Dass Verbraucher auf ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden achten, ist nichts Neues. Durch die COVID-19-Pandemie und die damit einhergehenden Herausforderungen für uns alle haben wir jedoch ein stärkeres Bewusstsein für ein ganzheitliches Wohlbefinden entwickelt. Wir erkennen immer deutlicher, wie wichtig es ist, körperlich und mental gesund zu sein, um in dieser neuen Normalität mit einem erhöhten Stresslevel und eventuellen Angstzuständen umzugehen.

Ein gesunder Geist, emotionales Wohlbefinden und der richtige Umgang mit Stress rücken also auf unserer Prioritätenliste immer weiter nach oben, und das unabhängig davon, wie alt wir sind. Wir lassen uns immer mehr auf einen holistischen Gesundheitsansatz ein. Und wir verstehen, dass Schlaf, Entspannung und Stress unmittelbar miteinander zusammenhängen. So sagen zwei von fünf US-Amerikanern, dass ein Mangel an Schlaf sich unmittelbar auf ihr individuelles Stresslevel auswirkt.

Verbraucher erkennen den Zusammenhang zwischen Ernährung und Stress

Darüber hinaus gibt es eine wachsende Anzahl an wissenschaftlichen Studien darüber, welchen Einfluss unsere Ernährung auf unsere mentale und körperliche Gesundheit hat. Immer mehr Verbraucher sind deswegen davon überzeugt, dass sie durch die richtige Ernährung ihren Stress besser bewältigen, besser schlafen und sich besser konzentrieren können. Mehr als zwei von fünf der 25- bis 34-Jährigen in Großbritannien denken, dass ihre Ernährung sich auf ihre Gemütslage auswirkt. Und über die Hälfte der US-amerikanischen Verbraucher haben funktionale Lebensmittel und Getränke, die sich positiv auf ihren Schlaf auswirken oder sie entspannen oder beruhigen sollen, entweder bereits ausprobiert oder interessieren sich dafür.

Und das hat seine Berechtigung. Jüngste Untersuchungen konnten nachweisen, dass das Mikrobiom im Darm einen entscheidenden Einfluss auf die Hirnleistung hat, Entzündungen im Körper abbaut und Stress entgegenwirkt. Unsere Ernährung wird dabei als entscheidender Faktor genannt. Dass Verbraucher all diese Zusammenhänge immer besser verstehen, eröffnet neue Möglichkeiten für Produkte mit nährstoffreichen Inhaltsstoffen, die sich erwiesenermaßen positiv auf unsere Darm-Hirn-Achse auswirken.

Neue Produkte mit klarem Fokus auf Stressbewältigung und kognitiver Performance

Die Lebensmittel- und Getränkeindustrie hat jetzt die Möglichkeit, der gestiegenen Nachfrage der Verbraucher nach Produkten gerecht zu werden, die sich positiv auf ihre kognitive Performance und ihre Gemütslage auswirken. Sie können Milchprodukte als funktionale Lösungen vermarkten, die unser Wohlbefinden über alle Altersklassen hinweg sowohl körperlich als auch mental positiv beeinflussen.

Die Idee der Verbesserung des kognitiven Wohlbefindens ist bei Milchprodukten weltweit insgesamt wenig erschlossen. Nur 12 Prozent der Produkteinführungen in diesem Bereich haben überhaupt einen funktionalen Claim, weniger als 1 Prozent haben den Anspruch, sich positiv auf die kognitive Performance und das Nervensystem auszuwirken. Dabei gibt es immer mehr evidenzbasierte Forschung dazu, dass bestimmte Zutaten auf Milchbasis unsere Stimmung und unser psychisches Wohlbefinden insgesamt positiv beeinflussen.

Bestimmte Probiotika haben das Potenzial, Einfluss auf unseren mentalen Gesundheitszustand zu nehmen. Der Konsum von probiotischen Stämmen aus Milchprodukten beispielweise, darunter Lacticaseibacillus Rhamnosus HN001 von Fonterra (LactoB HN001TM), soll Frauen nach der Geburt helfen, besser mit Depressionen und Angstzuständen umzugehen.

Auch andere Bestandteile von Milch haben einen positiven Effekt auf die Bewältigung von Stress. Mit zunehmendem Alter nimmt der körpereigene Anteil an Phospholipiden, elementaren Bausteinen unseres Gehirns, ab. Das wirkt sich potenziell nachteilig auf unsere kognitiven Fähigkeiten aus und beeinflusst unseren mentalen Energiehaushalt und unsere Konzentrationsfähigkeit. Verdaute Phospholipide aus Milchprodukten können dieses Defizit ausgleichen und uns nachweislich helfen, konzentriert und positiv zu bleiben und so besser mit Stress umzugehen.

Je bekannter die Vorteile von Phospholipiden werden, desto besser können sich Unternehmen über Milchprodukte von der Konkurrenz abgrenzen und dem Wunsch der Verbraucher nach natürlichen Inhaltsstoffen, die die mentale Gesundheit erwiesenermaßen positiv beeinflussen, entsprechen.

Wenn die gesundheitlichen Vorteile entsprechend beworben werden, wird diese Kategorie in Zukunft ein immer größeres Publikum ansprechen. Die momentanen Produkte in diesem Bereich sind eher auf Erwachsene und ein gesundes, aktives Altern ausgelegt. Milchverarbeitende Unternehmen können jedoch auch Jugendliche ansprechen, bei denen die Entwicklung des Gehirns noch nicht abgeschlossen ist und die sich Unterstützung für den Umgang mit ihrem alltäglichen Stress wünschen.

Snacks: Ein Bereich mit zunehmendem Potential

Vor der Pandemie war die Kategorie der funktionalen Snacks einer der Bereiche, der am stärksten gewachsen ist. Durch COVID-19 haben sich die Gewohnheiten und Vorlieben der Verbraucher im letzten Jahr weiter verändert, was diesen Trend noch beflügeln wird.

Verbraucher snacken heute auf jeden Fall anders als vor der Pandemie. Snacks zu Hause sind immer beliebter, das impulsive Snacken unterwegs oder der „On-the-go“-Konsum haben aus Mangel an Gelegenheiten abgenommen. Sie gehören nicht mehr zur täglichen Routine.

Verbraucher stillen mit Snacks mittlerweile nicht mehr nur den kleinen Hunger oder bestimmte Gelüste. Sie nehmen sie auch zu sich, um ihren Stress zu bewältigen oder etwas für ihre mentale Ausgeglichenheit zu tun. Vor Corona waren Snackriegel für unterwegs eine beliebte Wahl. Jetzt, in der neuen Normalität, in der wir uns befinden, spielen Snacks immer noch eine wichtige Rolle. So sagen mehr als die Hälfte der regelmäßigen Snackesser in Großbritannien, dass Snacks ihnen das Gefühl geben, zumindest kurz die Verantwortung abgeben zu können.

Pflanzliche Stoffe, Vitamine und Mineralien führen zwar im Moment noch das Segment der gesunden Snacks an, Milchprodukte haben jedoch hohes Potenzial, vor allem, weil Verbraucher sich nach vertrauenswürdigen, wissenschaftlich fundierten und effizienten Lösungen umschauen, die clean, gesund und lecker sind.

Milchprodukte mit einem Fokus auf mentales Wohlbefinden können beispielsweise mit Inhaltsstoffen wie Lavendel, Kamille, Zitronenmelisse, L-Theanin oder Adaptogenen angereichert werden.

Raum für Innovationen gibt es in jedem Fall genug, und zwar nicht nur bei herkömmlichen Snacks oder Joghurts. So bewerben seit Kurzem Eishersteller den Ballaststoffgehalt ihrer Produkte und nutzen Probiotika, die unsere Darmgesundheit unterstützen sollen. So werden die Produkte auch für Kinder und Eltern attraktiver.

Was bedeutet das für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie?

Verbraucher neigen immer mehr dazu, in stressigen Momenten zu snacken. Gleichzeitig gibt es relativ wenig funktionale Produkteinführungen, die beispielweise unseren Stress reduzieren oder unseren Schlaf verbessern sollen. Genau diese Lücke sollten Lebensmittel- und Getränkeunternehmen schließen.

Dabei sprechen Produkte, die uns helfen sollen, zu entspannen und abzuschalten, zwar in erster Linie berufstätige Erwachsene an, sie sind aber auch mehr und mehr bei älteren Schülern und Studenten beliebt, die sich durch Prüfungen oder andere emotionale Belastungen im Leben eines jeden jungen Erwachsenen gestresst fühlen.

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