Während im Vereinigten Königreich im Jahr 2014 das schnellste Wirtschaftswachstum seit 2007 verzeichnet wurde, scheint es, dass die britischen Verbraucher weiterhin ihre cleveren Einkaufsgewohnheiten zur Schau stellen, die sie sich während der Konjunkturschwäche angeeignet haben. Tatsächlich zeigen neue Untersuchungen in Mintels Vorzeigebericht British Lifestyles, der die Aktivität aller Konsumsektoren im Vereinigten Königreich verfolgt, dass Verbraucher letztes Jahr in jedem Bereich, vom Urlaub bis hin zu Heim- und Gartenprodukten, wahrscheinlich weniger ausgegeben haben. Eine Ausnahme stellen hierbei Nahrungsmittel für Zuhause dar.

Während einer von sechs Verbrauchern (17 %) angab, für Nahrungsmittel für Zuhause mehr ausgegeben zu haben, verglichen mit einem von sieben Verbrauchern (14 %), der erklärte, weniger ausgegeben zu haben, zeigt die Untersuchung insgesamt, dass die Briten ihr Geld gespart haben. Die drei Bereiche, in denen Verbraucher im Vereinigten Königreich im Jahr 2014 die meisten Ausgabenkürzungen vorgenommen haben, waren das Essen außer Haus, bei dem über ein Drittel (36 %) angab, im vergangenen Jahr weniger ausgegeben zu haben, gefolgt von dem Genuss alkoholischer Getränke außer Haus, wofür 35 % der Verbraucher weniger ausgegeben haben, sowie der Bereich Freizeit und Unterhaltung, bei dem 34 % angaben, ihre Ausgaben eingeschränkt zu haben.

Im Vergleich dazu gab nur einer von acht Verbrauchern (15 %) an, im Laufe des vergangenen Jahres für das Essen außer Haus mehr ausgegeben zu haben, während 14 % angaben, dass sie für Urlaub mehr Geld ausgegeben haben; genauso viele (14 %) erklärten, für Technologie und Kommunikation mehr ausgegeben zu haben.

Ina Mitskavets, Senior Consumer and Lifestyles Analyst bei Mintel, sagte:

„Die cleveren Einkaufsgewohnheiten, die die Menschen sich während der Konjunkturschwäche angeeignet haben, sind tief verwurzelt und es besteht noch eine Menge Nachholbedarf. Obwohl das Wachstum im Laufe des vergangenen Jahres deutlich zugelegt hat, sind die Einkommen der Haushalte noch nicht für einen längeren Zeitraum stärker angestiegen als die Preise in den Geschäften. Für viele Briten bedeutet dies, dass der wirtschaftliche Aufschwung noch in ihrem Geldbeutel ankommen muss. Die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen, die als luxuriös bezeichnet werden könnten, oder nach jenen, die in der höheren Preisklasse liegen, hat sich als schwach herausgestellt, da die Verbraucher weiterhin mehr Geld sparen, anstatt es für Anschaffungen auszugeben.“

Jedoch ist nicht jeder zum Sparen gezwungen. Besserverdiener fühlen den Nutzen des Aufschwungs mehr als alle anderen, was sich an ihrem Ausgabeverhalten zeigt. Vergangenes Jahr haben 21 % der Verbraucher im Vereinigten Königreich, die ein jährliches Brutto-Haushaltseinkommen von 50.000 britischen Pfund oder mehr haben, angegeben, dass sie mehr für Nahrungsmittel für Zuhause ausgegeben haben. Im Vergleich dazu haben nur 14 % derjenigen mit einem Einkommen von 15.500 Pfund dasselbe angegeben. Darüber hinaus hat ein Viertel (26 %) derjenigen, die ein Haushaltseinkommen von 50.000 Pfund oder mehr haben, angegeben, dass sie mehr für Urlaub ausgegeben haben. Im Vergleich dazu haben nur 14 % derjenigen mit einem Einkommen von 15.500 Pfund dasselbe angegeben.

Diese gestiegenen Ausgaben unter Besserverdienern haben zu einer allgemeinen Erhöhung der Konsumausgaben beigetragen. Mintels Untersuchungen zeigen, dass die Gesamtausgaben im Jahr 2014 einen Wert von 1,14 Billionen Pfund erreichten, was im Vergleich zum Jahr 2013 einen Anstieg von 6,1 % darstellt. Darüber hinaus wird bei allen einzelnen Konsumausgabenmärkten, die von Mintels Untersuchung beobachtet werden, erwartet, dass sie zwischen 2014 und 2019 an Wert gewinnen. Treibende Faktoren werden hierbei die steigende Zuversicht der Verbraucher und steigende Ausgaben sein. Mintel schätzt, dass die Verbraucherausgaben im Vereinigten Königreich in den nächsten fünf Jahren um 27 % ansteigen und im Jahr 2019 einen Stand von 1,44 Billionen Pfund erreichen werden.

„Die Geschichte der verlängerten Konjunkturschwäche und des darauffolgenden Aufschwungs ist eine der größer werdenden Lücke zwischen Arm und Reich. Der Aufschwung bleibt weiterhin unausgeglichen. Menschen mit niedrigerem Einkommen haben immer noch zu kämpfen – das wird ihre Ausgabefreude und -möglichkeiten einschränken“, fährt Ina fort.

Mintel schätzt, dass die Verbraucherausgaben im Vereinigten Königreich in den nächsten fünf Jahren um 27 % ansteigen und im Jahr 2019 einen Stand von 1,44 Billionen Pfund erreichen werden.

Mintels Bericht British Lifestyles führt die Gewinner und Verlierer unter den Sektoren aus siebzehn Konsummärkten des Vereinigten Königreichs auf. Höhepunkte der Untersuchung umfassen:

Verbraucher pfeifen auf Preisnachlässe bei Nahrungsmitteln

Während der Markt für Nahrungsmittel für Zuhause im Vereinigten Königreich in den vergangenen Jahren durch die Zunahme von Discounter-Supermärkten für Aufsehen sorgte, legt die Untersuchung von Mintel nahe, dass Kunden sich von hauseigenen Produkten der Supermärkte abwenden. Der Anteil der Menschen, die günstige Produkte von Eigenmarken kaufen, fiel von 56 % im Jahr 2013 auf 46 % im Jahr 2014. Dies deutet darauf hin, dass bei den Menschen eine größere Bereitschaft vorhanden ist, für Produkte mehr auszugeben, bei denen eine höhere Qualität und/oder ein Mehrwert dies rechtfertigt. Des Weiteren sind die Verkäufe von Wildfleisch im Vereinigten Königreich zwischen 2013 und 2014 um 9 % angestiegen, was auf einen feineren Gaumen der Verbraucher hindeutet. Es wird erwartet, dass dieser Markt im Jahr 2015 weiter wächst.

Die Inflation war in den vergangenen Jahren der Hauptwachstumstreiber auf dem Markt für Nahrungsmittel für Zuhause. Sie half dabei, zwischen den Jahren 2009 und 2013 einen Umsatzanstieg von 14 % zu erreichen. Durch den Preisrückgang bei Nahrungsmitteln im Einzelhandel während der zweiten Hälfte des Jahres 2014 jedoch stiegen die Umsätze im Einzelhandel im Vergleich zum Vorjahr um lediglich 0,3 % – auf 77,02 Milliarden britische Pfund.

Bittersüßes Schicksal für alkoholfreie Getränke

Nachdem er zwischen 2009 und 2013 ein starkes Wachstum durchlief und von 15,89 Milliarden Pfund auf 18,04 Milliarden Pfund anstieg, stagnierte der Sektor für alkoholfreie Getränke im Jahr 2014. Verbraucherbedenken zum Zuckergehalt einiger alkoholfreier Getränke hatten im Jahr 2014 eine spürbare Auswirkung auf das Konsumverhalten bestimmter Verbraucher; einer von fünf (21 %) Verbrauchern, die Fruchtsaft, Saftgetränke oder Smoothies kaufen, gab an, nun die Menge an Fruchtsaft oder Smoothies, die er kauft, aufgrund des hohen Zuckergehalts einzugrenzen und über die Hälfte (53 %) der Konsumenten von Fruchtsaftkonzentrat oder Sirup sind der Meinung, dass in standardmäßigem Fruchtsaftkonzentrat oder Sirup zu viel Zucker enthalten ist, um diese Getränke regelmäßig zu konsumieren. Derweil gab ein Viertel (25 %) der Verbraucher an, weniger kohlensäurehaltige alkoholfreie Getränke zu trinken; die Hälfte (50 %) davon führte Zucker als Faktor auf.

Angesichts der Tatsache, dass im Laufe des Jahres über ein Drittel (35 %) der Briten weniger für alkoholische Getränke ausgegeben hat und dass ein Viertel (27 %) dasselbe zum Trinken zu Hause angibt, wird erwartet, dass die langfristige Abnahme des Alkoholkonsums für die Hersteller von alkoholfreien Getränken fortlaufende Chancen bieten wird, wenn man berücksichtigt, dass Verbraucher einigen alkoholfreien Getränken als Alternativen zu Alkohol durchaus offen gegenüber stehen.

Dank der großen Beliebtheit für Bärte stehen dem Markt für persönliche und Schönheitspflege haarige Tage bevor

In Zeiten der Konjunkturschwäche steht der Schönheitsmarkt traditionell gut da; doch während die allgemeine Zuversicht der Verbraucher zugenommen hat, ist das Marktwachstum in vielen Bereichen des Schönheitssektors schwächer geworden – zwischen 2013 und 2014 gab es ein Wachstum von lediglich 2,3 %. Im Laufe des vergangenen Jahres wendeten sich Frauen günstigeren Produkten für die Gesichtshautpflege zu: Im Jahr 2014 verwendeten 53 % der Frauen Gesichtsseife, während dieser Wert im Jahr 2013 noch bei 36 % lag. Darüber hinaus hat der aktuelle Modetrend für Gesichtsbehaarung bei Männern weitere Umsatzrückgänge in den Bereichen Rasur und Haarentfernung verursacht. In der Tat geben zwei Fünftel (42 %) der Verbraucher im Vereinigten Königreich an, dass es modisch ist, wenn Männer Bärte haben – derweil sind die Verkaufszahlen von Männerrasierern und -rasierklingen im Jahr 2014 um weitere 3,6 % zurückgegangen.

Die Verkaufszahlen im Bereich Raucherentwöhnung sind am Boden, während der Bereich für sexuelle Gesundheit einen Höhenflug erlebt

Während über zwei Drittel (69 %) der Briten in den vergangenen zwölf Monaten denselben Betrag für rezeptfreie Medikamente und Pharmazeutika ausgaben, wird prognostiziert, dass dieser Markt im Laufe der nächsten fünf Jahre ein langsames und konstantes Wachstum erleben wird. Innerhalb dieser Kategorie sind jedoch unterschiedliche Ergebnisse vorhanden. Die Verkaufszahlen im Bereich Raucherentwöhnung nahmen im Jahr 2014 um 4 % an Wert ab – das war die erste Wertminderung dieses Markts seit fünf Jahren und stellt eine Folge der zunehmenden Beliebtheit von E-Zigaretten dar. Nachdem der Bereich sexuelle Gesundheit mehrere Jahre nur langsam an Wert gewann, wurde hier im Jahr 2014 jedoch eine Wertzunahme von 8 % verzeichnet. Dabei profitierte der Sektor von Produktinnovationen.

Nach einem sehr schlechten Jahr 2013 befindet sich der Markt für Technologie und Kommunikation wieder auf Wachstumskurs

Der Markt für Technologie und Kommunikation erlebte im Jahr 2014 seinen ersten Aufschwung seit fünf Jahren und nahm von 55,49 Milliarden Pfund im Jahr 2013 auf 56,13 Milliarden Pfund im Jahr 2014 zu. Besondere Zugewinne der Branche umfassten Umsatzerlöse für Video- und Musikabonnements – diese stiegen im Jahr 2014 um jeweils 56 % und 65 % zu. Es wird erwartet, dass das Bezahlfernsehen im Jahr 2015 ebenfalls gesunde Signale aussendet. Laut Prognosen wird dann die Zahl der Haushalte mit einem Abonnement für Bezahlfernsehen 17,2 Millionen Haushalte erreichen.

Pressemuster des Berichts British Lifestyles 2015: An der Schnittstelle zwischen Tradition und Globalisierung sowie Interviews mit Senior Lifestyles and Consumer Analyst, Ina Mitskavets, können auf Anfrage von der Pressestelle zur Verfügung gestellt werden.

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