Der demografische Wandel in Deutschland ist im vollen Gang. Bereits jetzt ist mehr als jeder Fünfte in Deutschland über 65 Jahre alt. In nur 2-3 Jahren wird dies sogar jeder Vierte sein. Für die Händler von Sportartikeln eröffnet diese Entwicklung neue Herausforderungen, aber auch neue Möglichkeiten. Ältere Menschen machen tendenziell weniger Sport als jüngere und kaufen konsequenterweise weniger Sportartikel. Unternehmen sollte es daher besonders wichtig sein, die “silberne Generation” zu verstehen und auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Aber wie kann die enorme Kaufkraft dieser Generation besser genutzt werden und der demografische Wandel der Branche Chancen eröffnen? 

Beliebte Sportarten der “Silbernen Generation” gezielt vermarkten

Im Vergleich zu 96 Prozent der 16-24 Jährigen haben knapp drei von fünf der 55-64 Jährigen und die Hälfte der  über 65-Jährigen in den letzten 12 Monaten Sport getrieben. 

Doch auch wenn ältere Konsumenten tendenziell weniger Sport treiben, heißt das nicht, dass sie komplett inaktiv sind. Bestimmte Sportarten bleiben bei Älteren sehr beliebt. So geben zwei von fünf von ihnen an, im letzten Jahr wandern gewesen zu sein und sowohl Fahrradfahren als auch Schwimmen bleiben im Alter beliebt. So sind Babyboomer durchaus aktiv, wenn auch nicht mehr so intensiv und häufig wie jüngere Generationen. Hersteller sollten sie bei der Vermarktung von Sportartikeln deswegen nicht vergessen. Denn tatsächlich ändern sich bei der “silbernen Generation” nur die Prioritäten. So sollten sie Sportarten wie Wandern und Radfahren stärker fördern und eine engere Bindung zu älteren Kunden aufbauen, indem sie beispielsweise auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Sportveranstaltungen oder Workshops anbieten. Außerdem können Marken Zusatzleistungen anbieten, etwa spezielle Mess- und Anpassungsdienste für Wanderschuhe und -ausrüstung.

Online-Auftritte benutzerfreundlich und Läden barrierefrei gestalten

Obwohl über die Hälfte der Babyboomer Sportartikel online kaufen, verlassen sie sich doch deutlich weniger auf neuere Technologien als jüngere Generationen. Gen Z  und Millennials nutzen für diese Käufe häufig Smartphones, doch die ältere Generation steht der Nutzung des Handys hierfür eher skeptisch gegenüber. Nur 6 Prozent der älteren Befragten geben an, Sportartikel über ein Smartphone bestellt zu haben. Marken und Einzelhändler sollten daher ihre Webseiten und Apps benutzerfreundlich gestalten und sicherstellen, dass diese einfach zu lesen und selbsterklärend nutzbar sind. Die Generation Ü65 kauft gerne im Laden ein. Zwei von fünf von ihnen geben an, in den letzten 12 Monaten Sportartikel im Laden gekauft zu haben. Es ist daher wichtig, dass Einzelhändler ihre Läden so gestalten, dass sie für ältere Menschen gut zugänglich sind. 

Athleisure ist in jeder Altersgruppe beliebt

Soweit die Generationen beim Online-Kaufverhalten und beim Sporttreiben auch auseinander liegen,  haben sie diese Sache gemeinsam: jede Altersgruppe trägt Sportkleidung auch gerne in der Freizeit.  Über die Hälfte der befragten Babyboomer gibt  an, auch zu Hause in Jogginghose und Co. herumzulaufen; drei von fünf tragen Sportbekleidung außer Haus. Auch in allen anderen Generationen setzt sich dieser Trend durch. Hier zeigt sich für Marken also ein enormes Potential. Sie können sich beim Design neuer Sportbekleidung verstärkt auf Tragekomfort und Vielseitigkeit konzentrieren. So haben ihre Kunden die Möglichkeit, Kleidung in allen Lebensbereichen zu nutzen. Sie können sich von Marken inspirieren lassen, die aus dem Erfolg ihrer Athleisure-Wear bereits Kapital geschlagen haben, indem sie in andere Bekleidungskategorien expandiert haben. Ein Beispiel ist die kanadische Marke “Lululemon”, die plant, in Wanderausrüstung und Herrenschuhe zu expandieren.

Unser Fazit

Der demografische Wandel in Deutschland wird einen wachsenden Einfluss auf alle Branchen haben. Auch für die Sportartkelbranche wird er eine Herausforderung werden. Nach unseren Daten können Marken, die innovative und inklusive Konzepte nutzen, gezielt ältere Käuferschichten binden. Wenn sie genau auf die sportlichen Bedürfnisse älterer Generationen achten und diese bei der Konzeption ihrer Produkte und beim Marketing berücksichtigen, stellt die “silberne Generation” für die Sportartikelbranche durchaus eine kaufkräftige Chance dar.

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