Neuesten Forschungsergebnissen von Mintel zugrunde sind fast neun von zehn (86 %) Briten Amazon-Nutzer/Käufer*. Insgesamt kaufen die meisten Amazon-Kunden (70 %) mindestens einmal im Monat bei dem Online-Händler ein, während knapp ein Fünftel (17 %) die Plattform wöchentlich nutzt.

Über die Hälfte (51 %) aller britischen Käufer findet, dass Amazon die günstigen Preise hat; weiterhin geben sechs von zehn (59 %) Kunden zu, dem Unternehmen treu zu sein. Für 70 Prozent der befragten Amazon-Nutzer ist die Plattform die erste Anlaufstelle fürs Onlineshopping.

Welche Produkte landen im Warenkorb der Briten? Hardcopy-Medien wie etwa Bücher, DVDs und Videospiele sind in Großbritannien nach wie vor die meistverkauften Artikel (39 %) des Onlinehändlers, gefolgt von Elektrogeräten (30 %), Mode und Schmuck (30 %) und Spielzeug (20 %). Stolze 45 Prozent der britischen Haushalte besitzen ein von Amazon hergestelltes Gerät, wobei Kindle (23 %), Fire TV/TV Stick (16 %), Fire Tablet (14 %) und Echo (11 %) die beliebtesten sind.**

Nick Carroll, Mintel Associate Director of Retail, erklärt:
„Amazon ist ein wahres Phänomen des 21. Jahrhunderts. In nur etwas über 20 Jahren hat sich das Unternehmen zum Weltkonzern gewandelt, den heutzutage beinahe alle Verbraucher zum Einkaufen benutzen. Dies wurde durch die konsequente Ausrichtung auf kundenorientierte Investitionen und Innovationen erreicht. Wir erinnern uns: Alles begann mit dem Verkauf von Büchern, doch mittlerweile bietet der Online-Riese eine Fülle verschiedener Produktkategorien an – nicht zuletzt auch dank seiner Verkaufsplattform Marketplace. Darüber hinaus hat er sich ebenfalls in Media Streaming, Unterhaltungselektronik wie auch Cloud Computing etabliert. Durch dieses umfassende und flexible Service-Angebot hat sich Amazon zu einer beliebten Einkaufsplattform entwickelt.“

Vier von zehn Briten sind Prime-Nutzer

Die Popularität von Amazon Prime zeichnet sich auch durch die Tatsache aus, dass vier von zehn (39 %) britischer Verbraucher eine Prime-Mitgliedschaft besitzen. Hochgerechnet auf die britische Bevölkerung sind dies etwa 15 Millionen Menschen im Vereinigten Königreich, die jenes Leistungsangebot des Onlinehändlers nutzen. Allerdings haben davon gerade einmal 26 Prozent ein eigenes Benutzerkonto, während 13 Prozent den Account einer anderen Person mitverwenden.

Es scheint, als seien vor allem jüngere Verbraucher Fans von Amazon Prime – so nutzen laut einer Mintel-Studie 63 Prozent der 16-24-Jährigen sowie 53 Prozent der zwischen 25-34-Jährigen den Abonnementdienst. Weitere Forschungsergebnisse zeigen, dass das Prime-Abo großen Einfluss auf die Kaufbereitschaft hat und Mitglieder dazu stimuliert, häufiger und kategorieübergreifend einzukaufen.
Hauptanreiz wie auch meistgenutztes Leistungsangebot ist der preislich inbegriffene Expressversand. Zwei Drittel der Prime-Kunden (66 %) bestätigen, dass sie diese Leistung am meisten in Anspruch nehmen. Gleichzeitig ist die größte Hürde für Neumitgliedergewinnung der Preis – so finden 44 Prozent der Nichtmitglieder den Abo-Service zu teuer.

„Dank der steigenden Anzahl von Prime-Mitgliedern gewinnt der Einzelhändler weiterhin neue Marktanteile. Das liegt daran, dass Prime-Nutzer im Vergleich zu Nichtmitgliedern deutlich mehr und kategorieübergreifender einkaufen. Aus diesem Grund erweitert Amazon stetig die Liste der Exklusivleistungen – für die zweite Jahreshälfte ist etwa das Streaming von Premier-League-Spielen geplant,“ fügt Nick hinzu.

Amazon ist nicht der Hauptschuldige für den Niedergang des Einzelhandels

Der „Amazon-Effekt“ wird durch die Tatsache bestätigt, dass fast die Hälfte (45 %) der britischen Amazon-Nutzer glaubt, dass der E-Tailer für die Schließung stationärer Läden verantwortlich ist. Gleichzeitig geben drei Viertel (75 %) der Befragten an, Ladenprodukte oftmals mit auf Amazon erhältlichen Artikeln zu vergleichen. Der stationäre Handel scheint daher vorwiegend als Showroom zu dienen, in dem die Verbraucher die Ware vor Ort inspizieren können – laut 70 Prozent der Amazon-Shopper erwerben sie diese später jedoch meist auf der Einkaufsplattform.

Während sich viele Briten zwar über Amazons negativen Einfluss auf den Einzelhandel bewusst sind, finden jedoch 40 Prozent der Nutzer, dass die Plattform dennoch kleinere Händler unterstütze. Außerdem sehen weitere 29 Prozent den Einkauf über Amazon Smile als eine gute Spendenmöglichkeit an.

„Amazons Wachstum hat zweifellos viele Konkurrenten verwundet, allerdings ist der Onlinehändler nicht der Hauptschuldige für den Niedergang des Einzelhandels. Sicherlich hat er viele Trends eingeläutet bzw. geprägt, die Einfluss auf den Einzelhandel des 21. Jahrhunderts eingenommen haben. Doch auch wenn der Einzelhändler 50 Prozent des reinen Onlinehandels ausmachen würde, entspräche dies gerade einmal 9 Prozent des gesamten britischen Einzelhandelsumsatzes. Trotz der Popularität des Onlinehandels hierzulande sollten wir nicht vergessen, dass die Mehrheit aller Einzelhandelsumsätze (82 %) im Vereinigten Königreich immer noch durch den stationären Handel erwirtschaftet wird. Dies lässt noch genügend Raum zu wachsen – sowohl für Amazon als auch für dessen Konkurrenten,“ schließt Nick

* Anfang des Jahres 2018 bis Oktober 2018
** Mintel Online Retailing Report – UK, Juli 2018
*** Anpassung an Nicht-Internetnutzer, die nicht an der Online-Studie von Mintel teilgenommen haben.

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