Der englische Begriff „clean” bezieht sich zumeist auf natürliche und nachhaltige Produkte und wird heutzutage auch in Deutschland in unterschiedlichen Industrien verwendet. Doch was bedeutet „clean“ eigentlich genau in der Lebensmittel-, Kosmetik- und Hygiene-Branche?

Lynn Dornblaser, Director of Innovation and Insight bei Mintel, nahm sich dieses Thema bei ihrer Panel-Diskussion auf der diesjährigen IFT-Messe in New Orleans vor und stellte in ihrer Präsentation vor, für was der Term heute für Unternehmen und Konsumenten steht.

Ein holistischer Ansatz zum „cleanen“ Lebensstil

Die Definition von Gesundheit und Wellness ist in den letzten Jahren ganzheitlicher geworden. Marken haben dementsprechend ihre Werbestrategien geändert, um das Wohlbefinden der Verbraucher voranzustellen. So kann man auch den Claim „clean“ mittlerweile in beinahe allen Branchen wiederfinden – sei es im Finanz-, Reise-, Lebensmittel- oder Haushaltsbereich.
Die holistische Ausrichtung auf Gesundheit und Wohlbefinden hat dem „cleanen“ Lebensstil zum Erfolg verholfen. Verbraucher versuchen beispielsweise zunehmend auf künstliche und verarbeitete Produkte zu verzichten und stattdessen nach natürlichen Alternativen zu greifen.

Clean Beauty

Gerade bei „Clean Beauty“ gibt es aufgrund unterschiedlicher Definitionen Unsicherheit darüber, was der Claim eigentlich in der Kosmetikindustrie bedeutet – häufig werden tierversuchsfreie Produkte mit Bio-Inhaltsstoffen also solche gelistet. Generell sind die meisten amerikanischen Verbraucher mehr an „cleanen“ Hautpflege- als an Make-up-Produkten interessiert. Mintel-Forschungsergebnissen zufolge sticht in der Diskussion um schädliche Inhaltsstoffe vor allem Paraben heraus.

„Clean Beauty”-Produkte im Trend

Der Bio-Liebling: Die Skin Food Allzweckcreme von Weleda enthält Pflanzenextrakte aus Rosmarin, Kamille und Sonnenblumenöl.

Der Reinigungsschaum mit Bio-Inhaltstoffen gehört zur Reihe von Tata Harper. Da die Marke den Entwicklungsprozess im eigenen Haus behielt und durch ihr „Traceability“-Programm Transparenz über den Ursprung der Inhaltsstoffe bietet, gilt sie als Vorreiter in Sachen „Clean Beauty“.

Die C-Tango Multivitamin-Augencreme von Drunk Elephant enthält Marula-Öl und soll ohne bedenkliche Inhaltsstoffe auskommen.

Clean Eating

Verbraucher tendieren eher zu einer allgemeineren Definition von Clean Eating, die oftmals mit einer gesunden Lebensweise, Fitness sowie speziellen Ernährungsweisen wie z.B. Veganismus und der Verzicht auf glutenfreie Produkte in Verbindung gebracht wird.

„Frei-von“-Auslobungen werden für ein nachhaltiges Image genutzt

Das sogenannte „Clean Label“ erhalten meist Produkte natürlichen Ursprungs, die ohne Allergene und künstliche Zusätze auskommen.

Das Verpackungsdesign von RXBar hebt die Zutatenliste hervor. Zudem hat die amerikanische Marke einen verspielteren Ansatz zu „frei von“-Auslobungen – in diesem Fall etwa „no BS“ (bullsh*t).

Der Fruchtriegel von Fruit Bars wurde einzig aus Mango, Äpfeln und Chiasamen hergestellt.

 

Für ein sauberes Zuhause

Verbraucher wissen inzwischen mehr über „Clean Living“ Bescheid und suchen daher auch nach Reinigungsmitteln, die dieser Lebensweise entsprechen. Diese sollten möglichst wenige gefährliche und chemische Inhaltsstoffe beinhalten und stattdessen auf natürlichen Rezepturen basieren. Konzentrierten sich vor einigen Jahren Hersteller bei der Positionierung noch stärker auf die Umweltverträglichkeit ihrer Produkte, sind die Auslobungen heute ganzheitlicher geworden und umfassen auch gesundheitliche Aspekte.

Insgesamt kann dies durchaus positiv gewertet werden. Die Feststellung, dass einige Reinigungsmittel durch die Haut und Atemwege aufgenommen werden können, hat für natürliche Produkte neues Marktpotenzial geschaffen. Auch das Thema Desinfektion wird zunehmend kritischer gesehen, weshalb einige Verbraucher nun nach alternativen Wegen zur Keimvernichtung suchen.

Reinigungsmittel mit geringen Inhaltsstoffen

Bei Tuff Towel handelt es sich um ein Nano-Tech-Reinigungstuch, das zum Putzen nur mit Wasser befeuchtet werden muss und bis zu 100 Papierküchenrollen ersetzen kann.

Das Baby-Waschmittel von Caricia enthält weniger chemische Inhaltsstoffe als gewöhnliche Produkte in dieser Kategorie, wodurch es ideal für die sensitive Haut von Kleinkindern ist.

Der Daily Cleanser mit elektrolysiertem Wasser von Lysol soll ohne aggressive Chemikalien reinigen und desinfizieren.

Verbraucherforschung

Bei der Verbraucherforschung geht es um Menschen. Was sie sehen, was sie tun, was sie kaufen. Was sie essen, was sie trinken. Was sie denken, wie sie sich entscheiden und wonach sie streben.

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