Mit einem Anteil von 6 Prozent an globalen Eiscreme-Einführungen innerhalb der letzten 12 Monate¹ ist Deutschland Europas führende Innovationskraft der Speiseeis-Kategorie und belegt auf internationaler Ebene den dritten Rang, gefolgt von Brasilien und Australien (je 4 Prozent der globalen Speiseeis-Lancierungen). Im europäischen Vergleich machten Eis-Innovationen im zweitplatzierten Großbritannien nur 4 Prozent der weltweiten Speiseeis-Einführungen aus.

Weltweiter Innovationsführer in Sachen Speiseeis ist indessen Japan: Während Japan im Jahr 2015/16² noch gerade 7 Prozent der globalen Eis-Einführungen auf das Land der aufgehenden Sonne entfielen, stieg dieser Anteil im vergangenen Jahr¹ auf 10 Prozent. Damit überholte Japan sogar die Vereinigten Staaten, die von ihrer Poleposition vor fünf Jahren² mit einem globalen Anteil von 11 Prozent der Speiseeis-Innovationen in diesem Jahr¹ auf 9 Prozent fielen.

Kate Vlietstra, Global Food and Drink Analystin bei Mintel, erläutert: „Ausgefallene Geschmacksrichtungen und aufregende Formate bringen japanisches Speiseeis an die Spitze der Lebensmittelinnovation und bieten gleichzeitig reichlich Inspiration für die Einführung von Speiseeis außerhalb Japans. Zudem ebnet die wachsende Beliebtheit der japanischen Küche den Weg für hiesige Eismarken, traditionelle japanische Geschmacksrichtungen wie Hojicha und Yuzu zu erkunden. Exotische Kombinationen, einzigartige Geschmacksrichtungen und ungewöhnliche Eiswaffeln haben das Potenzial, Verbraucher weltweit anzusprechen. Die auf den Sommer 2021 verschobenen Olympischen Spiele in Japan bieten eine interessante Plattform, um japanisch angehauchte Lebensmittel- und Getränkeinnovationen auf den Markt zu bringen.“

Vegane Eiscreme-Innovationen legen an Tempo zu

Lebensmittel- und Getränke auf Pflanzenbasis liegen schon seit geraumer im Trend, wobei auch Eiscreme keine Ausnahme bildet. Zumal COVID-19 diesen Trend weiter zu beschleunigen scheint: So sagen 13 Prozent der deutschen Verbraucher aus, dass sie die vegane Ernährung infolge der COVID-19-Pandemie ansprechender finden. Bei den deutschen Verbrauchern zwischen 16 und 24 Jahren steigt dieser Anteil sogar auf 21 Prozent.⁵

Neuesten Ergebnissen der Mintel Global New Product Database (GNPD) zufolge macht veganes Speiseeis einen wachsenden Anteil der globalen Speiseeis-Einführungen aus: Waren vor fünf Jahren² gerade einmal 3 Prozent aller Eiscreme-Innovationen weltweit als vegan ausgezeichnet, stieg dieser Anteil im vergangenen Jahr¹ auf 7 Prozent. Auch in Deutschland zeichnet sich in diesem Segment Wachstum ab. So waren vor fünf Jahren² noch 10 Prozent der Eiscreme-Lancierungen als „vegan“ ausgezeichnet. Letztes Jahr¹ stieg dieser Anteil schließlich auf 14 Prozent.

Innerhalb dieses Segments liegt der Fokus bei der Produktentwicklung zunehmend auf den Texturen. Vegane Eiscremes mit einer stückigen Textur mit Nüssen, Keks- und Karamell- und Keksteigstückchen sind in den letzten vier Jahren³ von 2 Prozent auf 13 Prozent der Markteinführungen gestiegen. Die Anpassung an diesen Trend dürfte sowohl die 74 Prozent der deutschen Eis-Konsumenten ansprechen, die im Rahmen des deutschen Speiseeis-Reports angaben, Eiscreme mit unterschiedlichen Texturen (z.B. knusprig) zu mögen.⁴

Schokolade ist mit 26 Prozent aller veganen Eisinnovationen weltweit unangefochtene Nummer Eins im veganen Eisfach¹, gefolgt von Vanille (11 Prozent der globalen Speiseeis-Einführungen) und Kokosnuss (9 Prozent). Relativ neue Geschmacksrichtungen bilden Erdnussbutter (5 Prozent) und Mandel (6 Prozent) – beide waren vor 5 Jahren² noch nicht im globalen Lebensmittelhandel erhältlich.

„Der Wirbel um die vegane Ernährung zeichnet sich auch in der Kategorie Eiscreme ab, wobei sich das Interesse an pflanzenbasiertem Eis nicht nur auf Veganer beschränkt. Geschmacklich haben sich vegane Marken viel von Eis-Produkten auf Milchbasis abgeschaut. Auch Texturen spielen bei der Produktentwicklung von pflanzenbasiertem Speiseeis eine wichtige Rolle. Marken demonstrieren damit, dass vegane Eiscremes regulären Sorten in keineswegs mehr nachstehen. Künftig erwarten wir, dass verstärkt auch Hafer- oder Quinoamilch Einsatz finden,“ führt Vlietstra fort.

Proteinreiche Eissorten weiter im Kommen

Über die vergangenen fünf Jahre² hat sich der Anteil von globalen Lebensmittel- und Getränkeinnovationen mit hohem bzw. angereichertem Proteingehalt von 2 auf 4 Prozent verdoppelt. Obwohl es in der Eiskategorie noch um ein relativ kleines Segment handelt, hat sich auch dort innerhalb der letzten vier Jahre³ der Anteil von 1 Prozent auf 2 Prozent dupliziert. Das trifft auf Verbraucherinteresse: So würden knapp ein Achtel (12 Prozent) der deutschen Verbraucher mehr Eis essen, wenn dieses zugesetzte Proteinen enthielte. Besonders beliebt wäre dies bei den deutschen Gen Z der zwischen 16- und 24-Jährigen, von denen 30 Prozent vermehrt zu Eis greifen würde, wenn dieses mit Proteinen angereichert wäre.⁴

„Eine geringe Menge an zugesetztem Protein wird die Nachfrage der Verbraucher nach gesünderem bzw. funktionalem Eis befriedigen und Unternehmen gleichzeitig die Möglichkeit geben, mit verschiedenen Proteinarten zu experimentieren. Proteine aus Hülsenfrüchten, Getreide und Samen bieten etwa eine interessante Alternative zu Milchprotein, zumal sie durch eine niedrigere CO2-Bilanz punkten,“ folgert Vlietstra.

¹ Mintel Globale Neuproduktdatenbank, Juni 2019 – Mai 2020 ; ² Mintel Globale Neuproduktdatenbank, Juni 2015 – Mai 2016 ; ³ Mintel Globale Neuproduktdatenbank, Juni 2016- Mai 17 – Juni 2019- Mai 2020 ; ⁴ Mintel Reports Deutschland – Speiseeis – 2020 ; ⁵ Mintels globaler COVID-19-Verbrauchertracker, Mai 2020

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