Einer neuen Erhebung von März und April des Marktforschungsunternehmens Mintel zufolge kürzt fast ein Drittel (32 Prozent)[1] der deutschen Verbraucher ihre nicht-essentielle Ausgaben – seit Dezember 2021 ist dieser Anteil von 29 Prozent[2] um drei Prozentpunkte gestiegen.

Sollte die Inflation weiter anziehen, stünden vor allem Ausgaben für die Freizeitgestaltung, unter die auch Restaurantbesuche fallen, sowie Kleidung und Accessoires im Blickpunkt: Bei beiden würden 50 Prozent der Verbraucher im Notfall zurückstecken. 46 Prozent der Befragten würden sich mit größeren Anschaffungen wie z. B. einem neuen Auto oder Möbeln zurückhalten. Und 44 Prozent wären dazu bereit, die Urlaubsplanung zu ändern oder gar komplett zu stornieren.[3]

Die Inflation spiegelt sich auch im Einkaufskorb wider. So kauft bereits jeder Fünfte (20 Prozent) weniger Lebensmittel ein, um das Haushaltsbudget im Rahmen zu halten. Zwei von fünf Verbraucher (41 Prozent) halten sich bereits strikt an ihren Einkaufszettel und tätigen ihren Einkauf häufiger bei Discountern (40 Prozent), um Geld zu sparen. Durch das schmalere Portemonnaie stehen bei 36 Prozent der Befragten Eigenmarken höher im Kurs; fast jeder Vierte (24 Prozent) kauft aus demselben Grund mehr Multi- bzw. Vorteilspackungen. Zudem verzichtet ein Drittel (34 Prozent) auf nicht-essentielle Lebensmittel, wie z. B. Schokolade oder Alkohol.[4]

Bettina Krechel, Research Director bei Mintel Deutschland, kommentiert:

„Ab März 2022 wird die jährliche Inflationsrate im Euroraum voraussichtlich 7,5 Prozent betragen, gegenüber 5,9 Prozent im Februar 2022. In Deutschland wird für März 2022 eine Inflationsrate von 7,3 Prozent erwartet. Zudem hat die derzeitige Situation in der Ukraine und die daraus folgenden Rohstoffverknappungen die Weltmärkte erschüttert. In der Mintel-Befragung vom März 2022 gaben demnach knapp die Hälfte (49 Prozent)[5] deutsche Verbraucher an, dass die derzeitige Lage der Ukraine große Einwirkung auf ihr Haushaltsbudget haben wird. Angesichts dessen werden viele Konsumenten sich stärker auf essentielle Waren konzentrieren und ihre Einkäufe gezielt planen, zumal 46 Prozent5 der Befragten in den letzten zwei Monaten vor der Umfrage im April bereits von ausverkauften Warenbeständen in den Läden betroffen waren.

Neben dem Fokus auf das Preis-Leistungs-Verhältnis steht – teilweise befeuert durch die Corona-Pandemie – gesunde Ernährung hoch im Kurs. Insbesondere Genussmittelmarken müssen sich dem prüfenden Blick der Verbraucher unterziehen und ihre Vorteile klar kommunizieren – oder gar an gesünderen Optionen feilen, die den Spagat zwischen Genuss und der eigenen Gesundheit sowie der des Planeten meistern. Dabei ist die Sprache meist von salz-, zucker- und fettreduzierten Waren, die sprichwörtlich gut fürs Gewissen sind; im Trend liegen beispielsweise alkoholfreie Getränke mit funktionellen Vorteilen.

Unternehmen und Marken, die die Konsumenten bei der Erhaltung und Förderung eines gesundheitsbewussten Lebensstils unterstützen und ihren Mehrwert klar kommunizieren, werden auf die Prioritätenliste gesetzt werden.”

[1] Basis: 1.000 Internetnutzer über 16 Jahren, März 2022, Deutschland
[2] Basis: 1.000 Internetnutzer über 16 Jahren, Dezember 2021, Deutschland
[3] Basis: 1.000 Internetnutzer über 16 Jahren, März 2022, Deutschland
[4] Basis: 1.854 Internetnutzer über 16 Jahren, die im Haushalt für den Lebensmitteleinkauf (mit-)verantwortlich sind, Deutschland
[5] Basis: 1.000 Internetnutzer über 16 Jahren, April 2022, Deutschland

Für weitere Infos zur Inflation und zu deutschen Verbrauchern wenden Sie sich bitte an das Düsseldorfer Büro unter kontakt@mintel.com

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