Jüngsten Forschungsergebnissen des Mintel Sustainability Barometers zufolge sind Verbraucher weltweit eher der Meinung, dass ihr Land unter dem Klimawandel leidet, als dass es ihn verursacht. Im Durchschnitt sagen 44 Prozent der Verbraucher weltweit*, dass das Land, in dem sie leben, vom Klimawandel betroffen ist, während nur 33 Prozent der Verbraucher denken, dass das Land, in dem sie leben, zum Klimawandel beiträgt.

Verbraucher aus Italien (20 Prozent), Brasilien (21 Prozent), Südkorea (24 Prozent) und Spanien (29 Prozent) glauben am wenigsten, dass ihr Land am Klimawandel schuld ist. Im Vergleich dazu denken Verbraucher aus Großbritannien (44 Prozent), Deutschland (45 Prozent) und den USA (46 Prozent) am ehesten, dass ihr Land eine Mitschuld trägt. In Kanada, dem Land mit dem höchsten Wert, ist sogar über die Hälfte (51 Prozent) der Verbraucher davon überzeugt.

Wie stark die Bedenken in den jeweiligen Ländern sind, hängt eng damit zusammen, was Verbraucher in ihrem eigenen Land erleben. In Deutschland sagen mit 54 Prozent die meisten Verbraucher, dass das Land, in dem sie leben, unter dem Klimawandel leidet. Für genauso viele Deutsche zählt der Klimawandel auch zu ihren drei größten Umweltsorgen.

Richard Cope, Senior Trends Consultant bei Mintel Consulting, sagt:

„Es scheint eine regelrechte Nachhaltigskeitslücke zu geben – eine Diskrepanz zwischen der Erfahrung von Verbrauchern in Bezug auf die Auswirkungen des Klimawandels und der Frage, wer für den Klimawandel verantwortlich ist. In einigen großen Herstellerländern wie Brasilien sind Verbraucher der Meinung, dass der Klimawandel durch Abholzung ein externes und kein hausgemachtes Problem ist. Schuld daran trage die Nachfrage nach Fleisch, Soja und Holz aus dem Ausland. Viele europäische Länder exportieren ihre Emissionen so in produzierende Länder wie China. Bei der Frage, wer am Klimawandel schuld ist, scheinen das viele Verbraucher jedoch zu vergessen.

Unternehmen, die ein gutes Nachhaltigkeitskonzept haben, müssen das besser kommunizieren und mit gutem Beispiel vorangehen. Gleichzeitig sollten sie deutlich machen, was ihrer Meinung nach die größten gesellschaftlichen Probleme sind und vor welche Herausforderungen diese Probleme sie als Unternehmen stellen. Werbe- und Marketingkampagnen sind dabei am wirksamsten, wenn Unternehmen sie mit den Bemühungen von staatlicher Seite abstimmen und den Zeitgeist von Umweltdokumentationen wie Seaspiracy und Kiss the Ground aufgreifen.“

Verbraucher haben eine klare Vorstellung davon, was Unternehmen tun können

Wenn man Verbraucher fragt, was sie dazu bringt, ein Produkt oder eine Dienstleistung mit umweltfreundlicher Auslobung zu kaufen, sagen die meisten (48 Prozent), dass sie die direkte Auswirkung ihres Kaufs am meisten interessiert (dass beispielsweise für jeden Kauf ein Baum gepflanzt wird). 47 Prozent der Verbraucher interessieren sich für Umweltlabels, die beispielsweise die Höhe der CO2-Emissionen angeben. 42 Prozent möchten Informationen über die Umweltauswirkungen eines Produkts in Bezug auf eine messbare Größe, die sie verstehen können (wie der Wasserverbrauch des Produkts in Litern oder der Transportweg in Kilometern). 41 Prozent der Verbraucher achten auf Zertifizierungen wie B-corp, durch die Unternehmen die Einhaltung bestimmter Umweltstandards belegen können.

„Verbraucher wollen, dass Unternehmen einfache Begriffe und Daten verwenden, um ihnen die direkten und messbaren Auswirkungen ihres Kaufs auf die Umwelt zu erklären. Unternehmen müssen dafür sozusagen ein neues Nachhaltigkeitslexikon aufsetzen, das Verbraucher einfach verstehen können und welches das Vertrauen in die Wissenschaft stärkt. Verbraucher setzen dabei nicht nur auf die Akkreditierung von externen Stellen. Sie wollen auch verstehen, welche direkten Auswirkungen ihr individuelles Kaufverhalten hat – und wollen hören, dass sich ihr Kaufverhalten positiv auf die Umwelt auswirkt.

Die Herausforderungen sind dabei ähnlich wie im Bereich der Lebensmittelkennzeichnung. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass manche Unternehmen auch für die Nachhaltigkeit ein Ampelsystem zur Kennzeichnung ausprobieren. Durch ein solches Ampelsystem können Verbraucher auf einen Blick erkennen, wie es um die Umweltfreundlichkeit eines bestimmten Produkts bestellt ist, und zwar auf der Grundlage der objektiven Einschätzung durch Dritte. Dennoch werden Verbraucher auch weiterhin mehr darüber erfahren wollen, wie der Footprint eines Produkts gemessen wird,“ schließt Cope.

Anmerkung der Redaktion:

 Das Mintel Sustainability Barometer kann hier heruntergeladen werden und umfasst Forschungen und Erkenntnisse zur nachhaltigen Einstellung, zum nachhaltigen Kaufverhalten und zu nachhaltigen Kaufpräferenzen von Verbrauchern; 500 Internetnutzer ab 16/18 Jahren wurden im März 2021 in 16 Ländern befragt.

  • 500 Internetnutzer ab 16 Jahren in Brasilien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Irland, Italien, Polen, Spanien;
  • 500 Internetnutzer ab 18 Jahren in Australien, Kanada, China, Indien, Japan, Südkorea, Thailand und den USA.
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