Das Oktoberfest, das 1810 einst zur Hochzeit des Kronprinzen Ludwig in Bayern ins Leben gerufen wurde, hat sich mittlerweile zu einem internationalen Phänomen entwickelt, das auf der ganzen Welt gefeiert wird – in Brasilien, in den USA und sogar in China. Da der diesjährige Fassanstich des zweiwöchigen Fests am Samstag, dem 21. September, nun kurz vor der Tür steht, haben wir die weltweit wachsende Beliebtheit des Oktoberfests zum Anlass genommen, um Deutschlands Einfluss auf den Lebensmittel- und Getränkekonsum im restlichen Europa, in Asien und in Amerika zu beleuchten.

Bier ist das A und O

Das Oktoberfest steht synonym für deutsches Bier, wobei die „Wiesn“ die weltweite Bekanntheit und Beliebtheit des deutschen Produkts weiter gesteigert haben.

Bei chinesischen Erwachsenen, die zwar weniger, dafür aber hochwertigeren Alkohol konsumieren, könnte deutsches Bier gut ankommen. Weizen- und Craft-Biere zählen zu den Sorten, die bei chinesischen Biertrinkern am meisten Anklang finden, denn mehr als die Hälfte aller Chinesen gibt an, schon einmal Weizen- oder Craft-Bier getrunken und für gut befunden zu haben, während über ein Fünftel noch kein Weizen-/Weißbier getrunken hat, dieses aber gerne einmal kosten würde.  Zudem entspricht importiertes Weißbier den dortigen Verbraucherpräferenzen für Premium-Biermarken.

Deutsches Bier erfreut sich weltweiter Beliebtheit

Dieses umverpackte naturtrübe Weizenbier von Oettinger wird in Deutschland hergestellt und nach China exportiert. Es handelt sich dabei um ein unfiltriertes Produkt, das nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut wird, dem zufolge Bier nur aus Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe hergestellt werden darf.

Oettinger Wheat Beer

In Thailand ist das aus Hamburg importierte deutsche Weißbier „Reeper B“ mit der Illustration einer Reeperbahn-Dame versehen.

Reeper B.

Und wenn wir schon von Klischeebildern sprechen, dürfen wir auch das mit dem Text „Original deutsches Weizenbier“ versehene Bier von Denninghoffs Hofjäger nicht vergessen, das in Brasilien getrunken wird.

Hofjäger Beer

Schwein gehabt!

Neben Bier dürfen auf dem Oktoberfest natürlich auch Fleischwaren wie typisch deutsche Würste nicht fehlen. Deutschland ist bekannt für seine Würste und Fleischwaren, der Export gestaltet sich hier jedoch etwas schwieriger. Während in Deutschland hergestellte Produkte problemlos in andere europäische Länder exportiert werden können, haben weiter entfernte Destinationen selbst Produkte entwickelt, die nach deutscher Art bzw. nach einem deutschen Rezept direkt vor Ort hergestellt werden.

In Ecuador kommen z. B. Salchicha Alemana Bratwursts (deutsche Bratwürste) von Bunz auf den Teller − verpackt in den Farben der deutschen Flagge. Die 625-g-Packung enthält vier Würste aus reinem Schweinefleisch.

Bunz German Sausages

 

Die thailändische Thai German Meat Product Company ist ein Joint Venture zwischen der Thai Sausage Co. Ltd und der deutschen Schäfer Fleischwaren GmbH. Ihre Chicken Farmer Sausages werden nach einem authentischen deutschen Rezept hergestellt und in einer Verpackung auf den Markt gebracht, die die deutsche Flagge trägt.

Thai German Meat Products

 

Aus Liebe zum Kraut

Auch deutsche Beilagen gehen um die Welt – sie passen ideal zu einer Bratwurst oder anderen Fleischwaren. In den USA steht beispielsweise das „BBQ Kraut by Mildessa, würzig, rauchig & pikant“ von Hengstenberg in den Supermarktregalen: ein schonend zubereitetes gewürztes Sauerkraut in Barbecuesoße mit würzigem und rauchigem Geschmack. Das Produkt wird gerne zu Burgern, Hot Dogs, Bratwürsten und Spare Ribs gegessen.

Hengstenberg BBQ Kraut

 

 

Und wenn wir schon in den USA sind – was ist bitte praktischer als Sauerkraut aus der Flasche?

Sauerfrau Sauerkraut

Quelle: https://sauerfrau.com/

 

Dieses Produkt von Sauer Frau wird nach einem „alten Familienrezept aus fein geschnittenem, frischem Kohl hergestellt, der bis zur Perfektion gegärt wird… Passt ausgezeichnet zur Bratwurst oder aufs Sandwich.“

 

Deutsches Bier mit geringem oder keinem Alkoholgehalt – der nächste Exportschlager?

Auch wenn die oben genannten Produktbeispiele zeigen, wie gut die traditionelle deutsche Küche weltweit ankommt, sind die Möglichkeiten, eine Verbindung zu den zeitgenössischen deutschen Verbrauchern herzustellen, von solchen Stereotypen weit entfernt.

Während deutsches Bier weltbekannt ist, steigt in Deutschland der Konsum von weniger traditionellen Biersorten mit geringem oder keinem Alkoholgehalt. Obwohl der Bierverkauf im Einzelhandel gemessen am Volumen zwischen 2016–2018 in Deutschland lediglich um 2 Prozent stieg, verzeichneten Biersorten mit geringem oder gar keinem Alkoholgehalt im selben Zeitraum einen Anstieg von beeindruckenden 18  Prozent , was einen Marktanteil von 8 Prozent  ausmacht.

Untermauert wird dies durch die starke Nachfrage der Verbraucher nach diesen Biersorten: 18  Prozent der deutschen Bierkäufer geben an, dass der geringe bzw. nicht vorhandene Alkoholgehalt (3,5 Prozent  oder weniger) eines ihrer Hauptkriterien für den Kauf im Laden oder online sei. Dies könnte damit zu begründen sein, dass knapp ein Drittel der deutschen Bierkäufer der Meinung ist, dass Bier mit geringem Alkoholgehalt gesünder ist als herkömmliches Bier. Besonders jüngere Konsumenten vertreten diese Auffassung: dem stimmten 42 Prozent  der 16- bis 24-Jährigen zu.

Dies deutet auf eine Chance für neue Produktentwicklungen unter den hiesigen Bierbrauern hin, wobei deutsche Produkte mit niedrigem oder keinem Alkoholgehalt auch erfolgreich nach Übersee exportiert werden könnten.

Lebensmittelbranche

Unser internationales Netzwerk von Feldforschern und Lebensmittelanalysten kombiniert Daten, Fachwissen, Prognosen und Innovationen zu umsetzbaren Erkenntnissen, die Sie für Ihre Strategie- und Entwicklungsprozesse nutzen können.

Weiterlesen
© 2019 Mintel Group Ltd. | Datenschutzrichtlinie | Verwendung von Cookies