Obwohl die meisten westlichen Verbraucher Meeresalgen bisher nur in Verbindung mit Sushi oder Misosuppe kennen, könnten mit Meeresalgen versetzte Lebensmittel und Getränke der nächste große Trend in Europa sein. Laut einer neuen Untersuchung von Mintel sind Produktneueinführungen mit Meeresalgengeschmack in der europäischen Lebensmittel- und Getränkeindustrie zwischen 2011 und 2015 um 147 %* gestiegen. Dieses Wachstum bedeutet, dass Europa jetzt weltweit auf dem zweiten Platz liegt, wenn es um Produkteinführungen von Lebensmitteln und Getränken mit Geschmacksrichtung „Meeresalge“ geht.

Zwar kommt die Mehrheit der mit Meeresalgen versetzte Lebensmittel- und Getränkeprodukte noch immer aus Asien-Pazifik – hier wurden laut Mintel’s Datenbank weltweiter Produktneueinführungen (GNPD) 88 % der weltweiten Produkteinführungen zwischen 2011 und 2015 auf den Markt gebracht – doch Europa holt auf; im selben Zeitraum war die Region für 7 % der weltweit neu eingeführten Lebensmittel- und Getränkeprodukte mit Meeresalgengeschmack verantwortlich und hat damit tatsächlich sowohl Nordamerika (4 %) als auch Lateinamerika (1 %) überholt.

Seaweed GER

Stephanie Mattucci, Global Food Science Analyst bei Mintel, sagt:

„Seit Jahrhunderten sind Meeresalgen in vielen asiatischen Ländern eine Delikatesse und finden wegen ihres Geschmacks und ihres hohen Nährstoffgehalts häufig Verwendung. Obwohl Meeresalgen in Europa noch immer eine Art Nischenprodukt sind, denken wir, dass sie das nächste ‚Superfood‘ werden könnten. Dank ihrer Fülle an natürlichen Vitaminen, Mineralien und Pflanzenproteinen erfüllen Meeresalgen die Forderung vieler westlicher Verbraucher nach Lebensmitteln, die auf natürliche Weise funktional sind, und als alternative Proteinquellen konsumiert werden können.“

Tatsächlich scheinen die gesundheitlichen Vorteile von Meeresalgen europäische Verbraucher anzusprechen. So haben laut einer aktuellen Untersuchung von Mintel bereits drei von fünf (58 %) deutschen Verbraucher Algen als Proteinquelle probiert oder würden dies gerne tun; ein ähnlicher Zuspruch wurde auch im Vereinigten Königreich (44 %) festgestellt.

Darüber hinaus geben 36 % der Verbraucher aus dem Vereinigten Königreich, die Kräuter, Gewürze und Würzmittel verwenden, an, dass ihrer Meinung nach getrocknete, gemahlene Meeresalgen eine gute Alternative für Salz zum Würzen von Speisen oder Gerichten wären. Dies könnte auch für andere europäische Verbraucher relevant sein, die gern weniger Salz zu sich nehmen möchten. Aktuell sagen 32 % der deutschen, 42 % der spanischen, 46 % der französischen, 48 % der italienischen und 57 % der polnischen Verbraucher, dass sie den Konsum von salzigen Lebensmittel aktiv reduzieren oder ganz darauf verzichten wollen.

„Da das Verlangen der Verbraucher nach Produkten mit niedrigem Salzgehalt zunimmt, werden Lebensmittel- und Getränkeprodukte, welche die Aufnahme von Sodium reduzieren, immer beliebter. Durch Meeresalgen kann nicht nur auf natürliche Weise Salz ersetzt werden, sondern sie zeigen auch antioxidative, antimikrobielle und entzündungshemmende Eigenschaften, wodurch der Cholesterinspiegel oder der Blutdruck gesenkt oder die Verdauung und die Gewichtskontrolle unterstützt werden“, fährt Mattucci fort.

Snacks mit Meeresalgengeschmack besonders beliebt

Das gesunde Image der Meeresalgen stellt auch eine große Chance für westliche Hersteller dar, insbesondere im Bereich der Snacks. Tatsächlich würde rund ein Drittel der Verbraucher in Italien (30 %), Polen (36 %) und Spanien (37 %) eine größere Auswahl an gesünderen Snacks begrüßen.

Die Verbrauchernachfrage spiegelt sich in aktuellen Produkteinführungen wider: So sind laut Mintel 37 % der zwischen 2011 und 2015 in Europa neu auf den Markt eingeführten Lebensmittel und Getränke mit Meeresalgengeschmack in der Snack-Kategorie angesiedelt. Zu anderen Spitzenkategorien hinsichtlich Produkteinführungen zählen Soßen und Würzmittel (12 %), Backwaren (9 %), sowie Suppen (8 %).

Die Mintel Untersuchung zeigt jedoch auch, wie wichtig es ist, dass diese Produkte geschmacklich überzeugen. Die Mehrheit der Konsumenten in Europa findet das Geschmackserlebnis beim Snacken wichtiger als gesundheitliche Vorteile: 56 % der italienischen, 57 % der spanischen, 62 % der französischen, 65 % der polnischen und 70 % der deutschen Verbraucher** geben an, dass beim Geniessen von Snacks der Geschmack wichtiger als der Kaloriengehalt sei.

„Die charakteristischen gesundheitlichen Vorteile von Meeresalgen ermöglichen es ihnen, sich ganz natürlich in die Kategorie der gesunden Snacks einzureihen. Doch auch trotz des weiter wachsenden Interesses der Verbraucher an gesundheitsfördernden Lebensmitteln müssen Snacks aus Meeresalgen auch geschmacklich überzeugen, um bei westlichen Verbrauchern erfolgreich zu sein“, fasst Mattucci zusammen.

* 2015 enthielten in Europa 0,07591 % aller Produkteinführungen im Bereich Lebensmittel und Getränke Meeresalgeschmack, darunter Kombu-, Nori-/Hauttang- und Wakame, während es 2011 nur 0,03077 % waren. 

** bezieht sich auf Verbraucher, die in den sechs Monaten vor der Studie Chips, Nüsse oder andere salzige Snacks kauften.

Pressemuster der Untersuchung und Interviews mit Global Food Science Analyst Stephanie Mattucci stehen auf Nachfrage zur Verfügung.

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