Das Coronavirus legt in China den Einzelhandel lahm: Viele Verbraucher scheuen sich davor, in Geschäften einkaufen zu gehen und bevorzugen die Bestellung übers Internet, was nun viele Branchen unter immensen Druck setzt. Die Regierung hat jedoch schnell und proaktiv reagiert, um die Verbreitung des Erregers so gut wie möglich im Zaum zu halten.

Auswirkungen der Ausgangssperre

Die Pandemie löst weltweit Besorgnis aus, wodurch sich Menschen nun verstärkt um ihr Immunsystem und um hygienische Maßnahmen kümmern. Durch die Ausgangssperre kaufen die meisten Chinesen bevorzugt online ein und beschränken sich auf Güter des täglichen Bedarfs wie etwa Frischwaren.

Ausgangssperren ziehen in der Regel in allen Ländern wirtschaftliche Folgen nach sich, vor allem für Transport- und Reiseunternehmen wie etwa Fluggesellschaften und Hotelketten. Der eingeschränkte Reiseverkehr fordert jedoch auch vom stationären Einzelhandel und der Gastronomie-Branche Chinas Tribut. Zudem führen die eingeschränkten Transportmöglichkeiten zu Verzögerungen bei Güterlieferungen, wodurch Lagerbestände schrumpfen und es länger dauert, diese wieder aufzufüllen.

Das Einkaufsverhalten in Zeiten der Coronakrise

Onlinehandel wird zur Norm

Vor dem Pandemieausbruch gaben in einer Mintel-Untersuchung drei Viertel der chinesischen Verbraucher an, mit Familie und Freunden über soziale Netzwerke zu kommunizieren. So auch die Altersgruppe über 55 Jahren, die Informationen zur gesunden Ernährung über Apps wie WeChat einholten. Ihr Interesse und die Möglichkeit, sich mit ihrem sozialen Umfeld auszutauschen heißt allerdings nicht automatisch, dass sie ihre Nahrungsmittel online beziehen. Komplizierte Website- und App-Gestaltungen machen es Senioren schwer, sich in Online-Stores zurechtzufinden und können daher eine Barriere zum Online-Kauf darstellen.

Wenn Unternehmen und Marken nutzerfreundliche und vereinfachte Portale auf WeChat nutzen würden, um Einkäufe zu tätigen, könnte dies zu einer höheren Akzeptanz und zu mehr Online-Lebensmitteleinkäufen dieser Altersgruppe führen. Während des Ausbruchs gründete ein Lebensmittelhändler eine WeChat-Gruppe für sein lokales Viertel, um die Menschen dort über die Verfügbarkeit verschiedener Produkte per Fotos und Videos aufmerksam zu machen und ermunterte auch Ältere dazu, über das Internet einzukaufen. Die Ware wird jeden Morgen geliefert und in der Nachbarschaft auf Regalen draußen zur Selbstabholung aufgestellt.

Eine weitere Entwicklung ist das gestiegene Verbraucherinteresse an Lebensmitteln vom Bauernhof, da sie diese im Vergleich zu Supermarktwaren als sicher erachten. In China haben Bauern, die ihre Produkte sonst in lokalen Supermärkten vertreiben, haben nun auch per WeChat Kontakt zu potenziellen Kunden aufgenommen. Käufer von Frischwaren – vor allem Ältere – haben per App die Möglichkeit, größere Gruppeneinkäufe zu tätigen und diese zu einem vergünstigten Preis zu erhalten. Da diese Generation Mintel-Umfragen zufolge großen Wert auf das Preis-Leistungs-Verhältnis legt, kam es während des Pandemieausbruchs vermehrt zu solchen Gemeinschaftseinkäufen.

Masseneinkäufe ersetzen den täglichen Shopping-Trip

Vor dem Ausbruch sind die meisten Verbraucher meist täglich zum Supermarkt gegangen, um sich für die nächsten paar Tage einzudecken. Während der fortschreitenden haben viele den Rat befolgt, zuhause zu bleiben und weniger oft nach draußen zu gehen, um soziale Kontakte zu meiden. Das wirkt sich natürlich auch auf die Größe des Einkaufskorbs aus, denn viele horten ihre Vorräte nun für die gesamte kommende Woche. Es kann sein, dass sich dieses Verhalten langfristig beibehält und Hersteller die Nachfrage mit größeren Formaten bedienen müssen.

Auf was müssen wir uns noch gefasst machen?

Die Coronakrise hat Verbraucher gelehrt, wie wichtig Hygiene und Lebensmittelsicherheit sind. Als Reaktion auf die wachsende Verbraucherbesorgnis könnten Technologien, die mehr Transparenz über Produktbeschaffung und -herstellung geben in naher Zukunft gängig werden. Masseneinkäufe sind momentan zum Standard geworden, wobei sich zeigen wird, ob die Verbraucher zu ihren vorherigen Kaufverhalten zurückkehren werden oder ob sie einige Produkte weiterhin in größeren Mengen per Internet bestellen.

Etwas Gutes hat die derzeitige Situation dennoch: Durch die Krise haben ältere Konsumenten den Vorteil von Online-to-offline-Modellen wie z.B. die Bestellungsmöglichkeiten über WeChat erkannt und zu schätzen gelernt. Sobald die Welt wieder zur Normalität umkehrt, sollten Unternehmen und Marken diese Entwicklung aufrechterhalten und zielgruppengerechte Angebote für ältere Generationen entwickeln.

Treten Sie mit uns in Kontakt, wenn Sie wissen wollen, wie Mintel Sie in der derzeitigen Situation unterstützen kann.

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