Während beider Lockdowns haben die Verbraucher ihre Prioritäten neu gesetzt, selbstverständlich auch wenn es um Kosmetika und Hautpflege geht. Durch die verstärkte Nutzung der sozialen Medien müssen Kosmetik- und Pflegemarken ihre Marketingstrategien erneut überdenken.

Die neue Ära der “Skinfluencer”

Bereits im ersten Lockdown zeichnete sich ein verstärktes Interesse für TikTok-Influencer ab. Wie der Guardian erklärte, hat die neue Generation der Beauty-Influencer – auch Skinfluencer genannt – durch die verstärkte Nutzung von Social Media Aufwind erfahren und stark an Popularität gewonnen. Dies wiederum beflügelte auch die Nachfrage nach bestimmten Produkten.

Bildquelle: The Guardian

„Skinfluencer“ Hyram Yarbro, 24, hat mit seinem Online-Geschäft 265.000 US-Dollar erwirtschaftet. Ihm folgen 6,6 Millionen Abonnenten auf der Plattform TikTok und knapp 4 Millionen Zuschauer auf YouTube.

Kategorien und Segmente, die sich den Themen Wohlbefinden und Achtsamkeit angenommen haben, haben seit Beginn der Pandemie besser abgeschnitten als etwa Farbkosmetika und Parfüms. Aufgrund der Maßnahmen zur Minimierung der sozialen Kontakte sahen sich Letztere mit rückläufigen Verkaufszahlen konfrontiert. Indessen haben Beauty-Influencer, Marken und Einzelhändler vor allem die Hautpflege-Kategorie beflügelt.

Das Vermarktungspotenzial von TikTok effektiv nutzen

Bildquelle: Teen Vogue

Facebook und YouTube sind für Beauty-Marken unerlässlich, um größere Zielgruppen zu erreichen. Neuerdings sind es jedoch TikTok-Nutzer, die sich pflegetechnisch von den sozialen Netzwerken inspirieren lassen. Sicherlich sind die Nutzer auf der Platform jünger als etwa Facebook-User. Dennoch zeigt dies,  welches Vermarktungspotenzial in TikTok steckt – insbesondere mit Blick auf jüngere Zielgruppen. Obwohl TikToks Einfluss auf das Kaufverhalten derzeit noch begrenzt ist, wird sein Einfluss aufgrund seiner populären, experimentellen Inhalte weiter wachsen.

Authentische und vertrauenswürdige Ratschläge gefragt

Bildquelle: jc.dombrowski

Der Meeresbiologie-Student J.C. klärt seine 2,9 Millionen TikTok-Follower über Meereswesen bis hin über den Alterungsprozess unserer Haut auf und bewertet in diesem Kontext auch bekannte Hautpflegemarken.

Der Einfluss der sozialen Netzwerken auf die Kosmetik- und Hautpflegebranche ist immens; laut einer Mintel-Studie hat über ein Drittel der britischen Onlinekäufer Produkte gekauft, die ihnen auf Social Media beworben wurden. Der Einfluss von Social-Media-Persönlichkeiten steht jedoch weiterhin zur Debatte, da die Verbraucher skeptisch sind, wie vertrauenswürdig ihre Empfehlungen sind. In Großbritannien vertrauen beispielsweise über zwei Drittel der Social-Media-Nutzer nicht darauf, dass Influencer die von ihnen beworbenen Produkte wirklich mögen. Infolgedessen müssen Marken bei der Zusammenarbeit mit Influencern auf deren Authentizität achten und diese hervorheben.

Der Erfolg diverser Social-Media-Persönlichkeiten deutet jedoch darauf hin, dass sie die Kaufentscheidungen von Subgruppierungen beeinflussen können, wobei vor allem diejenigen, die glaubwürdige Ratschläge geben, weiter an Popularität gewinnen werden.

Unser Fazit

Das „Gedränge“ in den sozialen Medien wird dichter, denn immer mehr Marken und Influencer buhlen um die Aufmerksamkeit der Social-Media-Nutzer. Für  Beauty- und Pflegemarken besteht die Hauptherausforderung darin, Verbrauchern die  besten Informationen und Ratschläge zu liefern, die sie von der Masse herausstechen lassen.

Authentizität wird unerlässlich sein, um sich von der Masse abzuheben. Dies wird zu einer Verlagerung weg von Partnerschaften mit Social-Media-Persönlichkeiten führen. Stattdessen wird Fachwissen zu einem der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale, was bedeutet, dass Pflegeexperten mit wissenschaftlicher Expertise zurate gezogen werden, um Vertrauen in Versprechen und Produktempfehlungen aufzubauen. Eine noch stärkere Bindung kann mittels nutzergenerierter Inhalte und Peer-to-Peer-Marketing erfolgen. All dies wird zu einer diverseren und dynamischeren Interaktion mit Zielgruppen führen – was dem Marketingbestreben wiederum mehr Authentizität und Gewicht verleiht.

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