Mit Ballaststoffen angereichertes Wasser hat auf dem globalen Getränkemarkt Einzug gehalten. Laut der Global New Products Database (GNPD) von Mintel stieg in den letzten 12 Monaten die Anzahl der Wassereinführungen mit der Auslobung „hohe/zugesetzte Ballaststoffe“ um mehr als 200 Prozent an, wenn auch von einer kleinen Ausgangsbasis. Dabei zeichnet sich der asiatische Markt als klarer Innovationsführer ab.

Führende Getränke-Giganten wie Coca Cola haben diesen Trend bereits erkannt und Ballaststoff-Wasser in ihren Produktmix aufgenommen. Gutes Beispiel dafür ist das Flavoured Fibre Water von Chun Yue, das von Coca Cola 2018 in China eingeführt wurde. Ebenfalls vergangenes Jahr lancierte die Marke Philippine Spring Water Resources das Nature’s Spring Fibre Water, welches Weizendextrin enthält – ein Inhaltsstoff, der dazu beitragen soll, ein gesundes Verdauungssystem zu erhalten.

Gesunde Verdauung rückt in Asien in den Fokus

Forschungsergebnisse von Mintel ergaben, dass über ein Viertel der Chinesen über Verdauungsstörungen klagen und sogar über die Hälfte indonesischer Stadtbewohner auf funktionelle Lebensmittel und Getränke zurückgreifen, um ihre Verdauung zu unterstützen. In Asien besteht für Unternehmen daher die Möglichkeit, das Verbraucherinteresse an einer verbesserten Verdauungsgesundheit für die Neuproduktentwicklung zu nutzen.

Ballaststoff-Drink mit Johannisbeere von Fiberwater (Malaysia)
Dieses Getränk ist reich an Ballaststoffen und kommt ohne Zucker und Fettstoffe aus. Laut dem Hersteller sollen die enthaltenen Ballaststoffe eine gesunde Darmflora aufrechterhalten.

Aromatisiertes Ballaststoff-Wasser von Chun Yue (China)
Jede Flasche dieses zuckerfreien Getränks enthält 7,2 Gramm zugesetzte Ballaststoffe und soll dem Konsumenten mehr Energie verleihen.

Positionierung als Diät-Getränk

In den Werbematerialien von Chun Yue wird der Ballaststoff-Drink als Diät-Getränk positioniert, das positiven Einfluss auf die Fettverdauung haben soll und daher ideal für diejenigen geeignet ist, die auf eine schlanke Linie achten wollen.

Resistentes Dextrin, das auch in dem in Japan lancierten Coca-Cola Plus enthalten ist, soll die die Fettaufnahme unterdrücken und dazu beitragen, den Triglycerid-Spiegel nach dem Essen zu senken. In Japan ist das Getränk des amerikanischen Getränkekonzerns deshalb als sogenanntes “Food for Specified Health Use” (FOSHU) zugelassen. FOSHU bezieht sich auf Lebensmittel, die funktionelle Inhaltsstoffe mit nachgewiesenen gesundheitlichen Vorteilen enthalten. Dextrin soll beispielsweise positiven Einfluss auf Magen-Darm-Beschwerden haben.
Dementsprechend kann Ballaststoff-Wasser als Getränk mit Sättigungsvorteilen wie auch als ideales Getränk zu Mahlzeiten positioniert werden, das sich an diejenigen richtet, die ihr Gewicht im Auge behalten wollen.

Ballaststoffe gegen das Hungergefühl

Abgesehen von FOSHU in Japan gibt es in anderen Teilen des asiatisch-pazifischen Raums keine speziellen Lebensmittelvorschriften, die eine offizielle Gesundheitsauslobung bezüglich des Zusammenhangs von Ballaststoffkonsum mit Fettabsorption, Sättigung, Gewichtskontrolle und anderen gesundheitlichen Vorteilen ermöglichen. Laut Mintel-Forschung greifen Indonesier und Thailänder gerne zu funktionellen Lebensmitteln und Getränken, um ihr Sättigungsgefühl länger zu erhalten. Daher kann auch Ballaststoff-Wasser von der Nachfrage nach sättigenden Nahrungsoptionen profitieren.

Weltweit sind Verbraucher daran interessiert, mehr Ballaststoffe in ihre Ernährung zu integrieren. Laut der Mintel GNPD hat sich in den letzten drei Jahren auch in Europa der Anteil der Getränke mit der Auslobung „reich an Ballaststoffen“ etwas mehr als verdoppelt. Dies zeigt, dass solche Produkte nicht nur in Asien, sondern auch in anderen Ländern Potenzial bieten.

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