Der Nachhaltigkeitstrend hält sich auch weiterhin in der Kosmetikindustrie: Mehr denn je wissen die Verbraucher von heute über Inhaltsstoffe Bescheid und greifen nach Pflegeartikeln, die sie als unbedenklich erachten. Allerdings empfindet über ein Drittel der Kosmetikkäuferinnen die Wirksamkeit eines Produkts wichtiger als dessen inhaltliche Zusammensetzung. Für Naturkosmetikhersteller heißt das, dass sie bei Innovationen auf effiziente Rezepturen mit sicheren Inhaltsstoffen setzen müssen. Die Coronakrise wird hinsichtlich der Verbrauchererwartungen über Kosmetik- und Hygieneartikel einige Spuren hinterlassen, vor allem wenn es um Inhaltsstofflisten und die Produkthaltbarkeit geht.

Covid-19 als Katalysator für Clean Beauty

Clean Beauty musste sich von Anfang an die sich ständig verändernden Verbraucherbedürfnisse anpassen. Was als Trend zu natürlichen Inhaltsstoffen begann, entwickelte sich zu einer größeren Bewegung, die heute weitere Aspekte wie etwa die Transparenz über Herstellungsprozesse umfasst.

Sicherlich wird Clean Beauty nicht so schnell von den Regalen verschwinden; jedoch können wir davon ausgehen, dass das Coronavirus Einfluss auf dieses Segment nehmen wird. Einer Mintel-Umfrage zufolge gibt über die Hälfte der deutschen Kosmetikverbraucher an, die Inhaltsstoffe in ihren Schönheitsprodukten nicht zu verstehen. Obgleich Verbraucherinnen von Naturkosmetik künstliche Konservierungsstoffe aufgrund diverser Sicherheitsbedenken bisher vermieden haben, gehen wir durch die Coronakrise davon aus, dass die Verbraucher diese Inhaltsstoffe künftig eher tolerieren werden, solange Marken offen über die Effizienz und Unbedenklichkeit für Umwelt und Gesundheit ihrer Produkte informieren.

Unbedenkliche Rezepturen und ausgeklügelte Formate gefragt

Der Virusausbruch wird die Auffassung einiger Konsumenten, nämlich dass natürliche Produkte nicht immer besser sind, weiter vorantreiben. Laut einer amerikanischen Mintel-Studie zu Clean Beauty findet über ein Zehntel der Verbraucher, dass Naturkosmetikprodukte zu schnell ablaufen. Die Zukunft von „cleanen“ Rezepturen wird sich daher auf unbedenkliche synthetische Inhaltsstoffe stützen, die die Produkthaltbarkeit verbessern können. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Verbraucher die Inhaltsstofflisten aufs Genaueste prüfen werden und Marken zu einer transparenten Kommunikation über die Zusammensetzung ihrer Pflegeartikel sowie die Ursprünge und Wirkkraft ihrer Inhaltsstoffe angehalten sind.

Mit Blick auf Neuproduktentwicklungen sind beispielsweise wasserfreie Produktentwicklungen im Puderformat interessant, mit denen Hersteller sowohl auf gesundheitliche wie auch auf Umweltbedenken reagieren könnten. Der Vorteil von wasserfreien Rezepturen ist, dass sie ohne Konservierungsstoffe und mit weniger Verpackungsmaterialien auskommen.  In Deutschland zeigen drei von fünf Konsumenten Interesse an solchen Produkten, haben diese allerdings noch nicht ausprobiert.

Weiteres Potenzial bieten Stick- und Sprayformate, die die Oberflächenübertragbarkeit von Bakterien und Viren verringern – dank diesen Formaten lässt es sich nämlich vermeiden, sich im Gesicht zu berühren. Ein weiterer Knackpunkt wird die Reinigung  und Aufbewahrung von Utensilien wie etwa Make-up-Pinseln und Hautpflegegeräten  sein. Marken können Verbraucher beispielsweise mit Tipps und Tricks unterstützen, um ihre Tools zu reinigen, ohne dabei die Wirksamkeit und Sicherheit der Produkte zu beeinträchtigen.

Unser Fazit

Die durch die Pandemie verursachte Angst und Unsicherheit führt zu einem größeren Bedarf an zuverlässigen und sicheren Kosmetikprodukten. Produkte, die das Kontaminationsrisiko durch die Verwendung von ausgeklügelten Formaten mindern und sich länger im Badezimmerschrank halten, könnten sich als erfolgsträchtig erweisen. Dabei werden Marken, die auf eine transparente Kommunikation setzen und Bereitschaft zu Maßnahmen zur Gewährleistung der Produktsicherheit unter Beweis stellen, auch auf lange Frist von den Verbrauchern belohnt.

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