Eigentlich ist Nachhaltigkeit kein neues Thema in der Haushaltspflegebranche, hat sich jedoch im Laufe der Zeit wie auch in anderen Kategorien von der Nische zum Mainstream gewandelt. So wurde die grüne Haushaltsmarke Ecover bereits 1979 ins Leben gerufen – mit dem Ziel, phosphatfreie Reinigungsprodukte herzustellen.

Heute übernehmen Menschen viel mehr Verantwortung für ihre Entscheidungen als früher. Selbst in der Haushaltspflege sind sie mittlerweile stärker dazu bestrebt, die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen. In Italien zum Beispiel hat etwas über ein Drittel der Käufer umweltfreundlicher Haushaltspflegeprodukte mehr grüne Putzmittel gekauft als noch vor 12 Monaten.


Das erste Ecover-Produkt in Mintels Globaler Neuproduktdatenbank (GNPD) im Jahr 1997

Grüneres Image sorgt für mehr Resonanz

Der größere Fokus auf Nachhaltigkeit geht mit einer Art Verjüngungskur einher. So arbeiten die neuen Haushalts-Brands von Prominenten wie Courtney Cox, vielen bekannt als Monica der US-Sitcom Friends, und Kris Jenner, der Mutter von Kim Kardashian, an einem grünen, „cooleren“ Branchenimage – das kommt insbesondere seit Beginn der Pandemie gut bei den Verbrauchern an.

Auch wenn solche Schritte oberflächlich betrachtet trivial erscheinen mögen, zeigen sie doch, wie sehr die Branche im Blickpunkt steht und wie groß die Chancen für Marken sind, die es richtigmachen wollen. Daten des „Sustainability Barometers“ von Mintel bezeugen, inwieweit die Verbraucher der Meinung sind, dass die Hersteller von Haushaltspflegeprodukten eine Verantwortung für den Umweltschutz haben.

Quelle: Instagram

Grüne Sparte wird umkämpfter

Mintels Globaler Neuproduktdatenbank (GNPD) zufolge ist der Anteil der Produkte mit ethischen und/oder ökologischen Werbeversprechen in der Kategorie der Oberflächenreiniger im Jahr 2021 auf 71 Prozent gestiegen. Das bedeutet, dass es bereits jetzt zu einer Herausforderung geworden ist, die Verbraucher inmitten der bestehenden Konkurrenz mit einer ökologischen Positionierung zu überzeugen.

Ressourcenschonend ist „in“: Die Einführung von Reinigern in konzentrierten Formaten hat sich weiter durchgesetzt, was den Vorteil hat, dass weniger Plastik für die Verpackung benötigt wird und die Wiederverwendung bestehender Plastiksprühflaschen gefördert wird. In Supermärkten wie Tesco und Aldi sind inzwischen preisgünstigere Eigenmarkenversionen dieser Produkte erhältlich, was die schnelle Akzeptanz jener Innovationen unterstreicht.


Konzentrierte Nachfüllpackungen von Eigenmarken sind nun in Supermärkten im Vereinigten Königreich und in Deutschland erhältlich

Die geringere Transportlast von Produkten in kompakteren Formaten, wie z. B. konzentrierten Reinigern, gilt in Bezug auf den Kohlenstoffausstoß ebenfalls als Vorteil. Die Reinigungstabletten von Eco2Pur zeichnen sich durch geringere Kohlenstoffemissionen und weniger Kunststoffabfälle aus.


Der Bad- und Toilettenreiniger von Eco2Pur soll Plastikmüll und Kohlenstoffemissionen reduzieren

Abgesehen von Verpackungen gibt es immer mehr Marken, die versuchen, ihre Haushaltsprodukte zirkulärer zu gestalten, indem sie Abfallstoffe aus anderen Industrien als funktionale oder duftende Komponenten verwenden.


Das Spülmittel von Via Verde Eco Primia reinigt mithilfe von biologisch abbaubaren Tensiden aus Lebensmittelabfällen von Zuckerrüben und Weizen

 

Eine nachhaltige Zukunft gestalten

Viele Unternehmen der Reinigungsbranche haben sich verpflichtet, ihren Kohlenstoff- oder Plastikfußabdruck zu verringern. Für diese Unternehmen ist es wichtig, die Verbraucher kontinuierlich über ihre Versprechen, Fortschritte und Pläne zur Erreichung der von ihnen gesetzten Meilensteine zu informieren.

Der Kontext bestimmt hierbei alles. Bezugslose Informationen und Zahlen vernebeln das Thema und erschweren die Nachvollziehbarkeit. Besonders wichtig ist dies bei relativ neuen Konzepten wie z. B. bei der Reduktion von Kohlenstoff in Lieferketten, mit denen Verbraucher nur wenig Berührungspunkte haben. In Deutschland und Frankreich sind fast drei Viertel der Käufer von Haushaltspflegeprodukten der Meinung, dass Marken mehr Beweise für ihre umweltfreundlichen Behauptungen liefern sollten.

Von keinem Unternehmen kann oder sollte erwartet werden, dass es allein bedeutende Veränderungen herbeiführt. Stattdessen müssen sich die Unternehmen – auch neben ihren Wettbewerbern – als Teil eines Kollektivs sehen. Unternehmen, Regierungen und Akademiker sind auf dem Weg zur Nachhaltigkeit wichtige Akteure. Nur gemeinsam können sie einen echten Wandel herbeiführen und die Haushaltspflege als eine führende Branche auf dem Weg in eine nachhaltigere Zukunft positionieren.

 

Seien Sie beim Messevortrag von Richard Hopping mit dabei!

Richard Hopping, Category Director, Household Care bei Mintel, nimmt am 29. März 2022 an der Prager Messe „Cleaning Products Europe“ teil und wird über die Zukunft der Nachhaltigkeit von Haushaltsreinigungsprodukten sprechen. Hier können Sie sich für das Event registrieren. Mit dem Code CPEU22MINT sparen Sie 10 % des Ticketpreises.

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