Einer Mintel-Studie zufolge gibt in Deutschland derzeit über die Hälfte (55 Prozent)1 der Modekonsumenten an, Secondhand-Kleidung zu kaufen. Von diesem Anteil haben infolge der Corona-Pandemie 9 Prozent mehr, allerdings auch 15 Prozent weniger Kleidungsstücke aus zweiter Hand gekauft als noch zu „Normalzeiten“. Zum Einkauf hat jeder Sechste (16 Prozent)2 Second-Hand-Apps wie Vinted benutzt, weitere 22 Prozent2 sind versuchsweise daran interessiert. Besonders im Trend liegen entsprechende Apps bei jüngeren Konsumentengruppen der 16-24-Jährigen und den 25-34-Jährigen (jeweils 28 Prozent beider Altersgruppen im Vergleich zu 12 Prozent2 der 45-54-Jährigen).

Neben Kleidung aus zweiter Hand spielen weitere Faktoren wie Qualität und Schnitt eine wichtige Rolle. Zwei von fünf Modekonsumenten (37 Prozent)1 wünschen sich eine bessere Textilqualität, während 23 Prozent1 schmeichelhaftere Kleidungsstücke für unterschiedliche Körpertypen (wie z. B.  Petite oder Plus-Size) befürworten. Zudem hat gut jeder Vierte (26 Prozent)1 in den 12 Monaten vor der Umfrage Mode aus nachhaltigen Materialien gekauft. 41 Prozent1 haben dies zwar noch nicht getan, zeigen jedoch Interesse daran.

Irene Brockie, Retail Analystin bei Mintel Deutschland, erklärt:

„Das Credo lautet heutzutage: Nachhaltigkeit größer denken. Für dieses Unterfangen lohnt sich beispielsweise der Blick auf offizielle Partnerschaften mit beliebten Secondhand-Anbietern und -Plattformen, um die Wiederverwendung von Kleidung zu fördern. Auch einheitliche, inklusivere Größentabellen bzw. Konfektionsreihen können die Nachhaltigkeit eines Unternehmens indirekt mit beeinflussen. Kleidungsstücke, die auf verschiedene Körpertypen abgestimmt sind, tragen nicht nur dem aktuellen Zeitgeist und der Forderung nach inklusiveren Schönheitsidealen Rechnung, sondern können sich auch hinsichtlich der Retourenkosten und Kundenzufriedenheit lohnen. Weitere Vorteile könnte die Nutzung Künstlicher Intelligenz zur virtuellen Anprobe versprechen – und Modemarken auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Praxis begleiten.“

„Casualisation“ stärker im Kommen

Infolge der Corona-Pandemie hat sich knapp ein Drittel (32 Prozent)1 der deutschen Modekonsumenten weniger neue Kleidung gegönnt. Statt ins Büro zu pendeln, können heute noch immer viele Bürger von zu Hause aus arbeiten. Dementsprechend hat knapp jeder Fünfte (18 Prozent)1 öfter ältere Kleidungsstücke getragen. 19 Prozent3 derjenigen, in einem Angestelltenverhältnis tätig sind, haben weniger zwanglose Kleidung für die Arbeit gekauft.

„Der Trend zu Casual Looks wird die Modeindustrie langfristig beeinflussen. Dieser hat sich zwar schon vor der Pandemie entwickelt, wurde jedoch insbesondere von den anhaltenden Lockdowns und der Zeit im Homeoffice befeuert. Die neue Entwicklung hin zum “hybriden Arbeitsmodell”, wonach Arbeitnehmer flexibel von zu Hause oder im Büro arbeiten dürfen, bietet Einzelhändlern und Modemarken neue Wachstumschancen. Gewinnbringend für alle Preissegmente ist die Kombination aus Nachhaltigkeit, Stil und Komfort,” schließt Brockie.

[1] Basis: 1.758 Internetnutzer ab 16 Jahren, die in den letzten 12 Monaten Kleidung für sich selbst gekauft haben, September 2021.

[2] Basis: 1.248 Internetnutzer ab 16 Jahren, die in den letzten 12 Monaten Kleidung online  eingekauft haben, September 2021

[3] Basis: 950 Internetnutzer ab 16 Jahren, die im Angestelltenverhältnis tätig sind und in den letzten 12 Monaten Kleidung für sich selbst gekauft haben, September 2021.

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