Der Wettbewerb im Lebensmittel- und Getränkehandel ist groß, und auch deutsche Verbraucher sind stets auf der Suche nach dem günstigsten Preis. Nach neuesten Marktuntersuchungen von Mintel könnte das Weinsegment jedoch ein Bereich sein, in dem die Verbraucher durchaus bereit sind, mehr Geld zu investieren: 61 % der deutschen Weinkäufer geben an, dass sie für qualitativ bessere Weine höhere Preise akzeptieren würden.

Fast ein Drittel (31 %) wären zudem bereit, mehr Geld für eine bessere Weinqualität auszugeben, wenn sie mehr davon verstünden, und mehr als ein Fünftel (21 %) würden für höherwertige Eigenmarken tiefer in die Tasche greifen. Lediglich 24 % der deutschen Verbraucher geben niedrige Preise als Kriterium für den Weinkauf an.

Mintel-Untersuchungen zufolge kommt auch Bewegung in den Durchschnittspreis für heimische Weine im deutschen Lebensmittelhandel: Auch wenn der Preis pro Liter im Schnitt immer noch unter drei Euro liegt und die meisten neu eingeführten Weine im unteren bis mittleren Preissegment angesiedelt sind, hat sich der Anteil der Weine im Preissegment ab sechs Euro bei den von Mintel erfassten Neueinführungen von 2013 auf 2014 nahezu verdoppelt (von 9 % im Jahr 2013 auf 16 % im Jahr 2014).

Katya Witham, Senior Food & Drink Analyst Germany bei Mintel:
„Der Anstieg bei höherpreisigen neuen Weinprodukten steht für eine wachsende Nachfrage nach Authentizität und Qualität bei deutschen Verbrauchern, die Lebensmitteln und Getränken aus der Massenproduktion zunehmend skeptisch gegenüberstehen. Immer mehr Menschen orientieren sich weg von den billigen Weinen und hin zu qualitativ höherwertigen und teureren Weinen. Diesen Trend könnten sich deutsche Winzer zunutze machen, indem auch sie mehr auf die Qualitätsschiene setzen und die regionale Herkunft ins Zentrum ihrer Marketing-Strategie stellen. Darüber hinaus eröffnet die wachsende Popularität von Riesling-Weinen bei Weinliebhabern außerhalb Deutschlands, vor allem in den USA und Großbritannien, Exportchancen, insbesondere im Premiumsegment.“

In Deutschland ist der Trend hin zu hochwertigeren Weinen und die Bereitschaft, mehr Geld dafür auszugeben, in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen am stärksten ausgeprägt, jedoch dicht gefolgt von der Altersgruppe ab 55 und auch den jüngeren Verbrauchern unter 25. Laut Mintel sind mehr als die Hälfte (53 %) der deutschen Verbraucher in der Altersgruppe 16-24 bereit, für höherwertige Weine höhere Preise zu zahlen.

„Auch wenn der deutsche Weinmarkt aufgrund der starken Discounter-Präsenz äußerst preissensibel ist, wenden sich junge deutsche Weintrinker immer öfter dem höherpreisigen Segment zu – ein gutes Zeichen für die deutsche Weinbranche. Vor diesem Hintergrund ist es für Weinlieferanten entscheidend, ein Verständnis dafür zu entwickeln, was die Weinauswahl junger Verbraucher beeinflusst und wie man ihr Interesse für höherwertige Weine steigern kann“, so Witham weiter.
Zu Hause mit dem Partner oder der Partnerin, mit Freunden oder Familie und zum Essen: Für 42 % der deutschen Verbraucher sind dies die bevorzugten Gelegenheiten, zu denen sie Wein trinken, gefolgt von „Beim Entspannen zu Hause“ (38 %), auf Partys (24 %) und bei Veranstaltungen im Freien (19 %).

Laut Mintel haben 46 % der deutschen Verbraucher 2014 Rotwein gekauft. Dieser steht damit ganz oben auf der Beliebtheitsskala, gefolgt von Weißwein (39 %) und Rosé (18 %). Daneben zeichnet sich auch ein wachsendes Interesse an anderen Weintypen ab: 7 % gaben an, Biowein gekauft zu haben, 4 % alkoholfreien Wein.

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