforderung dar – gleichzeitig bietet er aber auch eine gewaltige Chance. Wenn man Verbrauchern die Möglichkeit bieten, genau das zu bekommen was sie möchten, können Marken ein persönlicheres Verhältnis zum Kunden aufbauen und außerdem vermeiden, Geld, Zeit und Ressourcen für Dinge zu verschwenden, die Verbraucher nicht möchten.

Michelle Strutton ist Global Research Manager im Bereich Beauty, Personal Care and Household bei Mintel. Sie hat über 30 Jahre Erfahrung im Analysieren von Kundenverhalten und Märkten und leitet zudem das Mintel Programm für weltweite Analysen und Verbraucherforschung.

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