Wäschewaschen – immer noch reine Frauensache?

Neuesten Umfrage-Ergebnissen des globalen Marktforschungsunternehmens Mintel zufolge birgt das Wäschewaschen bei der Aufteilung der häuslichen Tätigkeiten immer noch Konfliktpotenzial. In der im März 2019 geführten Umfrage gaben 40 Prozent der deutschen Männer an, Hauptverantwortlicher für diese Haushaltspflicht zu sein – im Vergleich sagten dies jedoch auch 85 Prozent der deutschen Frauen. In einer weiteren Frage bekannte sich über ein Viertel (26 Prozent) der männlichen Teilnehmer dazu, die Verantwortung fürs Wäschewaschen mit einer anderen Person im Haushalt zu teilen. Bei den weiblichen Interviewten waren das gerade einmal 9 Prozent. Das zeigt, dass die Bewusstsein rund um die Haushaltspflichten bei den Geschlechtern stark voneinander abweichen kann.
 
Richard Hopping, Senior Brand and Household Analyst bei Mintel, führt aus: „Wie bei anderen gesellschaftlichen Veränderungen wird es auch bei den Geschlechterrollen im Haushalt noch einige Zeit dauern, bis wir einen deutlichen Wandel verspüren werden. Jüngere Männer werden in Zukunft sicherlich mehr Verantwortung übernehmen. Ältere Konsumenten hingegen stecken in ihren Verhaltensmustern und Gewohnheiten fest, was es ihnen schwer macht, mit diesen zu brechen. Waschmittelhersteller können entweder mit dem derzeitigen Status quo fortfahren und die vorherrschenden Geschlechterrollen in ihren Werbematerialien unterstützen oder versuchen, einen fortschrittlicheren Weg in eine gleichberechtigtere Zukunft einzuschlagen. Persil veröffentlichte in Indien mit „Share the Load“ beispielsweise eine interessante Kampagne, die Männer dazu ermutigen sollte, mehr im Haushalt mitzuhelfen.“

Trotz Umweltbewusstseins waschen viele Deutsche 2-6 Mal die Woche

Knapp die Hälfte (49 Prozent) der deutschen Verbraucher wäscht 2-6 Mal pro Woche. Viele scheinen sich den ökologischen Auswirkungen dessen bewusst zu sein, weshalb 7 von 10 (69 Prozent) beim Wäschewaschen versuchen, so viel Wasser wie möglich sparen. Auch Plastik als Verpackungsmaterial ist ein relevantes Thema bezüglich des Umweltbewusstseins, wie die Umfrage zeigt. So bevorzugen heute 59 Prozent der Deutschen Waschmittelprodukte, die mit weniger Plastikverpackung auskommen. Eine interessante Alternative zur Maschinenwäsche sind Wäschesprays, die die Kleidung länger frisch halten sollen. Zurzeit greifen nur 13 Prozent der Konsumenten auf solche Produkte zurück, bei den 16-24-Jährigen sind es dagegen bereits 24 Prozent.
 
„Umweltschutzbelange und die Tatsache, dass mehrfaches Waschen die Stofffasern strapaziert, führen zu einem stetigen Wachstum von Produkten, die die Anzahl der Waschgänge reduzieren sollen. Neben Wäschesprays gibt es in Asien bereits Textilpflegeprodukte mit spezieller Schutzwirkung, die etwa Staubpartikel abweisen. Obwohl derzeit nur wenige Verbraucher solche Produkte verwenden, ergreifen gleichzeitig immer mehr Menschen umweltfreundliche Maßnahmen, um Wasser und Elektrizität einzusparen. Das weist darauf hin, dass diese Kategorie solcher Textilpflegeprodukte noch Zukunftspotenzial birgt“, fügt Richard Hopping hinzu.

Siegeszug der Eigenmarken

Auch in der Waschmittelindustrie stellen Eigenmarken eine große Bedrohung für die globalen Platzhirsche dar. Die größte Herausforderung liegt darin, dass die meisten Deutschen (69 Prozent) in puncto Effizienz keinen Unterschied zwischen Handelsmarken und Markenartikeln sehen. Weiterhin sind die meisten Deutschen (71 Prozent) den Marken treu, die sie bereits verwendet haben und bevorzugen diese gegenüber Produkten, die sie noch nicht ausprobiert haben.
 
„Die Schwierigkeit besteht für Marken darin, den Verbrauchern ihren Mehrwert zu erklären und somit eine Begründung für den höheren Preis zu liefern. In vielerlei Hinsicht sind Handelsmarken treibende Innovationskraft im Waschmittelregal. Nicht zuletzt auch deswegen empfinden Konsumenten bei diesen Artikeln oftmals ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis. Große Marken versuchen daher, ihre Produkte im Premium-Bereich zu positionieren und etwa durch hochwertige Düfte und interessante Formate zu überzeugen“, schließt Hopping ab.

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