Am 15. Juli steht erneut der Amazon Prime Day vor der Tür, weswegen wir einen genauen Blick auf die potenziellen Strategien des Einzelhändlers werfen möchten. Die zwei Hauptziele werden sein, bestehende Mitglieder zu einem Upgrade zu bewegen wie auch neue Mitglieder aus Haushalten mit niedrigerem Einkommen zu gewinnen. In diesem Artikel stellen wir Ihnen weitere Prognosen für das diesjährige Verkaufsevent vor.

Das derzeitige Prime-Day Ökosystem

Amerikanische Verbraucher führen den Preis als Hauptgrund dafür an, keine Prime-Mitglieder zu sein

Um Käufer mit niedrigerem Einkommen anzusprechen und zum Erwerb einer Prime-Mitgliedschaft zu bringen, schätzen wir, dass sich die Werbetexte noch mehr um die Preisnachlässe drehen werden.

Unsere Prognosen für den Prime Day 2019

Bequemer Lieferservice

Im ersten Quartalsbericht dieses Jahres hob der Einzelhändler die hohe Nachfrage nach der 2-Stunden-Lieferung hervor und versprach, diesen Service auch in größeren Metropolregionen anbieten bzw. verbessern zu wollen. Im April kündigte das Unternehmen schließlich eine Investition in Höhe von 800 Millionen US-Dollar an, um das Fulfillment-Netzwerk aufzustocken und Pakete schneller auszuliefern.

Prognose: Um die durchschnittlichen Jahresausgaben eines Kunden zu erhöhen, sind bequeme Lieferservices von großer Bedeutung, da sie Produkte ähnlich zum stationären Einzelhandel schneller verfügbar machen und dahingehend Impulseinkäufe erleichtern. Eines der Haupthighlights am Prime Day könnten daher Express-Zustellungen binnen weniger Stunden sein.

Eigenmarken- und Apple-Angebote

Amazon hat eine Fülle von Eigenmarkenprodukten zu vermarkten, wie z.B. den neuen Echo Show und den Kindle Oasis. Um jedoch einen höheren Umsatz mit Prime-Kunden zu erzielen, muss der Online-Riese auch beliebte Produkte anderer Marken anbieten. Apple-Produkte würden sich aufgrund mehrerer Faktoren besonders dafür eignen.

In den USA wurde Apple Ende letzten Jahres zum verifizierten Wiederverkäufer für generalüberholte Geräte der Marke. Seither sind auch mehr Apple-Services wie etwa Apple TV und Music mit Amazon-Produkten wie z.B. Fire kompatible, was die engere Kooperation beider Unternehmen verdeutlicht.

Prognose: Für den Prime Day 2019 gehen wir von besonderen Angeboten für Apple-Geräte aus. Hierdurch könnte Amazon die durchschnittlichen Ausgaben der Prime-Mitglieder erhöhen.

Amazon Store Card Credit Builder als Anreiz für neue Prime-Mitgliedschaften


In den Staaten launchte Amazon zusammen mit dem Finanzdienstleistungsanbieter Synchrony sein neues „Credit Builder“-Angebot, zu dem ebenfalls eine Store Card gehört. Ziel soll damit sein, auch Personen mit Niedrigeinkommen an die Prime-Mitgliedschaft heranzuführen. Die dazugehörige Kreditkarte funktioniert wie die reguläre Amazon-Karte, mit dem Unterschied, dass der Kreditrahmen deutlich begrenzter ist. Und zwar müssen Kunden vor der Nutzung eine Kaution zwischen 100 und 1000 US-Dollar bezahlen – die selbstgewählte Höhe dieser Geldmenge bestimmt dann über das Kreditlimit.

Prognose: Das „Amazon Store Card Credit Builder“-Angebot richtet sich an diejenigen, die eine Prime-Mitgliedschaft zu teuer finden. Am Prime Day könnten sich daher auch Kartenbesitzer ohne eigentliche Mitgliedschaft über mögliche Angebote freuen.

Unser Fazit

Amazon hat für seine Prime-Mitgliedschaft einen Sättigungspunkt erreicht, weshalb das Unternehmen eine neue Strategie einleiten wird, um die durchschnittlichen Verbraucherausgaben zu erhöhen und auch Personen mit niedrigem Einkommen in das Prime-Ökosystem zu integrieren. Der Prime Day 2019 wird diese Strategien daher sicherlich reflektieren.

Einzelhandelsbranche

Vier der fünf weltweit erfolgreichsten Einzelhandelsunternehmen arbeiten mit Mintel zusammen, um ihr Angebot zu entwickeln, die Kunden ihrer Konkurrenz zu verstehen und die Kooperation mit Zulieferern zu gestalten.

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