Über ein Viertel der Deutschen (28 Prozent) gibt Mintel gegenüber an, dass sie eine größere Auswahl von klar gekennzeichneten, veganen und vegetarischen Süßigkeiten wollen. In der Altersgruppe der 25 bis 34-Jährigen, ist der Anteil sogar noch höher bei 46 Prozent.

Auf der ProSweets 2018 in Köln, sprach Marcia Mogelonsky, Director of Insight bei Mintel Food and Drink, heute über diesen Trend, während eines Panels zu ‘Power of Plants in Snacks and Confectionary’:

“In der Ernährung ist gerade eine klare Bewegung weg von tierischen Lebensmitteln zu erkennen, wie bereits in den Mintel Lebensmittel-und Getränketrends 2017 beschrieben. Nachdem andere Lebensmittelkategorien bereits einen Boom von veganen und vegetarischen Produkteinführungen erlebt haben, hat der Trend nun die Süßigkeitenkategorien erreicht. Besonders in veganer Schokolade und in tierfreier Gelatine gibt es hier viel Interesse. Gelatine ist traditionell aus Tierkollagen hergestellt und daher unter anderem für Veganer und Vegetarier ungeeignet, was kaubare Süßigkeiten mit veganer Gelatine so interessant für diese Verbrauchergruppen macht.”

Das wachsende Verbraucherinteresse an veganen und vegetarischen Süßigkeiten zeichnet sich auch bereits in neu eingeführten Produkten ab. Nach Daten aus der Mintel Global New Products Database (GNPD) haben sich vegane Süßigkeiteneinführungen in Deutschland zwischen 2013 und 2017 mit einem Wachstum von 140 Prozent mehr als verdoppelt. Süßigkeiteneinführungen, die ein ‘vegetarisches’ Label tragen, sind dahingegen nur um 21 Prozent gewachsen.

Durch das hohe Verbraucherinteresse in Deutschland an veganen Süßigkeiten sind Neueinführungen hier besonders interessant. Ein näherer Blick auf Produkteinführungen in der Bundesrepublik zeigt, dass Verbraucherwünsche Produktentwicklung und Einführungen bereits beeinflusst haben: Deutschland war zwischen Januar und Dezember 2017 das Land mit den meisten veganen Süßigkeiteneinführungen weltweit. 16 Prozent aller veganen Süßigkeiten wurden letztes Jahr in Deutschland eingeführt. Diese Zahl ist das Ergebnis eines signifikanten Wachstums im Bereich der Produktneueinführungen in Deutschland: Vegane Süßigkeitenneueinführungen sind zwischen 2013 und 2017 um 252 Prozent gewachsen.

Die Deutschen schienen sich generell viel von ihren Süßigkeiten zu erwarten: Die Hälfte (50 Prozent) aller Verbraucher geben Mintel gegenüber an, dass in der Bundesrepublik nicht genügend gesunde Naschereien erhältlich sind, wie zum Beispiel Süßigkeiten ohne künstliche Farbstoffe oder mit natürlicher Süße. Eine ähnliche Zahl an Verbrauchern (51 Prozent) gibt zudem an, dass sie gern mehr nachhaltige Produkte im Süßwarenregal sehen würden, wie Biosüßigkeiten und Fair-Trade-Schokolade.

Forschung von Mintel zeigt, dass die Deutschen sich durchaus öfters eine Nascherei gönnen. Im Vergleich mit europäischen Nachbarländern sind die Deutschen am wahrscheinlichsten Mal über die Stränge zu schlagen: Über zwei Drittel der Deutschen (69 Prozent) gaben an, sich die ‘gelegentliche Nascherei’ zu erlauben, deutlich mehr als beispielsweise in Frankreich, wo nur 56 Prozent das gleiche angaben, oder Spanien, wo 59 Prozent gelegentlich naschen.

“Ein wachsendes Bewusstsein darüber, wo genau bestimmte Zutaten von Süßigkeiten, wie zum Beispiel Gelatine, herkommen, führt dazu, dass Verbraucher nachhaltigere und bewusstere Kaufentscheidungen treffen. Deutschland ist ein gutes Experimentierfeld für vegane Süßigkeiten, da deutsche Verbraucher sowohl gerne naschen als auch auf der Suche nach nachhaltigen und ethisch vertretbaren Produkten sind.“ schließt Marcia.

Diese Untersuchung ist auf Mintel’s Datenbank weltweiter Produktneueinführungen (GNPD) und Mintel’s Verbraucherumfragen basiert. Pressemuster der Untersuchungund Interviews mit Marcia Mogelonsky, Director of Insight bei Mintel Food and Drink, stehen auf Nachfrage zur Verfügung.

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