Da immer mehr Verbraucher auf Ernährungsweisen umsteigen, bei denen auf gewisse Inhaltsstoffe verzichtet wird, ist glutenfreie Fertigpizza in den vergangenen Jahren im weltweiten Einzelhandel zu einer beliebten Alternative geworden. Laut einer neuen Untersuchung von Mintel ist aufgrund der verstärkten Verbrauchernachfrage die Anzahl der weltweit auf den Markt gebrachten Fertigpizzen mit dem Zusatz „glutenfrei“ zwischen dem Jahr 2012 und dem Jahr 2015 um 58 % gestiegen. Außerdem ist die Zahl der neuen Fertigpizzen mit Reismehl als Alternative zu Weizenmehl zwischen 2014 und 2015 von 78 % auf 90 % gewachsen.

Die steigende Zahl von glutenfreien Fertigpizzen, die auf den Markt gebracht werden, ist ein Ergebnis der wachsenden Nachfrage nach Alternativen zu Weizen; 22 % der deutschen, 28 % der polnischen und ein Drittel (32 %) der französischen Verbraucher geben an, sie würden sich über eine größere Vielfalt an glutenfreien Pizzen freuen. In Italien beträgt diese Zahl sogar 44 %, während mehr als die Hälfte (51 %) der spanischen Verbraucher gerne mehr glutenfreie Pizzen zur Auswahl hätte.

Doch obwohl das Interesse an glutenfreien Pizzen anscheinend zugenommen hat, haben lediglich 2 % der französischen, 3 % der deutschen, 3 % der polnischen, 5 % der spanischen und 8 % der italienischen Verbraucher im Jahr 2015 tatsächlich glutenfreie Pizza gekauft.

Alex Beckett, Global Food and Drink Analyst bei Mintel, sagt:

„Eine glutenfreie Ernährung ist in den westlichen Ländern quasi zu einer Frage des Lebensstils geworden, vor allem unter jüngeren Verbrauchern. Daher überrascht es kaum, dass sich immer mehr Verbraucher für glutenfreien Fertigpizzen entscheiden. Da Pizza an sich jedoch eine Genussspeise ist, müssen Hersteller die Qualität ihrer weizenfreien Fertigpizzen hervorheben und Verbraucher davon überzeugen, dass der Geschmack und die Beschaffenheit glutenfreier Pizzen herkömmlicher Fertigpizza in nichts nachsteht.“

Laut der Mintel-Untersuchung könnten Innovationen ohne Laktose der nächste Schritt für neue Fertigpizza-Produkte sein. Beinahe die Hälfte (47 %) der spanischen Verbraucher würde sich über mehr Auswahl an laktosefreien Pizzen freuen, gefolgt von 39 % der Verbraucher in Italien, 31 % in Polen, 30 % in Frankreich und 20 % in Deutschland.

Frankreich überholt USA als aktivster Markt

Obwohl die USA jahrelang der weltweit innovativste Markt für Fertigpizza waren, hat seit letztem Jahr nun Frankreich im Einzelhandel die Nase vorn. In der Tat ist laut der Mintel-Untersuchung Frankreich für den größten Teil der Fertigpizza-Innovationen des Jahres 2015 verantwortlich; in diesem Land wurden 11 % aller neuen Fertigpizzen eingeführt, während es im Jahr 2011 nur 9 % waren. Derweil hat sich der Anteil der Markteinführungen in den USA in demselben Zeitraum beinahe halbiert; in den Vereinigten Staaten wurde im Jahr 2015 nur eine von zehn (10 %) neuen Fertigpizzen weltweit eingeführt, verglichen zu einer von fünf (19 %) im Jahr 2011.

Eine weitere Folge der nachlassenden Produktinnovation in den USA ist, dass die gesamte nordamerikanische Region im Jahr 2015 lediglich hinter einer von sechs (15 %) Fertigpizza-Innovationen stand (zum Vergleich, im Jahr 2011 waren es noch 28%). In der Tat scheint Europa diesen Sektor im Jahr 2015 dominiert zu habben; hier fanden beinahe zwei Drittel (65 %) der Markteinführungen statt, während es im Jahr 2011 noch lediglich 58 % waren.

So befindet sich laut der Mintel-Untersuchung auch Deutschland unter den fünf weltweit führenden Ländern im Bereich Pizza-Innovation – 6 % aller neu eingeführten Fertigpizza-Produkte des Jahres 2015 wurden in Deutschland auf den Markt gebracht. Nur in Frankreicht (11%), den USA (10 %), dem Vereinigten Königreich (10 %) und Spanien (8 %) wurden im selben Zeitraum mehr neue Fertigpizzen eingeführt.

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„Es ist unwahrscheinlich, dass der Pizza-Einzelhandel in den USA mit großer Freude auf das Jahr 2015 zurückblicken wird. Angesichts der sich verbessernden Wirtschaftslage haben amerikanische Verbraucher höhere Ansprüche und wenden sich von im Einzelhandel gekaufter Tiefkühl-Pizza ab und bevorzugen stattdessen die kostspieligere Variante: frisch zubereitete Pizza vom Lieferdienst oder der Gastronomie (Restaurants/Pizzerien). Durch diesen Umstand und das rapide Wachstum von Pizzaketten im Fastfood-Stil sind die Hersteller tiefgefrorener Pizzen in dieser Region einem gewaltigen Druck ausgesetzt. In Europa haben Hersteller von Fertigpizza jedoch darin investiert, ihre Produkte hochwertiger zu machen, um besser mit der Konkurrenz aus der Gastronomie mithalten zu können. Das hat wiederum die Zahl der neuen Podukte im Einzelhandel beflügelt“, fügt Beckett hinzu.

Während die USA mit Verbrauchern zu kämpfen hatten, die sich mehr Angebote aus der Gastronomie wünschen, scheinen im Premiumsegment des Einzelhandels die Chancen für Tiefkühlpizza zu wachsen. Laut der Mintel-Untersuchung geben beinahe drei von fünf (58 %) der Pizza-Esser in den USA an, sie würden mehr tiefgefrorene Pizzen kaufen, wenn diese mehr Premium- oder Gourmetzutaten enthalten würden; unter den Befragen zwischen 25 und 34 Jahren beträgt diese Zahl sogar 72 %. Außerdem stimmt mehr als die Hälfte (55 %) der US-Verbraucher der Aussage zu, sie würden mehr tiefgefrorene Pizzen kaufen, wenn diese nicht so viele Zusatzstoffe enthalten würden.

Asien-Pazifik: am schnellsten wachsender Markt

In Europa werden zwar die meisten Pizzen auf den Markt gebracht, doch im asiatisch-pazifischen Raum wächst die Anzahl der Pizza-Innovationen am schnellsten. Diese Region beanspruchte im Jahr 2015 11 % der Innovationen; seit 2011, als es noch 6 % waren, hat sich diese Zahl also beinahe verdoppelt. Des Weiteren steht die gestiegene Anzahl neuer Produkte im asiatisch-pazifischen Raum im Jahr 2015 laut der Mintel-Untersuchung in direkter Verbindung mit der Zunahme neuer Pizzen, die für Mikrowellen geeignet sind. Im Jahr 2013 waren nur drei von zehn (30 %) der auf den Markt gebrachten Fertigpizzen im asiatisch-pazifischen Raum für Mikrowellen geeignet – im Jahr 2015 stieg diese Zahl auf mehr als die Hälfte (58 %).

„Durch die zunehmende Urbanisierung in den Schwellenländern haben immer mehr Menschen Mikrowellen – und konsumieren deshalb auch verstärkt mikrowellengeeignete Fertigpizzen. Auffallend ist, dass viele der Pizzen aus dem Einzelhandel, die im asiatisch-pazifischen Raum im Jahr 2015 auf den Markt gebracht wurden, Zutaten enthalten, die den spezifischen Geschmäckern und Bedürfnissen der Verbraucher der jeweiligen Länder entsprechen sollen. So bieten viele in Asien ansässige Hersteller einen Teil ihrer Pizza-Sortimente mit Belägen an, die eine lokale Geschmacksnote haben. In Singapur wurden etwa 2015 mehrere Pizzen mit Tom Yam-Soßen eingeführt, und in Thailand tauchten Pizzaböden aus Roti-Fladenbrot auf“, schließt Beckett ab.

Pressemuster der Untersuchung und Interviews mit Global Food und Drink Analyst Alex Beckett stehen auf Nachfrage zur Verfügung.

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