Die Natural & Organic Products Messe in London gilt als etablierter Innovationshub rund um die Themen Gesundheit, Beauty, Wellness und nachhaltiger Lifestyle. Genau das macht sie zu einer großartigen Plattform, um ethisch-nachhaltige Kosmetikmarken zu entdecken, welche die von Mintel identifizierten Trends gekonnt umsetzen.

Sub-Zero Waste

Seitdem Mintel „Sub Zero Waste” als kommenden Trend für die Beauty-Industrie identifizierte, haben sich eine Reihe von Marken nachhaltiger Praktiken zugewandt, um unnötige Plastikverpackungen zu vermeiden und gleichzeitig mehr Transparenz zu gewähren. Die Marke für Perioden- und Toilettenprodukte Natracare/a> führte die Safe To Flush Feuchttücher ein, die aus kompostierbaren und plastikfreien Materialien gefertigt werden und keine Holzspäne oder andere Rückstände im Wasser hinterlassen, wodurch sie umweltfreundlich sind und die strengen Wasservorschriften in Großbritannien erfüllen.

Geht es um die Abfallverringerung, steht vor allem die Verpackung im Fokus. Auf der Messe stellte Balade en Provence feste Shampoos und Seifenstücke vor, die in recycelbaren Packungen verkauft werden. Die Konjac Sponge Company stellte außerdem eine neue FSC-zertifizierte Verpackung mit einem einem biologisch abbaubaren Plastikfenster aus Celluloseacetat vor.

Andere interessante Hersteller haben außerdem einen cleveren Weg für den Ersatz von Mikroplastik und für das Upcycling von Essensresten gefunden. Fruu bietet beispielsweise eine Linie natürlicher Lippenbalsame an, die Nebenprodukte von verarbeiteten Fruchtabfällen enthalten. Somit ist die Kosmetikmarke in der Lage, kleine Fruchtbauern finanziell zu unterstützen. Lokal geht es auch bei UpCircle (ehemals Optiat) zur Sache: So finden sich in den Gesichts- und Körperpeelings der Marke benutzter Kaffeesatz und Chai-Gewürze aus den edelsten Cafés Londons wieder.

Wasserfreie Kosmetika

Ein weiterer Mintel-Trendreport „Wasser: Der neue Luxus“ zeigt, welche neuen Inhaltsstoffe erschlossen werden können und wie Marken Wasser recyceln oder für ihre Produkte sogar ganz ohne auskommen können. Die Gründer des britischen Herstellers True Skincare, Clockface Beauty und Poapoa haben mit uns über ihre Mission gesprochen und welche Hürden sie bei der Entwicklung von wasserfreien Rezepturen gemeistert haben.

Die Gründerin von True Skincare, Emma Thornton, erzählte uns in einem Gespräch, wie sie der oben genannte Trendreport für die Entwicklung wasserfreier Produkte inspirierte – nicht nur um wertvolle Umweltressourcen zu schützen, sondern  auch, um effizientere Produkte auf Konzentratbasis zu kreieren. Die größte Herausforderung bestand für sie in der Entwicklung des neusten Produkts, das auch auf der Messe vorgestellt wurde: Der bio-zertifizierten Reinigenden Gesichtsmaske mit Matcha-Tee.

Hierzu erklärt Emma: „Ich wollte den Konsumenten ein Spa-Erlebnis für Zuhause ermöglichen, und das mit einer Maske, die mit einer luxuriösen Textur verwöhnt und gleichzeitig umweltfreundliche Inhaltsstoffe enthält. Nach monatelangem Experimentieren haben wir schließlich die passende Rezeptur gefunden, die ohne Wasser auskommt. Dadurch erinnert sie in der Konsistenz zunächst an Knete, die beim Auftragen durch die Körperwärme zu einer Creme auf Ölbasis verschmilzt. Der Mix aus Matcha-Tee, Kaolin, Shea-Butter, Rosmarin-, Jojoba- und Geraniumölen verwöhnt die Haut und hilft dabei, Unreinheiten zu besiegen.“

Clockface Beauty ist eine weitere britische Hautpflegemarke, die sich der Entwicklung von wasserfreien Produkten ohne Konservierungs- und Zusatzstoffe verschrieben hat. „Wenn man mit neuen wasserfreien Rezepturen experimentieren möchte, stößt man bei der Textur oft an die Grenze – doch gerade diese spielt bei Hautpflegeprodukten eine wichtige Rolle. Will man ein Pflegeprodukt erhalten, das sich toll anfühlt und den Verbraucher anspricht, muss das Mischverhältnis der Inhaltsstoffe exakt stimmen,“ schildert Gründerin Sarah Thomas.

Zu den Produkten des Herstellers Poaoa gehören nachhaltige Duschgele, Shampoos und Seifenstücke ohne Wasserzusatz, die statt chemischer Tenside alternative Inhaltsstoffe aus der Kokosnuss enthalten. Auch Marco Rovagnati, Geschäftsführer der Marke, war klar, dass er den Verbrauchern Produkte mit größerem Mehrwert bieten wollte, die zusätzlich eine positive Ökobilanz vorweisen.

Fokus auf Wellness & Self-Care

Über die Hälfte der britischen Verbraucher ist der Meinung, dass mehr Menschen Zugang zu Produkten und Dienstleistungen haben sollten, die das allgemeine Wohlbefinden fördern. Viele auf der Messe präsenten Hersteller haben dies unseres Erachtens nach verstanden und auf Lösungen hingearbeitet, die Verbraucher bei der Stressbewältigung unterstützen.

Die „Ritual-Kits“ von The Owl & The Apothecary ermutigen Frauen beispielsweise dazu, positive Veränderungen in ihrem Leben anzunehmen. Räucherbündel, sogennante „Smudge Sticks“,  sollen dabei helfen, negative Energie loszuwerden, während Kerzen die Entscheidungsfindung fördern und ausgewählte Kristalle die Gefühle leiten sollen.

Außerdem zu sehen gab es auf der Messe die Badesalze von Westlab Alchemy, die nicht nur körperlich reinigen, sondern auch einen erholsamen Schlaf und Entspannung garantieren sollen – und somit einen klärenden Effekt auf die Psyche und das eigene Wohlbefinden haben.

CBD und Hanf werden Mainstream

Anfang 2018 identifizierte Mintel CBD als Inhaltsstoff mit Trendpotenzial – dessen Popularität war  auf der diesjährigen Messe nun tatsächlich unverkennbar.

Eco by Sonya Driver enthüllte beispielsweise das Hempitan Body Tan Water auf Basis von Bio-Hanf, Hyaluronsäure und Kakao.

In der Reihe der kroatischen Marke CBD Beauty Arsenal finden sich beruhigende Anti-Ageing-Produkte mit nicht-psychoaktivem Hanfextrakt, welche sich die entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften der Pflanze zunutze machen. Die kürzlich gelaunchte Complete+ CBD Body Lotion enthält neben Macadamia-, Jojoba- und Kokosnussölen auch Shea-Butter, Calendula, Lavendel, wilde Karotte, Rosmarin, Aloe Vera, Schachtelhalm und Beinwurz. Durch diese Rezeptur wollte die Marke den Anspruch erfüllen, CBD-Produkte mit biozertifizierten Inhaltsstoffen qualitativ hochwertiger zu machen.

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