Verbraucher bevorzugen in Lebensmitteln und Getränken zunehmend natürlichere Inhaltsstoffe – deshalb nutzen Hersteller vermehrt Pflanzenextrakte als Quellen innovativer Geschmacksrichtungen …

Ingwer gehört zu den Inhaltsstoffen, die zunehmend in neuen Produkten enthalten sind. Im Vergleich zu 2010 wurden im Jahr 2014 weltweit insbesondere mehr Ingwer und auf Ingwer basierende Inhaltsstoffe (wie Ingwersaft oder -öl) sowie Ingweraromen in Getränkerezepturen verwendet. Zum Beispiel enthielten im Jahr 2015 bisher 12,7 % der neu eingeführten kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränke in Großbritannien Ingwerextrakt; im Jahr 2010 lag diese Zahl noch bei 3,3 %. Die Wurzel wird bei Getränken kategorieübergreifend verwendet, von Heißgetränken bis hin zu Alkohol; dabei schöpfen die Innovationen die komplexen Geschmacksrichtungen des Ingwers aus, der süß oder würzig sein kann.

Neben seinem vielseitigen Geschmack wird Ingwer häufig wegen seiner funktionalen Vorteile verwendet. Bei weltweit neu auf den Markt eingeführten Teesorten wird Ingwer in Produkten eingesetzt, die damit werben, entspannend zu wirken. Er ist auch Bestandteil von Säften mit entgiftenden Eigenschaften. Des Weiteren genießt die Wurzel den Ruf, eine bessere Verdauung und Gewichtskontrolle zu fördern.

Ingwer wird traditionell in kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken eingesetzt, wie zum Beispiel in alkoholfreiem Ginger Ale oder Bier. Doch wie die häufige Verwendung von Ingwer in Säften zeigt, wird das Gewürz auch oft mit fruchtigen Geschmacksrichtungen kombiniert, was auch jenen, die nicht an das intensive Ingweraroma gewöhnt sind, kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke schmackhafter machen kann. Einige nutzen Ingwer als Hauptaroma, während andere ein Produkt mit dem Schwerpunkt auf Ingwer mit einem Hauch von Fruchtaroma abrunden.

PFLANZENBASIERTE INHALTSSTOFFE SIND UNTER EUROPÄISCHEN VERBRAUCHERN BELIEBT

Ingwer ist Teil einer größeren Familie pflanzenbasierter Inhaltsstoffe, die als „Botanicals“ bekannt sind und als Zutat in neuen Getränkeprodukten eingesetzt werden. Wie bei Ingwer spiegelt die zusätzliche Verwendung pflanzlicher Inhaltsstoffe in kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken die Beliebtheit natürlicher Zusätze in anderen Getränkekategorien wie zum Beispiel Tee- und Saftgetränken wider. Darüber hinaus entsprechen solche Neuheiten dem Interesse der Verbraucher, da etwa vier von zehn Erwachsenen in Europa Interesse an pflanzlichen kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken haben; 39 % der spanischen Verbraucher, 41 % der Verbraucher in Großbritannien, 43 % der französischen, 45 % der deutschen, 48 % der italienischen und 52 % der polnischen Verbraucher geben an, dass sie kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke mit Pflanzenextrakten kaufen würden.

Das Interesse an pflanzenbasierten Inhaltsstoffen wie Holunderblüten und Mate-Strauch reflektiert eine steigende Verbrauchernachfrage nach natürlichen Rezepturen und eine geringere nach süßen Produkten. Im Hinblick auf ihre gesamte Ernährungsweise ist mehr als die Hälfte der italienischen, spanischen, polnischen, französischen und deutschen Erwachsenen dabei, ihren Konsum zuckerhaltiger Lebensmittel aktiv zu reduzieren oder diese zu meiden. Durch den Einsatz pflanzlicher Inhaltsstoffe können reifere Aromen erzeugt werden, die für einen guten Geschmack nicht süß sein müssen.

DEUTSCHLAND IST FÜHREND HINSICHTLICH INNOVATIONEN IM BEREICH PLANZLICHER KOHLENSÄUREHALTIGER ERFRISCHUNGSGETRÄNKE

Deutschland war im Jahr 2014 der weltweit bedeutendste Markt für die Einführung innovativer Getränkeprodukte mit einem beachtlichen Anteil an pflanzlichen Inhaltsstoffen. Diese Produkteinführungen können Herstellern dabei helfen, den unterschiedlichen Vorlieben deutscher Konsumenten von kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken gerecht zu werden. Bei Deutschen in der Altersgruppe 45+ ist es zum Beispiel wahrscheinlicher als bei jüngeren Konsumenten, dass sie kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke bevorzugen, deren Geschmack nicht so süß ist. Doch kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke mit pflanzlichem Aroma haben ebenfalls das Potenzial, jüngere Deutsche anzusprechen, bei denen es wahrscheinlicher ist als ist bei Erwachsenen, Interesse an kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken mit exotischen oder ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen wie zum Beispiel Holunder zu erwecken.

Innovationen, bei denen der Zuckergehalt reduziert und interessante Aromen geboten werden, wie zum Beispiel Holunder und Waldmeister, könnten das Interesse der Verbraucher an dieser Kategorie aufrechterhalten. Etwa zwei von zehn Deutschen tranken im Vergleich zu 2013 im Jahr 2014 weniger kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke. Von den Erwachsenen zwischen 16 und 24 Jahren trinkt sogar ein Drittel weniger kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke.

Unter den in Deutschland verfügbaren pflanzenbasierten Angeboten befindet sich eine neue Produktlinie der Marke Christinen von Teutoburger Mineralbrunnen, die ihre Aromen hauptsächlich aus Kräutern und Gewürzen bezieht. Im Sommer 2015 auf den Markt gebracht, weisen drei der vier Sorten Aromen auf, die sich ausschließlich auf die pflanzlichen Inhaltsstoffe anstatt auf die Kombination von Kräutern mit Obst oder anderen traditionellen Geschmacksrichtungen wie zum Beispiel Vanille konzentrieren. Die auf Kräuter fokussierten Sorten der Produktreihe umfassen: Minze und Ingwer; Melisse und Eisenkraut; und Salbei, Thymian, Kamille und Hopfen, allesamt aus Bio-Erzeugung. Jedes Aroma von Christinen wird aus organischem natürlichem Mineralwasser hergestellt und mit Stevia gesüßt.

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Da Verbraucher häufiger und genauer auf die Angaben auf den Etiketten achten, ist es wahrscheinlich, dass die Nachfrage nach Produkten mit erkennbaren Inhaltsstoffen wie Kräutern, Gewürzen und sonstigen pflanzlichen Auszügen steigen wird.

Jennifer Zegler, Global Food & Drink Analyst bei Mintel, wurde Teil der Mintel Food & Drink Platform, nachdem sie im Team US Mintel Reports als Beverage Analyst (Getränke-Analystin) tätig war. Sie verfasste auf Grundlage eigener Recherchen eine Vielzahl an kategorialen Berichten mit Schwerpunkt auf alkoholischen und alkoholfreien Segmenten sowie Verpackungen. Im Laufe ihrer Karriere war sie auch als Autorin für mehrere Fachzeitschriften aus dem Bereich der Lebensmittel- und Verpackungsindustrie tätig, welche die Branchen Snacks, Backwaren, Süßwaren, Fleisch und Verpackung in den USA umfassten.

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