Am 1. April verkündete Burger King, in Kooperation mit dem Hersteller Impossible Foods in ihrer Filiale in St. Louis den Verkauf eines fleischlosen „Impossible Whoppers“ zu testen. Die beiden Gastronomie-Analystinnen Amanda Topper und Trish Caddy bei Mintel erläutern, was diese Entscheidung für die Fast-Food-Kette bedeutet.

Amanda Topper, Associate Director of Foodservice Research, USA:

Am 1. April kündigte die Fast-Food-Kette Burger King an, den traditionellen Whopper nun auch als fleischlose Variante testen zu wollen – dabei handelte es sich allerdings nicht etwa um einen Aprilscherz. Vielmehr liefert das Vorhaben den Beweis, dass der Veggie-Trend nun auch die amerikanische Fast-Food-Branche erfasst. In den Staaten verwenden bereits einige Schnellrestaurants wie White Castle und The Cheesecake Factory die Burger-Patties von Impossible Foods. Sollte sich der Verkauf des Impossible Whoppers in der Burger-King-Filiale als Erfolg erweisen, könnte dies zum bisher größten Deal des Herstellers Impossible Foods führen.

Quelle: Burger King

Mit dieser Initiative versucht Burger King, diejenigen anzusprechen, die Alternativen zu rotem Fleisch suchen. Laut einer Mintel-Studie zu Pflanzenproteinen hat im vergangenen Jahr fast jeder fünfte US-Amerikaner seinen Fleischkonsum reduziert, während rund 40 Prozent versuchen, mehr pflanzenbasierte Lebensmittel in ihre Ernährung zu integrieren. Erste Rückmeldungen in Bezug auf den Impossible Whopper ergaben, dass er beinahe wie das Original schmeckt – ein positives Feedback für Burger King, wenn man bedenkt, dass nur etwas mehr als die Hälfte der Verbraucher der Meinung ist, dass Fleischalternativen auch wie echtes Fleisch schmecken sollten. Daher wird das neue Angebot auch den Geschmack derjenigen treffen, die sonst gerne einen „echten“ Burger verspeisen und nur ab und zu eine Pause vom Fleischkonsum suchen.

Trish Caddy, Senior Foodservice Analyst, UK:

Obwohl der Impossible Whopper momentan nur in den USA getestet wird, lohnt es sich darüber nachzudenken, ob die Idee auch in Großbritannien aufgehen würde.

In den letzten Jahren hat Veganuary im Vereinigten Königreich maßgeblich dazu beigetragen, die Popularität der veganen und flexitarischen Ernährungsweise zu steigern. Früher war es relativ schwer, vegane Mahlzeiten in Restaurants zu finden, und wenn, gab es auf der letzten Seite des Menüs nur eine stark begrenztes Angebot von Salaten und Nussbraten. Die heutigen veganen Optionen bestechen durch ihre einzigartigen Geschmacksrichtungen, Inhaltsstoffe und Zubereitungsarten, wodurch auch immer mehr Fleischesser Speisen auf Pflanzenbasis bestellen.

Durch den Anstieg von Veganern und Vegetariern haben auch eher fleischzentrierte Restaurantbetreiber wie z.B. Burger-Bars die Möglichkeit gewonnen, mit ansprechenden veganen Gerichten zu experimentieren. Britische Verbraucher tendieren dazu, neue Lebensmittel durch ihnen bekannte Speisen zu probieren, ohne sich hierfür zu weit ins Unbekannte wagen zu müssen. Daher würde es der Impossible Burger auch im Vereinigten Königreich den Konsumenten ermöglichen, ein neues Produkt im bekannten Format zu testen. Generell sind es meist Sandwiches, Wraps und Burger, die in Sachen Geschmacksinnovationen an vorderster Front stehen und uns immer wieder aufs Neue begeistern.
Die wahre Herausforderung für ein ähnliches Konzept zu dem Impossible Whopper steckt eher in der Tatsache, dass rund 39 Prozent der britischen Restaurantbesucher Fleischalternativen (z.B. auf Sojabasis) als ungesund erachten. Grund ist dafür die meist lange Zutatenliste, in der sich modifizierte Hefe und verarbeitetes Soja verstecken – und daher bei den gesundheitsbewussten Verbrauchern hierzulande eher auf Kritik stößt.

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