So zäh die Zeit während beider Lockdowns zu vergehen schien, war das Jahr 2020 doch im Fluge vorbei. Tatsächlich waren Unternehmen und Einzelhändler schnell und geschickt darin, sich den neuen Herausforderungen zu stellen und sich an die neuen Verbraucherbedürfnisse anzupassen. Viele warten immer noch mit Spannung auf die bevorstehenden Lockerungen und die Resultate der Impfkampagnen weltweit. Auch wenn alles bisher nur müßig voranzugehen scheint – das Licht am Ende des Tunnels naht. Und so stellen wir uns allesamt die Frage: „Was wird 2021 anders?“

Rückkehr in die Goldenen Zwanziger

Verbraucher tendieren noch immer zu legerer Kleidung wie z. B. Athleisure, wobei der Trend teilweise von den noch anhaltenden Lockdowns und dem damit einhergehenden Bedürfnis nach mehr Komfort profitieren wird. Auch wenn sich angenehme Funktionsbekleidung weiterhin großer Beliebtheit erfreuen wird, können wir uns in 2021 darauf gefasst machen, dass die Menschen wieder zu ihrem persönlichen Kleidungsstil zurückfinden. Einer Mintel-Studie zufolge freut sich in den Vereinigten Staaten bereits über ein Drittel der Verbraucher darauf, wieder mehr Möglichkeiten zum Schickmachen zu haben. Gleichwohl zeichneten sich in den Frühjahrskollektionen der Pariser Modeschauen opulente und ausgefallene Kreationen ab, die – so scheint es zumindest – vom letzten Netflix-Erfolg Bridgerton inspiriert wurden.

Virtuelle Erlebnisse

Die zeitweise Schließung des Bekleidungseinzelhandels und die Angst vor dem Infektionsrisiko in Geschäften haben dazu geführt, dass viele häufiger im Netz eingekauft haben. Einkaufen ist für viele Verbraucher noch immer ein soziales Erlebnis, und obwohl der Onlinehandel im vergangenen Jahr erstarkt ist, bleibt das Bedürfnis nach realer Interaktion bestehen. Mittels digitaler Erlebnisangebote können Unternehmen und Händler das auch in der virtuellen Welt gewährleisten, in der die Verbraucher im Laufe der Pandemie Zuflucht und sozialen Austausch gesucht haben.

Dieses Jahr werden mehr Einzelhändler Gebrauch von technologischen Innovationen machen, um sich mit den Verbrauchern virtuell zu vernetzen. Gaming-Angebote werden insbesondere für die Bekleidungs- und die Kosmetikbranche  an Interesse gewinnen, um die von Ästhetik und Markeninteraktion gesteuerten Einkäufe weiter anzukurbeln. Einige Händler nutzen die „Virtual Watch Partys“, bei denen man sich gemeinsam Filme auf Amazon oder Netflix anschauen kann, und setzen diese in den Kontext einer virtuellen Shoppingtour. So können Verbraucher gemeinsam einkaufen und sich gegenseitig beraten, auch wenn sie nicht am gleichen Ort sind. Dies hilft den Händlern, weiterhin mit den Verbrauchern in Interaktion zu treten und ihnen ein angenehmes Einkaufserlebnis zu bieten, wodurch sich erstere eine langanhaltende Kundenbindung erhoffen, die auch nach der Krise noch fortbestehen wird.

Interessante Kooperationen

In vielen Ländern sind Bekleidungsgeschäfte aufgrund der Pandemie noch geschlossen; doch auch dort, wo die Geschäfte offen sind, bleiben derzeit noch viele Kunden fern. Um die rückläufige Umsatzzahlen aufzufangen, haben sich in den Staaten Discounter mit Kosmetikketten zusammengetan, wie etwa die Allianzen zwischen Target und Ulta Beauty sowie Sephora und Kohl’s belegen. Freilich sind Kooperationen und Allianzen nichts Neues. Es ist dennoch bemerkenswert, dass die genannten Händler ihre Kräfte bündeln. Große Discounter werden zwar für ihre niedrigen Preise und ihre Convenience geschätzt; Verbraucher nehmen sie in Sachen Qualität, Nachhaltigkeit und Trendgespür allerdings tendenziell nachrangig wahr. Genau hierbei können Partnerschaften Wunder bewirken, zumal sich neue Absatzkanäle erschließen. Mode- und Kosmetikmarken hingegen können sich den Zulauf in Supermärkten und Food-Discountern für Publicity zunutze machen, um die Interaktion mit den Verbrauchern zu erhalten – und um neue Kunden zu gewinnen.

Unser Fazit

Kaum jemand konnte die Ereignisse des letzten Jahres vorhersehen. Der Einzelhandel ist längst noch nicht über den Berg. Die durch die Pandemie verursachten Veränderungen werden sich bis 2021 fortsetzen und wahrscheinlich einen längerfristigen Einfluss darauf haben, wie und wo Verbraucher einkaufen.

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