Anlässlich des International Women’s Day (IWD) 2022 (Internationaler Frauentag) stellen Analystinnen von Mintel aus unseren Niederlassungen in Europa, Südamerika und Asien inspirierende Frauen vor, die das diesjährige Thema des Frauentags verkörpern: #BreakTheBias

Carolin Emcke Journalistin und Autorin

Von Dr. Christina Wessels, Associate Director – Lifestyles, Household and Leisure, Deutschland

Carolin Emcke ist eine in Berlin lebende deutsche Journalistin und Autorin, die mit ihren Büchern, Artikeln und Reden wesentlich dazu beigetragen hat, gesellschaftliche Vorurteile abzubauen.

Mit ihrer Arbeit setzt sich Carolin Emcke für eine Welt ein, die frei von Vorurteilen, Stereotypen und Diskriminierung ist. Ihre Texte befassen sich mit den Themen kollektive Identitäten, Menschenrechte, Gewalt, Rassismus, aber auch Sexualität und Verlangen. In einer Zeit, in der politische, religiöse und kulturelle Konflikte oft keinen Dialog mehr zulassen, ist ihre Arbeit zu einem Vorbild für soziales Handeln geworden.

Besonders bin ich von Carolins Furchtlosigkeit fasziniert. Um ihre Themen authentisch vermitteln zu können, setzt sie sich regelmäßig schwierigen Lebensbedingungen aus und berichtet direkt aus Kriegs- und Krisengebieten wie dem Kosovo, Afghanistan, Pakistan, Irak, Gaza und Haiti. So wird sie unmittelbar Zeugin von Gewalt, Hass und Entsetzen. Carolin nutzt diese direkten Eindrücke, um durch Ihre Arbeit zu erklären, wie all das Menschen verändern kann, und zeigt, wie die Beteiligten Einsicht finden und sich austauschen können.

Im Zuge der #MeToo-Debatte hat Carolin Emcke ein Buch mit dem Titel „Ja heißt ja und …“ veröffentlicht. Darin sinniert sie über Verlangen, über Sexualität und Abhängigkeit, über Rollenbilder und auch – mit Blick auf die #MeToo-Diskussion – über Rassismus, Identität, Inklusion und Ausgrenzung. Sie nutzt ihre eigenen Erfahrungen als homosexuelle Frau sowie gesellschaftliche Gewohnheiten, Literatur und Musik, um zu zeigen, wie verwoben und kompliziert das Verhältnis zwischen Sexualität und Wahrheit sein kann. Eine großartige und sehr empfehlenswerte Lektüre!

Für ihre Arbeit erhielt Carolin Emcke zahlreiche Preise, darunter im Jahr 2016 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Carolin Emcke ist eine sehr inspirierende Frau, und ich bin mir sicher, dass sie in Zukunft den Diskurs zur Bekämpfung von Vorurteilen voranbringen wird.

Ihr jüngster Artikel ihrer Kolumne bei der Süddeutschen Zeitung bezeugt genau das. Dort schrieb sie: “Putins Krieg stürzt die Welt in Unsicherheiten und Dilemmata. Nur eins ist gewiss: Menschenrechte und Demokratie sind keine Luxusfragen, sie sind das unverzichtbare Fundament des Friedens.”

Maria Júlia de Araújo Dias (Maju) – Model und Influencerin

Von Amanda Caridad, Senior Analyst – Beauty and Personal Care, Brasilien

Nach nun mehr als zwei Jahren des Social Distancing widmen sich Verbraucher wieder sukzessive ihrem sozialen Leben. Es liegt deshalb nahe, dass die Diskussion zu Vielfalt und Integration wieder an Bedeutung gewinnt. Schließlich stellte die Suche nach dem Begriff „Body Positivity“ laut Google Trends im Juni 2021 weltweit einen Rekord auf.

In diesem Zusammenhang wurden in Brasilien neue Influencer tätig, die mit Stigmata und Stereotypen brechen, wie z. B. Maria Júlia de Araújo Dias, das erste brasilianische Topmodel mit Down-Syndrom. Sie erlangte internationales Ansehen, nachdem sie auf 3 großen Modeevents, darunter in Mailand, gemodelt hatte. Außerdem schrieb Maju (wie sie genannt wird) Geschichte, als L’Oréal Paris sie im Juni 2021 als Markenbotschafterin bekannt gab. In der Ankündigung begrüßte L’Oréal die 20-Jährige mit Begeisterung und bekräftigte die Botschaft: Schönheit liegt in der Vielfalt. Erst kürzlich wurde sie in die Liste der „Forbes Under 30“ in Brasilien aufgenommen, die einige der weltweit erfolgreichsten Persönlichkeiten aus 20 verschiedenen Branchen auszeichnet.

Der Gedanke, dass Schönheit mehr ist als nur das Äußere, findet bei den Verbrauchern Anklang. Laut einer Umfrage des Mintel Reports „Young Beauty Consumer – Brazil, 2022“ glauben die meisten brasilianischen Verbraucher, dass Schönheit eher mit der Persönlichkeit als mit dem Aussehen zusammenhängt, wobei Eigenschaften wie „selbstbewusst sein“ (54 Prozent), „seine Fehler akzeptieren“ (52 Prozent) und „freundlich sein“ (50 Prozent) von den jungen Befragten zwischen 16 und 34 Jahren am häufigsten genannt wurden. In einer Zeit, in der traditionelle Schönheitsideale in den Hintergrund rücken, müssen Beauty-Marken einen offenen Dialog über die Bedeutung von Selbstbewusstsein führen. Dies bestätigt auch der Trend The Body Beautiful von Mintel, der darauf hinweist, dass Schönheitsstandards immer inklusiver werden und Authentizität und Selbstliebe für die Verbraucher neue wichtige Attribute darstellen.

Kainaz Messman Harchandrai – Gründerin und Creative Director von Theobroma Patisseries

Von Anamika Banerji, Research Analyst – Food and Drink, Indien

Kainaz Messman Harchandrai ist eine der ersten Unternehmerinnen, die ein exklusives Sortiment an internationalen Backwaren nach Mumbai brachte. Mit gerade einmal 24 Jahren hob sie ihr Unternehmen „Theobroma“ 2004 aus der Taufe, als nur wenige Inder mit dem Konzept einer Konditorei wirklich vertraut waren. Seitdem ist das Unternehmen, dessen griechischer Name übersetzt „Speise der Götter“ bedeutet, unaufhaltsam gewachsen und hat mittlerweile einen Wert von 2,300 Mio. INR (31 Mio. US-Dollar) mit 85 Filialen in ganz Indien.

Theobroma, liebevoll „Theo“ genannt, vereint normale Ladenketten und Fünf-Sterne-Konditoreien und bietet Käsekuchen, Brownies und Quiches an, die für jeden erschwinglich sind. Auch nach 18 Jahren genießt Theobroma die Treue der Verbraucher, trotz zahlreicher neuer Anbieter in diesem Bereich.

Als Kainaz im Rahmen eines Austauschprogramms in Frankreich war, hatte sie die Gelegenheit, bei einer backbegeisterten Familie zu wohnen und mehrere Konditoreien zu besuchen. Beim Genuss einer Erdbeertarte, gebacken nach französischer Art mit Vanillecreme, wusste sie sofort, dass es genau das war, was sie machen wollte.

Kainaz war die einzige Frau in ihrer Schulklasse, als sie sich für eine Kochausbildung einschrieb. Die Tatsache, dass es nur sehr wenige Frauen in ihrem Beruf gab, hat sie nicht von ihrer Leidenschaft für Essen abgehalten. Während ihrer Arbeit als Küchenchefin in einem renommierten Hotel verletzte sie sich am Rücken und war gezwungen, 3 Monate lang Bettruhe zu halten. Sie musste für ein Jahr eine Pause einlegen. Die Ärzte rieten ihr sogar, ihre Tätigkeit als Köchin aufzugeben und sich nach einem anderen Beruf umzusehen. Daraufhin beschloss sie, ein Café mit französischem Flair in der Nachbarschaft zu eröffnen. Damit war Theobroma geboren.

Um junge Unternehmer*innen wie sie zu ermutigen, hat sie gemeinsam mit ihrer Schwester ein Buch geschrieben, in dem sie erklärt, was es braucht, um in Indien ein Unternehmen zu gründen und zu führen.

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