Unter seiner Marke Galaxy lancierte das Süßwarenunternehmen Mars erst kürzlich eine neue Reihe veganer Schokoriegel – und leitete für die Firma damit den ersten Vorstoß ins vegane Segment ein. Freilich hat dieses Unterfangen für vielerlei Schlagzeilen gesorgt. Schließlich ist Mars den eigenen Angaben zufolge der erste große Süßwarenkonzern, der eine vegane Alternative zu Schoko-Leckereien auf Kuhmilchbasis anbietet.

Vegane Schokolade kommt an, ist aber noch rar gesät

Mit dem wachsenden Interesse an der veganen Ernährungsweise müssen sich auch Schokoladenhersteller in neues Terrain begeben. Was einige jedoch nicht wissen: Viele Produkte schon seit jeher vegan. Die meisten dunklen Schokoladenspezialitäten auf dem Markt kommen natürlicherweise ohne Milch aus, um nur ein Beispiel zu nennen. Der große Wandel besteht für die Industrie demnach darin, die in einigen Erzeugnissen enthaltene Kuh- mit Pflanzenmilch auszutauschen. Diese Art von milchfreien Produkten ist allerdings noch relativ rar gesät.

Der Globalen Neuproduktdatenbank (GNPD) von Mintel zufolge waren zwischen Dezember 2015 und November 2019 gerade einmal 5 Prozent aller weltweiten Schokoladeneinführungen als vegan ausgezeichnet. Produkte mit veganen Milchersatzstoffen machen noch einen kleineren Anteil aus.

 

Neu im Schokoregal: Die vegane Galaxy-Reihe

 

Briten bevorzugen Milchschokolade

In Großbritannien bevorzugen über 8 von 10 Schokoladenkonsumenten Milchschokolade, das sind fast doppelt so viele wie diejenigen, die zu dunklen oder weißen Varianten greifen. Galaxy erwartet, dass Menschen auch beim Süßwareneinkauf künftig verstärkt auf vegane Optionen achten werden und rüstet sich daher schon einmal für die Zukunft.

Fast ein Viertel der britischen Verbraucher trinkt Pflanzenmilch,  doch das lässt sich nicht so einfach in die automatische Beliebtheit veganer Milchschokoladensorten übersetzen. Um das Marktpotenzial näher zu beleuchten, lohnt sich ein Blick auf den Konsum von Pflanzen-Drinks. Diese werden meist in Heißgetränken oder zusammen mit Müsli und Porridge verzehrt, als Produktzutat finden sie jedoch (noch) selten Verwendung. Ein weiterer Beweis dafür, dass die vegane Galaxy-Reihe für Mars ein wichtiger Schritt nach vorne ist.

Geschmack und Preis müssen stimmen

Trotz ihres zukunftsweisenden Charakters sollte man allerdings nicht vergessen, dass die veganen Schokoriegel von Galaxy geschmacklich und preislich mit anderen Angeboten auf dem Markt mithalten können müssen. Beinahe alle britischen Schokoladenkonsumenten sind sich einig: Geschmack ist ihnen bei der Auswahl von Schokolade am wichtigsten. Einer Mintel-Umfrage zufolge finden 42 Prozent der britischen Galaxy-Käufer die Riegel der Marke lecker. Sollte sich der Geschmack durch die Verwendung von veganer Milch verändern, könnten Verbraucher jedoch nach anderen Optionen Ausschau halten.
Klassischerweise spielt auch der Preis eine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung. Mit 3 Pfund für einen 100-Gramm-Riegel sind die milchfreien Galaxy-Produkte gleich doppelt so teuer wie reguläre Angebote. Trotz des anhaltenden Vegan-Hypes müssen die Hersteller daher auch in den traditionellen Disziplinen Geschmack und Preis überzeugen, wenn sie ihre Konkurrenten übertrumpfen wollen.

 

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