Durch die Inflation und den Ukrainekonflikt geraten Familien bei den Lebenshaltungskosten zunehmend unter Druck. Eine neue Umfrage des Marktforschungsinstituts Mintel sieht diese Entwicklung insbesondere in der Grundversorgung: So geben über zwei Drittel (71%) der Familien mit Kindern im Alter unter 18 Jahren an, dass sie in den vergangenen 2 Monaten von steigenden Lebensmittelpreisen betroffen waren. Ähnlich sieht es bei den Benzinpreisen (65%) sowie bei Gas- und Strompreisen (63%)[1] aus. Zum Vergleich: Noch Ende letzten Jahres sahen sich nur 53% der Eltern von einem Anstieg bei Lebensmittelpreisen betroffen.[2]

Erstaunlicherweise beschreiben 67 Prozent der Familien ihre finanzielle Lage trotz des Preisdrucks noch als “gut” oder “okay”. Darunter sagen 42% der Familien, dass sie gut über die Runden kommen, aber sobald alle notwendigen Ausgaben getätigt sind, nicht viel übrig bleibt. 25% der Familien haben aber am Ende des Monats Geld für Luxusartikel oder für ihre Rücklagen übrig.[3] Diesen scheinbaren Widerspruch zwischen finanziellem Wohlbefinden und der Belastung durch die Inflation erklärt Dr. Christina Wessels, Associate Director bei Mintel Deutschland, so:

“Viele Familien haben in den Jahren der Pandemie tatsächlich ein finanzielles Polster aufbauen können. So haben zum Beispiel über 42 Prozent der Familien bei Tagesausflügen gespart,[4] 34 Prozent bei Freizeitaktivitäten nach der Schule.[5] Deshalb werden die Veränderungen jetzt zunächst vor allem bei Familien mit niedrigem Einkommen spürbar. Wir erwarten aber, dass gegen Ende des Jahres die Konsumzurückhaltung immer mehr Familien erreichen wird.”

Die Daten zeigen auch, dass sich in den letzten beiden Jahren das Bewusstsein für die Familie und für verantwortungsvollen Konsum verstärkt hat: So geben 40 Prozent der Eltern an, mehr Quality Time mit der Familie zu verbringen als vor der Pandemie. Außerdem investieren sie gezielt mehr Geld in den Nachwuchs, insbesondere in die Bildung (18%) und finanzielle Vorsorge (16%). Rund die Hälfte (49%) der Eltern denken bei ihren Entscheidungen ständig oder oft an Umweltfolgen,[6] ein Fünftel (20%) achtet stärker auf die Umwelt als vor der Pandemie.[7]

Dr. Christina Wessels dazu: “Der finanzielle Druck auf die Familien wächst. Unsere Erfahrung auch aus anderen Umfragen zeigt, dass Unternehmen mit flexiblen Angeboten und fairem Preis-Leistungs-Verhältnis nun klar im Vorteil sind. Chancen bieten sich besonders bei gemeinsamen Erlebnissen mit der Familie. Wer seine Marke am neuen Zusammengehörigkeitsgefühl der Familien und dem gesteigerten Wunsch nach Nachhaltigkeit ausrichtet, kann besonders als Gewinner aus der Krise hervorgehen.”

Mintels Verbraucherumfragen basieren auf Stichprobenerhebungen von mindestens 1.000 Verbrauchern (16 Jahre und älter) in Deutschland. Die Umfragen wurden online mithilfe von Kantar Profiles durchgeführt und die Befragten nach einem Stichprobenverfahren per Zufall ausgewählt. Die Umfragen sind repräsentativ für die Bevölkerung in Bezug auf Alter, Geschlecht und Region. Mehrfachnennungen waren bei den Umfragen möglich. Weitere Informationen finden Sie hier.
Fußnoten:
[1] 163 Internetnutzer ab 16 Jahren, die Kinder im Alter von 0 bis 18 Jahren haben, Mai 2022
[2] 185 Internetnutzer ab 16 Jahren, die Kinder im Alter von 0 bis 18 Jahren haben, Oktober 2021
[3] 163 Internetnutzer ab 16 Jahren, die Kinder im Alter von 0 bis 18 Jahren haben, Mai 2022
[4] 480 Internetnutzer ab 16 Jahren, die Kinder im Alter von 0 bis 18 Jahren haben, die im Haushalt leben, Februar 2022
[5] 364 Internetnutzer ab 16 Jahren, die Kinder im Alter von 0 bis 11 Jahren haben, die im Haushalt leben, Februar 2022
[6] 347 Internetnutzer ab 16 Jahren, die Kinder im Alter von 0 bis 18 Jahren haben, April 2021
[7] 186 Internetnutzer ab 16 Jahren, die Kinder im Alter von 0 bis 18 Jahren haben, November 2021

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