Egal ob es um gute oder schlechte Veränderungen im Konsumgüterbereich geht – meist scheinen Millennials die Sündenböcke dafür zu sein. Die Altersklasse der heute zwischen 24- und 41-Jährigen ist dafür bekannt, fortschrittlicher als vorherige Generationen zu sein und gewissen Normen kritischer gegenüber zu stehen. Wenig verwunderlich also, dass ihnen so viel in die Schuhe geschoben wird. Mintels Analysten werden des Öfteren für Verbraucher- und Produkttrends zurate gezogen und haben daher auch im Laufe dieses Jahres ausführlich mit der internationalen Presse über das Phänomen der Gen Y diskutiert. Was also können wir also zusammenfassend für das Jahr 2018 über diese Bevölkerungsgruppe sagen? Wir haben Ihnen hier eine kleine Rekapitulation der wichtigsten Trends in Großbritannien und in den Vereinigten Staaten zusammengestellt, die wir dieses Jahr beobachten konnten und auch mediale Beachtung fanden.

Millennials sind heimisch geworden

Immer mehr amerikanische Millennials bleiben gerne Zuhause, anstatt auszugehen. So gaben 28 % jener Verbraucher in den Staaten an, eher Zuhause einen Drink zu genießen, da es weniger Aufwand erfordert, als beispielsweise in eine Bar zu gehen. Klar, dass dieser Befund in größeren Leitmedien wie auch in sozialen Medien ausführlich diskutiert wurde – scheint er doch eines der Vorurteile gegenüber dieser Generation gnadenlos zu bestätigen.

Doch wofür gibt Gen Y Geld aus? Britische Millennials lassen sich ihre Haustiere gerne etwas kosten. 54 % der Käufer von Tierbedarf dieser Altersgruppe geben an, dass sie eher auf persönliche Ausgaben verzichten würden, anstatt weniger für ihr Haustier auszugeben. Rund einem Drittel dieser Verbrauchergruppe ist es sogar wichtig, dass ihr Vierbeiner mit den neusten Trends (wie z.B. Kleidung oder Pflegeprodukte) mithält. Und auch besondere Anlässe wie Geburtstage und Weihnachten dürfen natürlich nicht umgangen werden: So geben 40 % der Millennials für diese Gelegenheiten genauso viel Geld für ihr Haustier wie für ihre Freunde aus.

In den Staaten hingegen geben Millennials das meiste Geld für Zimmerpflanzen aus. Egal ob als Heimdeko, neues Fotomaterial für den Instagram-Account oder als eine Alternative zu einem Haustier – Millennials bringen den Pflanzenmarkt zum Florieren. 52 % der Hausbesitzer dieser Altersklasse gibt sogar an, Pflanzen als Bekämpfung zur Umweltverschmutzung einzusetzen.

Natürlich im Rennen

Ade der Rasierklinge – Mut zur Körperbehaarung! Denn die damit verbundenen Stigmata gehören dank der Millennials eventuell bald der Vergangenheit an. Seitdem unser Blogpost über das Ende des weiblichen Körperhaarstigmas veröffentlicht wurde, bieten immer mehr Marken Produkte an, welche speziell für die weibliche Körperbehaarung konzipiert wurden und diese sogar entsprechend pflegen sollen. 59 % der weiblichen Generation Y in den USA sind sogar daran interessiert, hierfür spezielle Beauty-Abos auszuprobieren.

Und auch das traditionelle Thanksgiving-Essen wird allmählich nachhaltiger: Anstatt der übergroßen Truthähne verspeisen US-Millennials bevorzugt kleinere Versionen der beliebten Geflügelart, um so Lebensmittelabfälle zu vermeiden. „Lebensmittelverschwendung rückt auch in den Staaten immer mehr in den Fokus“, erklärt Michael Averbook, Food & Drink Analyst bei Mintel. „Resteessen ist mittlerweile zum Bestandteil der Feiertage geworden und ist ein kleiner Schritt, damit sich der Einzelne weniger verschwenderisch und stattdessen etwas nachhaltiger fühlt.“

Fisch aus der Dose? Nein Danke! Im Vergleich zu 45 % der Generation der über 50-Jährigen kauften nur etwas mehr als ein Drittel der amerikanischen Verbraucher im Alter von 18-34 Jahren kürzlich Fisch- oder Schalentierkonserven. Schoben hierfür einige den Grund auf mangelnde Dosenöffner und die eigene Faulheit, haben andere die Präferenz für frischere und weniger verarbeitete Lebensmittel angeführt.

Vorsicht geboten

In Hinblick auf Kreditkarten sind amerikanische Millennials eher vorsichtig – obwohl jüngere Verbraucher immer mehr an Kreditkartenschulden gewöhnt sind, lassen sie sich im Vergleich zu älteren Generationen nicht im gleichen Maße dazu verführen. Viele Millennials glauben zwar, dass Kreditkarten praktisch sind, nutzen diese jedoch mit Bedacht. Neben den hohen Zinsen können auch die hohen Studienkredite in den Staaten ein Grund dafür sein, da diese jahrelang ein gutes Stück des Monatsbudgets verschlucken. Jüngere Verbraucher bevorzugen deshalb oft Debitkarten, um Kreditkartenschulden zu vermeiden.

Nicht nur in Sachen Geld, sondern auch in Sachen Fleisch sind sie vorsichtig: Im Vergleich zu etwas weniger als einem Viertel der Gesamtbevölkerung haben 40 % der Millennials in Großbritannien Angst davor, rohes Fleisch zu berühren. Die britische Supermarktkette Sainsburys führte deshalb eine spezielle Verpackung ein, dank derer Verbraucher Fleisch nicht mehr anfassen müssen.

Wie werden sich Millennials im neuen Jahr verändern? Mintel wird Ihnen dabei die Entwicklungen dieser Generation aufzeigen und ihre Bedeutung für Produktinnovationen, Kaufgewohnheiten und Branchentrends weiterhin verfolgen.

Abseits von Millennials bietet Ihnen Mintel auch umfassende Reporte über die iGens/Gen Z, der nächsten Generation, die eine noch größere Herausforderung für Vermarkter darstellen wird.

Verbrauchertrends

Mittels Konsumenten - und Marktanalysen hilft Ihnen Mintel Trends dabei, Veränderungen der Gesellschaft und verschiedener Märkte zu verstehen – damit Sie Verbraucher gezielt ansprechen können.

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