In den letzten Jahren konnten wir beobachten, dass eine wachsende Besorgnis um die Lebensmittelsicherheit, die eigene Gesundheit wie auch Umweltaspekte die Nachfrage nach Bio-Produkten in Europa befeuert hat.

Mintels Trendreport „Full Disclosure“ von 2018 berichtet darüber, dass sich das Misstrauen der Verbraucher gegenüber Lebensmittel- und Getränkehersteller den Bedarf an Informationen über Inhaltsstoffe, Produktionsprozesse und Lieferketten verstärkt hat. Aufgrund von Medienberichten und Skandalen der vergangenen Jahre ist das Konsumenteninteresse an den Bedingungen der Fleischverarbeitung gestiegen, wodurch auch der Tierwohlaspekt immer stärker ins Scheinwerferlicht gerückt ist. Die Skepsis gegenüber der Lebensmittelindustrie macht auch vor Bio-Produkten keinen Halt – so gaben in einer Befragung etwas mehr als ein Viertel der europäischen Verbraucher an, dass es sich nicht lohnen würde, für Bio-Produkte mehr Geld auszugeben. Als Konsequenz daraus lohnt es sich für Marken ihre Positionierung der nachhaltigen Herstellung durch gesundheitliche und ethische Aspekte zu ergänzen, um den Verbraucherbedürfnissen nachzugehen und um mehr Transparenz zu schaffen.

Wir konnten beobachten, dass hohes Tierwohl beim Kauf von Fleischprodukten zu den wichtigsten Aspekten für europäische Verbraucher gehören – folglich stehen Landwirte zunehmend unter Druck, nicht nur die Qualität der Futtermittel, sondern auch die Haltungsbedingungen stärker zu überprüfen. Gerade auch Gesundheitsaspekte spielen bei letzterem eine wichtige Rolle; so finden etwa knapp zwei Drittel der britischen Fleischkonsumenten, dass selbst unverarbeitete Fleisch- und Geflügelprodukte zu viele unnötige Antibiotika enthalten. Und auch der Hälfte der europäischen Fleischkonsumenten ist es wert, mehr Geld für Fleisch aus artgerechter Haltung und ohne zugesetzte Antibiotika und Hormone auszugeben.

Wir haben Ihnen eine Reihe europäischer Produkte in teils ungewöhnlichen Kategorien zusammengestellt, bei denen artgerechte Haltung im Kern der Positionierung steht.

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Die Quiches mit Zucchini, Tomaten und Fetakäse (g.U.) von Le Bio par Picard aus Frankreich wurden mit Freilandeiern, Butterblätterteig, Gemüse und Fetakäse aus geschütztem Ursprung hergestellt.

 

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Die Freilandhuhn-Knochenbrühe von Brox aus Deutschland kann einzeln oder als Basis für Suppen verwendet werden. Sie wurde aus organischem Hühnerknochenmark in einem sechs Stunden langen Kochverfahren hergestellt.

 

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Der Hersteller Sharpham Park gibt an, die Hecken um seine Dinkelfelder nur jedes zweite Jahr nachzuschneiden, damit die dort lebenden Tiere das ganze Jahr über Schutz und Futter finden können. Somit wirbt auch das Bio-Dinkelmühlen Müsli der Marke für das Wohl von Tieren, die indirekt von der Herstellung beeinflusst werden.

 

Katya Witham ist Global Food & Drinks Analystin bei Mintel. Am 14. Februar wird sie auf der BioFach-Messe in Nürnberg einen Vortrag zum europäischen Bio-Lebensmittelmarkt aus Verbraucherperspektive halten. Die Präsentation findet am 14. Februar um 11:00 Uhr im Raum Istanbul, NCC Ost statt.

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