Anlässlich des diesjährigen Veganuarys 2022 haben drei Mintel-Experten für Food & Drink unserer Teams in London, Düsseldorf und Chicago ihre veganen Top-Trends ausgewählt, die dieses Jahr und in Zukunft angesagt sein werden.

Warum Nachhaltigkeit bei der nächsten Hafermilch das Herzstück bildet

 – Global Food and Drink Analyst, Ophelie Buchet

Als eine noch nachhaltigere Alternative zu tierischer Milch hat Kartoffelmilch das Potenzial, Hafermilch zu ersetzen, ohne dass Verbraucher Kompromisse bei Nährwerten, Preis oder Geschmack eingehen müssen. Unabhängig von Geschmack und Preis steigen Verbraucher vor allem wegen der Umweltverträglichkeit von tierischer auf pflanzliche Milch um. Das trifft vor allem auf junge Verbraucher zu, die hauptsächlich weniger tierische Proteine zu sich nehmen, um die Umwelt zu schützen.

Laut IRI stieg der Umsatz von Hafermilch in den acht Monaten seit August 2021 um 117 Millionen Dollar (100 Millionen Euro). Die Hälfte dieses Anstiegs kam durch die Übernahme von Marktanteilen anderer Pflanzenmilchprodukte, nachdem Hafermilch in den Medien als die nachhaltigste Milchalternative präsentiert wurde.

Kartoffeln sind nur eine Nischen-Zutat in der Produktkategorie der pflanzenbasierten Milchalternativen (laut Mintel GNPD durchschnittlich weniger als 0,2 Prozent der Markteinführungen). Allerdings könnten sehr wichtige Markteinführungen wie der Pflanzendrink auf Kartoffelbasis der Marke DUG das Interesse für die pflanzliche Zutat steigern.

Pflanzendrink auf Kartoffelbasis von „DUG“
Quelle: Mintel GNPD (Globale Neuproduktdatenbank)

Der laktosefreie Kartoffel-Drink von DUG wird als köstliche und cremige Pflanzenmilch beschrieben, die ohne Soja, Gluten und Nüsse auskommt. Das Getränk mit 1,5 % Fett kann wie jede andere Milch verwendet werden.

DUG betont, dass Hafer- und Kartoffelmilch zwar einen vergleichbaren CO2- und Wasser-Fußabdruck haben, Kartoffeln aber im Gegensatz zu Hafer eine doppelt so effiziente Bodennutzung bieten. Kartoffelmilch kann außerdem dazu beitragen, die Verbraucher davon zu überzeugen, dass pflanzliche Milch nicht nur bezahlbar ist, sondern auch über eine hohe Nährstoffdichte verfügt. Der Preis ist nach wie vor das ausschlaggebendste Kaufhindernis in der Produktkategorie der pflanzenbasierten Milchalternativen und die Kartoffel ist laut DUG eine bekannte, günstige Zutat, die zudem frei von den 14 häufigsten Allergenen ist, wenig gesättigte Fettsäuren und wenig Zucker enthält sowie mit Kalzium, Vitamin D, Riboflavin, Vitamin B12 und Folsäure angereichert ist.

Mehr Innovationen im Bereich der pflanzenbasierten Meeresfrüchte 

Global Food and Drink Analyst, Dasha Shor – Chicago

In den letzten Jahren konzentrierten sich die Innovationen im Bereich der Fleischersatzprodukte weitgehend auf Alternativen für rotes und weißes Fleisch, während die Alternativen für Fisch und Meeresfrüchte nach wie vor Nischenprodukte sind. Allerdings haben die Innovationen im Bereich der pflanzenbasierten Meeresfrüchte in letzter Zeit an Fahrt gewonnen. Alternativen für Fisch und Schalentiere sind gerade im Trend und große wie kleine Unternehmen stellen mittlerweile veganen Thunfisch und Räucherlachs her.

Es gibt mehrere Faktoren, die über die gesundheitlichen Vorteile pflanzlicher Ernährung hinaus zum Verbraucherinteresse an Fischalternativen beitragen. Fischersatzprodukte können ökologische und ethische Bedenken ausräumen. Dazu gehören neben der Überfischung auch Bedenken hinsichtlich der Arbeitspraktiken (z. B. das Schälen von Garnelen), der Umweltverschmutzung (einschließlich Mikroplastik) und Krankheiten, die bei Fischen in Zuchtbetrieben auftreten.

Fischersatzprodukte tragen auch zu einer größeren pflanzenbasierten Produktauswahl für Verbraucher bei. Eine Vielzahl von Fischen und Meeresfrüchten eignet sich für innovative Ersatzprodukte auf pflanzlicher Basis und bietet Verbrauchern, die ihre pflanzlichen Proteinquellen abwechslungsreicher gestalten möchten, mehr Vielfalt. Für Verbraucher, die sich bei der Zubereitung von frischem Fisch nicht sicher sind, gibt es Ersatzprodukte in praktischen, leicht zubereiteten Formaten, die das Säubern und Entgräten von Fisch überflüssig machen.

In Zukunft können pflanzenbasierte Fisch- und Meeresfrüchteprodukte auch eine eigene Marktnische bilden. So können Spezies imitiert werden, die selten und gefährdet sind oder deren Fang, Säuberung und Transport sich schwierig und kostenintensiv gestalten, wie bei Seeigel, Blauflossenthunfisch, Stör oder Fischrogen.

Pflanzenbasierte Crab Cakes im New England Style von Good Catch
Quelle: Mintel GNPD (Globale Neuproduktdatenbank)

Die leicht scharfen Crab Cakes auf Pflanzenbasis von Good Catch enthalten 20 Gramm pflanzliche Proteine, haben eine „krabbenfleischähnliche Textur, schmecken nach Meeresfrüchten und sind mit Paprika, Frühlingszwiebeln und Petersilie gewürzt“.

Snackification, ein Umsatzbooster für Fleischalternativen

Senior Food and Drink Analyst, Mintel Deutschland, Valentin Thies

„Snackification“ könnte 2022 ein wichtiger Katalysator für ein weiteres Umsatzwachstum von Fleischalternativen in Deutschland werden. Unter Snackification versteht man das Ersetzen der üblichen Mahlzeiten durch Snacks, die man über den Tag verteilt. Der Markt für Fleischalternativen wird hier zunehmend mit Produkten gesättigt, die auf die Hauptmahlzeiten abzielen (z. B. Burger), sodass kleinere Snackformate neue kulinarische Gelegenheiten für Flexitarier bieten könnten.

Obwohl mehr als die Hälfte der deutschen Snack-Liebhaber mindestens einmal am Tag einen Snack vernascht, bleibt das Thema für viele Marken, die Fleischalternativen anbieten, unerforscht. Jüngere Verbraucher, insbesondere die 16- bis 24-Jährigen, bieten in unserem Land eine wichtige Chance: Fast sechs von zehn Verbraucher snacken mindestens einmal pro Woche lieber, anstatt eine richtige Mahlzeit zu sich zu nehmen. Somit treiben sie die Nachfrage nach ökologischen und gesundheitsverträglichen, pflanzenbasierten Lebensmitteln voran.

Snacks aus Fleischalternativen müssen eine Qualität liefern, die sie zu einer würdigen und flexiblen Alternative zu Hauptmahlzeiten machen. Neben organoleptischen Eigenschaften wie Geschmack, Textur und Farbe sollte der Fokus auf Merkmale wie einem starken Sättigungsgefühl und einer hohen Nährstoffdichte (d. h. das Verhältnis von nützlichen Nährstoffen zu Kalorien) gerichtet sein. Snacks aus Fleischalternativen können trendige Zutaten wie Erbsenprotein in Szene setzen. Diese sind sättigend und verbessern die Nährstoffdichte. Darüber hinaus gewährleisten in Marketingbotschaften Themen, die sich darum drehen, den Hunger in Pausen zu stillen, Aufmerksamkeit (z. B. „Have a break, have a KitKat“).

Der deutsche Marktführer für Fleischalternativen Rügenwalder Mühle hat 2021 den Snackification-Trend angezapft und einen haltbaren vegetarischen Salami-Snack eingeführt, der reich and Proteinen und ungesättigten Fettsäuren ist. Das Unternehmen konkurriert mit anderen Fleischsnack-Marken um Verbraucher, die ihren Fleischkonsum reduzieren wollen.

Vegetarischer Mühlen Snack Typ Salami
Quelle: Mintel GNPD (Globale Neuproduktdatenbank)

Der Vegetarische Mühlen Snack Typ Salami aus Weizen von der Rügenwalder Mühle ist gegart und geräuchert. Laut Hersteller ist das haltbare Produkt  eine hervorragende Eiweißquelle, reich an ungesättigten Fettsäuren, zuckerarm und frei von zugesetzten Aromen und Laktose.

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