Die Maßnahmen zur sozialen Distanzierung weisen einer neuen Mintel-Studie zufolge die Menschen wieder auf die Wichtigkeit von Freunden und Familie hin.  In einer in fünf europäischen Ländern durchgeführten Studie sind sich die Verbraucher darüber einig, dass der Kontakt zu Freunden und Familie heute eine größere Priorität einnimmt als noch vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Der Umfrage zufolge sind sich britische (57%) und französische (55%) Verbraucher am ehesten darüber einig, gefolgt von den Italienern (47%) und den Spaniern (46%). Deutsche (38%) und Polen (34%) sind vergleichsweise am wenigsten dazu geneigt, sich wieder mehr um ihre Familie und Freunde zu kümmern.

Wie die Studie weiterhin offenlegt, hat die Corona-Pandemie die Besorgnis über Gesundheitsrisiken und die Auswirkungen auf die eigene Lebensweise in den Vordergrund gerückt und das Augenmerk auf die Themen Gesundheit und Wohlbefinden gelenkt, insbesondere in Bezug auf sportliche Aktivitäten und gesunde Ernährung. Von Sportübungen in den eigenen vier Wänden bis hin zu Rad- und Laufsport – ein Drittel der Briten (34%), Franzosen (33%) und Italiener (32%) gaben in der Studie an, dass sie im Zuge der Pandemie sportlich aktiver geworden sind. Bei den Spaniern waren es hingegen „nur“ 27%, bei den Polen 24% und bei den Deutschen 19%, die dieser Aussage zustimmten. Während des Lockdowns erfuhr das Thema gesunde Ernährung vor allem für die französischen Verbraucher (37%) eine höhere Priorität, gefolgt von einem Drittel der Italiener (34%), 31% der Briten, jeweils 29% der Polen und der Spanier sowie gerade einmal 22% der deutschen Verbraucher.

Jack Duckett, Associate Director of Consumer Lifestyles Research bei Mintel, erklärt: „Da der Ausbruch von COVID-19 die Gesundheit, den Lebensstil und in einigen Fällen sogar das Leben der Menschen stark gefährdet, ist es verständlich, dass viele ihre Prioritäten neu überdenken. Für viele Europäer hat sich der Kontakt zu Freunden und Familie während der Zeit der Massenquarantäne gerade in Bezug auf das emotionale Wohlergehen als Rettungsanker erwiesen. Was hingegen das körperliche Wohlbefinden in der gegenwärtigen Krise betrifft, haben bereits gesundheitsbewusste, jüngere Erwachsene  verstärkt auf eine gesunde Lebensweise geachtet. Bei den Senioren ist da allerdings noch Luft nach oben. Ihre höhere Infektanfälligkeit könnte sie dazu bewegen, stärker auf die eigene Gesundheit zu achten und diese aktiv zu unterstützen, vor allem wenn es um körperliche Betätigung geht.“

Besorgnis über Rückkehr an den Arbeitsplatz, während viele sich nach Urlaub sehnen

Mit der bevorstehenden Sommerzeit drängt sich selbstverständlich die Urlaubsfrage. In der Tat gaben alle Verbraucher im Rahmen der Studie an, sich nach der Lockerung der Distanzierungsmaßnahmen erst einmal auf Ferien zu freuen : Fiebrig sehnen sich vor allem die Polen (38%) nach Urlaub, gefolgt von den Italienern (34%), den Deutschen (33%), den Spaniern (30%), den Briten (28%) und den Franzosen (27%).

Die Rückkehr an den Arbeitsplatz und an die Bildungsstätten ist hingegen weniger populär. **
Als eine der Nationen, die zuerst und besonders schwer von der Pandemie betroffen war, sind es allen voran Verbraucher in Italien (17%), die sich auf eine Rückkehr ins Büro und in die Schule freuen. Diese Vorfreude teilen die Deutschen nur bedingt (9%), im Vergleich zu 15% der polnischen Befragten,  14% der Spanier und jeweils 13% der Franzosen und Briten.

Der Mintel-Befragung zufolge zeigen vor allem Spanier (40%) höchste Besorgnis über das Infektionsrisiko des Coronavirus. Trotz der hohen Sterblichkeitsraten sind es bei den Briten gerade einmal 23%, die sich über die Ansteckungsgefahr des Virus Sorgen machen.  Auch in Frankreich ist ein Viertel (23%) der Bevölkerung stark über die Infektion mit dem Coronavirus besorgt, gefolgt von einem Fünftel der italienischen (20%) und polnischen (19%) Verbraucher. In Deutschland geben sich vergleichsweise gerade einmal 12% der Verbraucher besorgt.

„Viele Verbraucher sind bezüglich der Ansteckungsgefahr mit dem neuartigen Coronavirus und dem einhergehenden Risiko für Freunde und Familie besorgt. Eine Rückkehr an den Arbeitsplatz bedeutet schließlich auch, wieder öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen und in klimatisierten Büros zu arbeiten – was zum jetzigen Zeitpunkt immer noch riskant sein könnte. Europa hat eine äußerst intensive Phase der Angst durchlebt, weswegen es nicht verwunderlich ist, dass sich so viele auf den Urlaub freuen, vor allem wenn man die vielen Grenzschließungen und Besuchsverbote für Strände und Badeseen bedenkt. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich die Lage weiterhin entwickelt“, schließt Duckett.

*Frage: “Haben sich seit dem COVID-19-Ausbruch Ihre Prioritäten in folgenden Punkten geändert?“ – Geführte Umfrage in GB vom 7.-14. Mai 2020; in ausgewählten europäischen Ländern vom 6.-13. Mai 2020

**Frage: Auf welche der Aktivitäten freuen Sie sich am meisten nach der Lockerung der sozialen Distanzierungsmaßnahmen? Drei Auswahlmöglichkeiten. Geführte Umfrage in GB vom 7.-14. Mai 2020; in ausgewählten europäischen Ländern vom 6.-13. Mai 2020

 

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