Während der Cappuccino einst für viele ein Muss am Morgen war, hat die Zunahme alternativer Heißgetränke dazu geführt, dass die Auswahlmöglichkeiten vielerorts um das Doppelte zugenommen haben. Angesichts der vielfältigen Auswahl hat Starbucks vor kurzem in vielen US-Filialen den Cappuccino aus dem Angebot genommen.

Mit dieser Information im Hinterkopf schaut sich unser erfahrenes Analystenteam das Verhältnis der Verbraucher zu Kaffee an und durchleuchtet die Gründe, warum in einer Getränkekarte in Ihrer Nähe etwas fehlen könnte…

 helena-childe Helena Childe, Senior Foodservice Analyst:

Auf einem Markt, wo laut Mintels Bericht zu Cafés, Vereinigtes Königreich, 2014 beinahe ein Fünftel der Verbraucher, die außerhalb von zu Hause Getränke kaufen, angeben, dass sie Cafés bevorzugen, die einzigartige Produkte im Sortiment haben, ist Produktinnovation und -auffälligkeit wichtig. Das kann zu einem gewissen Grad erklären, wieso große Akteure wie Starbucks Werbeflächen für Produkte wie aromatisierten Latte und Frappucinos freihalten, anstatt diese für standardmäßige Cappuccino-Produkte zu verwenden.

Beim Auswärtsessen bietet die Speisekarteninnovation Betreibern grundsätzlich eine große Chance, das Potenzial zu maximieren, das sich durch die zunehmende Verbraucherzuversicht im Jahr 2015 eröffnet, und hilft ihnen dabei, die Bereitschaft der Verbraucher, für diese Produktkategorie Geld auszugeben, wieder zu entfachen.

 

jonny_forsythJonny Forsyth, Global Drinks Analyst:

In der „dritten Welle“ der weltweiten Entwicklung des Kaffees sehen jüngere Verbraucher außerhalb von Kontinentaleuropa den Cappuccino als altmodisch, „unsexy“ und auch veraltet an. Das liegt hauptsächlich daran, dass sie neuere Auswahlmöglichkeiten haben – zum Beispiel den Flat White und Latte – die dem Geschmack der Millenium-Generation entsprechen, die eher milde und samtige – anstelle von schaumigen – auf Milch basierte Kaffeestile bevorzugen.

Irgendwann wird er jedoch zurückkehren – sobald die Verbraucher von zu milchigen Kaffeevarianten genug haben – und sich alte Klassiker wünschen, die den Kaffeegeschmack nicht übertönen.

 

JuliaJulia Gallo-Torres, Senior Analyst, Foodservice: 

Die amerikanischen Kaffeetrinker suchen heutzutage nach neuen Kaffee-Erfahrungen. Die Konkurrenz nimmt zu – zum Beispiel in Form von Kaffeebohnen, die aus exotischen Gegenden stammen, und kleinere Kaffeeröstereien verwenden ungewöhnliche Zubereitungsmethoden, um einzigartige Geschmackserlebnisse zu erzeugen. Starbucks fühlt den Druck einer Welle kleinerer, unabhängiger und leidenschaftlicher Kaffeeröster oder -brauer, die Getränke anbieten, bei denen es eher um Geschmack und das Erlebnis als um die Massentauglichkeit geht.

  • In Chicago wurde vor kurzem Ipsento Nitro Coffee vorgestellt, ein Kaffee unter Stickstoffdruck, der gezapft wird. Der bierähnliche Kaffee sprudelt und bildet den Übergang von einem traditionellen Kaffeegetränk zu einem kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränk.
  • Das Wormhole Coffee, ein Café, ebenfalls aus Chicago, nutzt ein Reagenzglas, um Kaffee manuell zu brauen. Dabei kommt eine Tasse Kaffee heraus, die keine Rückstände, Öle, Fette und keinen bitteren Geschmack aufweist.
  • Asado aus Chicago nutzt den Bee House Dripper aus Keramik, um frischen Kaffee aus Tansania, Brasilien und Haiti im Becher zu brauen.
  • Helena Childe, Senior Foodservice Analyst bei Mintel, ist für die Zeitschrift UK Foodservice von Mintel verantwortlich, in der der Markt umfassend abgedeckt wird und in der detaillierte Verbraucherforschung, Analysen und strategische Empfehlungen für Restaurants, Pubs und Bars enthalten sind. Helena hält regelmäßig Vorträge vor Kunden sowie bei Branchen- und Presseveranstaltungen und trägt oft zu Artikeln bei, die in der Fachpresse veröffentlicht werden und ein breites Spektrum an Themen im Bereich Lebensmitteldienstleistungen abdecken.

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