Kulinarische Experimentierfreudigkeit ist nicht der erste Begriff, der einem bei Familien mit Kindern in den Sinn kommt. Doch obwohl Kinder als wählerische Esser bekannt sind, hat eine neue Studie von Mintel aufgedeckt, dass Familien mit Kindern eine abenteuerlichere Einstellung zum Kochen haben als Haushalte ohne Kinder. Mintel zufolge wollen fast die Hälfte aller deutschen Haushalte mit Kindern (45 %) in höherem Maße interessante und neuartige Rezepte kochen, während nur 39 % der Befragten ohne Kinder angeben, dieses Interesse zu teilen. Jeder dritte Haushalt mit Kindern (33 %) ist auf der Suche nach neuen Geschmacksrichtungen für das heimische Kochen, wohingegen nur ein Viertel (26 %) der Deutschen in Haushalten ohne Kinder diese Einstellung teilt.

Inspiration für neue Rezepte scheint dabei nicht nur aus Kochbüchern zu stammen. Mintels Forschung zeigt auf, dass einer von sechs mit Kindern lebenden Verbrauchern (16 %) angibt, gern Gerichte aus Restaurants zu Hause nachzukochen. Im Gegensatz dazu gab nur ein Zehntel der deutschen Konsumenten ohne Kinder (10 %) das Gleiche an. Fast zwei von fünf (38 %) der mit Kindern lebenden Verbraucher schätzen sich selbst als abenteuerliche Amateurköche ein, während sich nur jeder dritte Konsument ohne Kinder so einschätzt. Tatsächlich bestätigen die Mintel Umfragen die Abenteuerlustigkeit der deutschen Familien mit Kindern im Haus. Zwei von fünf der Befragten (41 %) mit Kindern geben an, das Experimentieren mit neuen Zutaten zu genießen, wohingegen nur 35 % der Verbraucher ohne Kinder dieselbe Angabe machen.

Katya Witham, Senior Food and Drink Analystin bei Mintel sagt hierzu: “Im Gegensatz zu dem Stereotyp wählerischer Kinder und konservativer Hausmannskost im deutschen Heim, scheinen Familien mit Kindern das Experimentieren mit neuen Zutaten überdurchschnittlich zu genießen und kochen sogar verstärkt Gerichte aus Restaurants nach. Grund für diese Entwicklung könnte die zunehmende Übereinstimmung von Ernährungsexperten sein, dass gemeinsames Essen als Familie sich positiv auf die physische und psychische Gesundheit von Kindern auswirkt und Übergewicht vorbeugen kann. Deutsche Familien sind zudem vermehrt auf der Suche nach neuen und interessanten kulinarischen Erlebnissen.”

Mintels Forschung zeigt außerdem die wachsende Bereitschaft von Familien mit Kindern, sich kulinarisch von Gewohntem wegzubewegen, was eine Marktlücke für die Hersteller von Gewürzmischungen und Fertigsoßen sein könnte. Deutsche Familien sind gegenwärtig die Hauptkonsumenten dieser Küchenhelfer und nutzen die Produkte häufiger als Haushalte ohne Kinder. Mintels Daten nach nutzt jeder dritte Haushalt mit Kindern (33 %) Trockensoßen oder Gewürzmischungen mindestens einmal pro Woche, verglichen mit jedem fünften (20 %) Haushalt ohne Kinder. Ähnliche Unterschiede in der Verwendungshäufigkeit finden sich in anderen Marktsegmenten. 13 % der Haushalte mit Kindern nutzen Fertigsoßen aus dem Glas mindestens wöchentlich, fast dreimal so oft wie die 5 % der Haushalte ohne Kinder, die wöchentliche Nutzer sind. Auch andere ähnliche Produkte werden häufiger von Familien genutzt. Zum Beispiel verwenden Familien mehr Gewürzmischungen (84 % im Vergleich zu 75%), mehr haltbare Soßen (66 % zu 48 %), Fleischmarinaden (58 % im Vergleich zu 36 %) und Soßen aus dem Kühlregal (53 % vs 35 %) als vergleichbare Haushalte ohne Kinder.

Zusätzlich zu Mintels Erkenntnissen, die Familien mit Kindern als die dominanten Nutzer dieser Lebensmittel herausstellen, kann aus den Untersuchungen abgelesen werden, dass die Einführung von solchen Produkten im ‘Familienpack’ eine Marktlücke für Hersteller darstellt und viel Wachstumspotenzial aufweist. Laut Mintels ‘Global New Products Database’, die neue Produkte im Nahrungsmittelbereich erfasst, waren nur 2 % der in Deutschland neu eingeführten Fertigsoßen zwischen 2011 und 2015 auf Familien ausgerichtet (ab 700 g/ml), obwohl Familien die Kernzielgruppe darstellen. Diese 2 % sind deutlich geringer als der globale Durchschnitt, wo auf Familien ausgerichtete Produkte im Fertigsoßenbereich 5 % der neu eingeführten Produkte ausmachen.

“Hersteller können davon profitieren, die Abenteuerlustigkeit und Experimentierfreudigkeit deutscher Familien in der Küche zu bedienen, indem sie entweder Zutaten für traditionelle Rezepte auf interessante Art neu auflegen oder mildere Abwandlungen exotischer Gerichte auf den Markt bringen. Nahrungsmittel- und Gewürzhersteller würden gut daran tun, Produkte für die vernachlässigten, aber abenteuerlustigen Familien mit Kindern auf den Esstisch zu bringen. Handgemachte Soßen aus Bioprodukten und ohne Zusatzstoffe werden die Familienfreundlichkeit von neuen Kochsoßen in Deutschland noch verstärken, besonders bei fertigen Pastasoßen, ein Bereich, in dem die Deutschen besonders viel Wert auf Authentizität legen.” bemerkt Katya Witham abschließend.Children Press Release Infographic GER

Pressemuster der Untersuchung und Interviews mit Senior Food & Drink Analystin, Katya Witham, stehen auf Nachfrage zur Verfügung.

Für diese Mintel-Verbraucherumfrage wurden über 1000 deutsche Internetnutzer (16 Jahre und älter) befragt.

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