Wie der neueste Mintel Report Deutschland zum Thema Snacking verrät, erfährt der Vegan-Trend auch im Snackregal weiter Aufwind. Waren 2015 gerade einmal ein Zehntel (9 Prozent) aller Snackeinführungen als vegan ausgezeichnet, hat sich dieser Anteil im letzten Jahr auf 17 Prozent fast verdoppelt. Dies kann darauf zurückzuführen sein, dass 38 Prozent der Deutschen selbst bei der Snackauswahl Umweltbelange berücksichtigen.

Dem Mintel Report zufolge nimmt die vegane Snackinnovation auch in jenen Kategorien Fahrt auf, in denen traditionell eher tierische Inhaltsstoffe Verwendung finden. Gutes Beispiel sind hierfür Energieriegel. Während in 2015 ein Fünftel (22 Prozent) aller Energieriegel als vegan ausgezeichnet waren, stieg dieser Anteil vergangenes Jahr auf 34 Prozent. Bei den Joghurts hat sich ebenfalls einiges getan: Trugen vor fünf Jahren 4 Prozent aller Joghurts die Kennzeichnung „vegan“, kletterte dieser Anteil letztes Jahr auf 14 Prozent.

Neben veganen Snackneuheiten haben auch proteinreiche Produktinnovationen Wachstum verbuchen können: Gerade einmal 2 Prozent aller gelaunchten Snackeinführungen in 2015 warben mit einer proteinreichen Rezeptur, in 2019 taten dies immerhin 7 Prozent. Obwohl die Neuproduktentwicklung bei Snacks auf Basis von Bohnen und Hülsenfrüchten noch einen sehr geringen Anteil ausmacht (weniger als 1 Prozent aller Snacklaunches beinhalteten Bohnen oder Hülsenfrüchte in 2019), weisen Snacks mit diesen Inhaltsstoffen Wachstumspotenzial auf. Vor allem Hülsenfrüchte scheinen weiter im Kommen: So wurde die Sojabohne vergangenes Jahr in 3,4 Prozent aller Snackeinführungen verwendet, Erbsenprotein in 0,9 Prozent und Kichererbsenmehl in 0,2 Prozent aller Lancierungen. Bei Bohnen scheinen Hersteller zwar noch etwas zaghaft zu sein, dennoch lässt sich auch hier eine leichte Wachstumsdynamik beobachten – von 0,2 Prozent aller Neuprodukte auf Bohnenbasis in 2015 stieg der Anteil jener Snacks in 2019 auf 0,7 Prozent.

Die Neuproduktentwicklung orientiert sich damit am Trend hin zu proteinreicher Ernährung und pflanzenbasierter Inhaltsstoffe, wodurch sie bei einem Drittel (32 Prozent) der deutschen Verbraucher, die Interesse an Lebensmitteln mit Pflanzenproteinen zeigen, auf Resonanz stoßen dürfte. Bei den Gen Zs, den heutigen 16-24-Jährigen, fühlt sich sogar fast jeder Zweite (46 Prozent) von solchen Produkten angesprochen.

Heidi Lanschützer, Food & Drink Analystin bei Mintel erklärt: „Der Vegan-Hype macht auch vor der Snack-Kategorie keinen Halt. Das ist insofern eine logische Entwicklung, da 43 Prozent der deutschen Verbraucher Snacks aufgrund ihres geschäftigen Lebensstils als unverzichtbar erachten. Hohe Nachfrage besteht vor allem für Lebensmittel, die zum Verzehr für unterwegs oder für den schnellen Hunger zwischendurch geeignet sind und den Verbrauchern gleichzeitig gesundheitliche Vorteile bieten. Hohes Interesse für Pflanzenproteine besteht vor allem aufseiten jüngerer Verbraucher, was Herstellern noch einiges Innovationspotenzial bietet. Wie Mintel-Daten zeigen, sind Inhaltsstoffe wie Erbsenproteine oder Kichererbsenmehl bisher in nur einigen wenigen Einführungen zu finden. Dieser Anteil dürfte in Zukunft allerdings noch weiter wachsen.“

Beinahe die Hälfte aller deutschen Verbraucher will Snacks mit niedrigem Zuckergehalt

Die Diskussion rund um die Einführung des Nutriscore-Modells, das es Verbrauchern erleichtern soll, die Nährwerte in Lebensmitteln besser zu verstehen, hat auch die Zuckerdebatte neu entfacht. Vor allem Verbraucher über 55 Jahren schauen nach Lebensmitteln mit niedrigem Zuckergehalt – im Vergleich sind es bei den deutschen Gen Z nur 36 Prozent, die auf diesen Aspekt achten. Generell zeigt sich durch die Mintel-Studie, dass Generationen beim gesunden Lebensmitteleinkauf unterschiedliche Prioritäten setzen. Gen Z suchen beispielsweise nach Lebensmitteln, die reich an Vitaminen und Mineralien sind (30 Prozent der 16-24-jährigen Befragten), einen geringen Kaloriengehalt aufweisen (28 Prozent), die „5 am Tag“ erfüllen (23 Prozent) und Proteine enthalten (19 Prozent).

„Der sicherste Weg, um auf das Verbraucherinteresse nach gesünderen Snacks zu reagieren und gleichzeitig die Regierungsziele für niedrigere Zucker-, Salz- und Fettwerte in Lebensmitteln einzuhalten, besteht darin, gesunde und dennoch glaubhafte Alternativen zu entwickeln, die den Verbrauchern die Snackauswahl potenziell erleichtern. Gesunde Neuproduktentwicklungen sind in diesem Bereich vielversprechend, wenngleich Hersteller auch einige Herausforderungen miteinberechnen sollten. Diese bestehen beispielsweise in Rezeptveränderungen, die den Geschmack beliebter Produkte beeinflussen können. Die Deutschen mögen’s dennoch gesund: Über die Hälfte der Verbraucher finden Snacks mit gesunden Eigenschaften ansprechender, was zeigt, dass noch genügend Raum für leckere Snacks mit gesunden Eigenschaften besteht“, schließt Lanschützer.

 

 

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