Während der Ausgangssperre werden Unterhaltungsmöglichkeiten fürs Zuhause sprichwörtlich zu Lebensrettern. Verbraucher können sich endlich den von ihnen vernachlässigten Fernsehserien oder der Spiegel-Bestsellerliste widmen. Neben Filmen und Büchern gibt es allerdings noch einen weiteren Gewinner innerhalb der Unterhaltungskategorie: Videospiele.

Wenn die Menschen in den kommenden Wochen und Monaten mehr Zeit Zuhause verbringen, wird die Anzahl von Videospielern mit Sicherheit zunehmen. Ein Bericht des amerikanischen Telekommunikationskonzerns Verizon zufolge stieg die Internetnutzungszeit für das Spielen von Videogames in den Staaten während der letzten Woche um 75 Prozent an – Online-Streamingdiensten wurden hingegen gerade einmal zu 12 Prozent öfter genutzt.

Steigende Popularität von Videospielen

Eine vor dem COVID-19-Ausbruch veröffentlichte Mintel-Studie zum Thema Videospiele-Trends zufolge stieg der Anteil der erwachsenen Gamer von 59 Prozent in 2018 Ende des vergangenen Jahres auf 71 Prozent. Dieser Anstieg ist dem Mobile Gaming zu verbuchen, wobei die meisten Verbraucher unabhängig von ihrer Gerätenutzung am liebsten Zuhause spielen.

Begeisterte Konsolen- und Computerspiele-Fans, treten in Games nicht nur gegeneinander an, sondern knüpfen durch diese auch (neue) Kontakte und erschaffen sich hierdurch eine regelrechte Community. Zudem hat der Zugang zu qualitativ hochwertigen, kostenlosen Spielen in den letzten Jahren die Reichweite des Marktes erweitert und einem breiteren Publikum zugänglich gemacht.

Genau dieser Punkt hat die Gaming-Industrie anderen Unterhaltungsformaten gegenüber wettbewerbsfähiger gemacht. Eine amerikanische Mintel-Studie über Verbrauchereinstellungen zu Online-Games belegt, dass zwei von fünf Gamer Onlinespiele dem Fernsehen vorziehen, wobei sogar ein Drittel lieber „zockt“ anstatt Musik zu hören. Das zeigt, dass Gaming bei Onlinespielern einen essenziellen Part im Leben spielt und weiteres Wachstumspotenzial in sich birgt.

Eine starke Partie

Ausgangssperren und Maßnahmen zur sozialen Distanzierung bedeutet zwar mehr Zeit Zuhause, allerdings heißt das nicht, dass auf Kontakt mit anderen komplett verzichtet werden muss. Durch den einzigartigen Aufbau einiger Onlinespiele bieten diese eine hervorragende Möglichkeit, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und auf virtuelle Weise mit diesen zu interagieren. Und: Ein Viertel der amerikanischen Gamer nutzen Videospiele, um sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen und gemeinsam zu unterhalten. Auch Live-Streaming-Videoportale zur Übertragung von Videospielen wie Twitch, YouTube und Steam haben in der letzten Woche steigende Zuschauerzahlen verzeichnet. Neue Spieler nehmen an den Unterhaltungen dort teil, um neue Menschen kennenzulernen.

Zwar heißt das alles nicht, dass Online-Streaming-Dienste Verluste entgegensehen werden. Allerdings können Videogames, gerade wenn es sich um Puzzlespiele handelt, Verbrauchern dabei helfen, in diesen turbulenten Zeiten zu entspannen. Familienangebote wie etwa das kommende Spiel Animal Crossing: New Horizons geben Konsumenten aller Altersgruppen die Möglichkeit, in neue virtuelle Welten einzutauchen, in denen es nicht vorranging um den Wettstreit zwischen mehreren Teilnehmern geht.

Welche Chancen bieten sich Marken?

Während wir momentan noch am Anfang der Epidemie stehen, werden Verbraucher noch einige Zeit dazu angehalten sein, in ihren eigenen vier Wänden zu bleiben und Distanz zu anderen zu wahren – Gaming kann hierbei eine wichtige soziale Komponente bieten und somit zu einer wichtigen Stütze für das mentale Wohlbefinden werden. Die Coronakrise wird sich irgendwann sicherlich dem Ende zuneigen, wobei die Gaming-Industrie stärker aus ihr hervorgehen dürfte.

Leider gibt es keine Patentlösung, wie sich Marken in Gaming-Communities einbinden lassen. Hier möchten wir jedoch einige Möglichkeiten vorstellen, wie Unternehmen in dieser kritischen Zeit effizient mit der wachsenden Anzahl von Spielern interagieren können.

Möglichkeiten ausschöpfen: Schließen Sie Partnerschaften mit Software-Entwicklern, Publishern und Plattformen für Spieleinhalte. Ebenfalls denkbar wäre die Nutzung von neuen wie auch älteren Spieleversionen, um motivierte Gamer anzusprechen – schließlich werden sie genau jetzt mehr Zeit zum Spielen finden.

Beziehungen stärken: Twitch, Discord, Steam und Caffeine sind nur einige der Plattformen, auf denen Videospieler miteinander kommunizieren und nach sozialen Kontakten zu anderen Spielern suchen. Marken könnten genau dort in Konversation mit ihrer Zielgruppe treten und den gegenseitigen Austausch fördern.

Neue Spieler ansprechen: Während begeisterte Gaming-Fans sicherlich mehr Zeit mit ihren Lieblingsspielen verbringen werden, müssen die „Newcomer“ erst noch in die Thematik einsteigen. Marken sollten sich deshalb überlegen, wie sie dieses neue Publikum über das Medium Onlinespiele strategisch ansprechen können.

Treten Sie mit uns in Kontakt, wenn Sie wissen wollen, wie Mintel Sie in der derzeitigen Situation unterstützen kann.

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