Während Kosmetik- und Pflegeprodukte, die Haut vor Schadstoffen und Luftverschmutzung schützen, in Amerika und Asien schon an der Tagesordnung sind, hinkt Europa hier noch hinterher. Obwohl Regierungen in Europa Verbraucher auf die Gefahr von städtischer Verschmutzung hinweisen, haben Kosmetik- und Pflegeprodukthersteller nur langsam reagiert. Kosmetikmarken sollten hier in Produktinnovationen investieren, die es Verbrauchern ermöglichen mit Verschmutzung umzugehen.

Die verhältnismäßig wohlhabenden europäischen Städte mögen vielleicht eine bessere Luftqualität genießen als in Entwicklungsländern, aber das Problem ist nichtsdestotrotz in aller Munde. Kampagnen, die auf die Gefahr durch Verschmutzung hinweisen, haben eindeutige Effekte auf Verbraucher. Nur 4-7 % der Verbraucher in Frankreich, Italien und Deutschland, sind der Meinung, dass Verschmutzung in ihrem Land kein Problem darstellt. Nahezu vier von zehn Verbrauchern in Frankreich glauben zudem, dass Verschmutzung in den nächsten Jahren nur noch schlimmer werden wird

Trotz der wachsenden Sorge von Verbrauchern kommen nicht mehr Produkte die Verschmutzung entgegenwirken, auf den Markt. Nach Daten aus der Mintel Global New Products Database machten sowohl im Jahr 2015 als auch 2016 Anti-Verschmutzungsprodukte nur 1,3 % der Produktneueinführungen im Kosmetik- und Pflegeproduktbereich aus. Von Januar bis Mai 2017 waren es sogar nur 1,2 % der Neueinführungen.

In der Vergangenheit war es für Marken schwierig, ihre anti-Verschmutzung Slogans mit einem wissenschaftlichen Nachweis zu belegen, was zu einem Vertrauensmangel auf Verbraucherseite geführt hat. Als Resultat hieraus, sagen ein Drittel der deutschen Verbraucher, das anti-Verschmutzungsprodukte keine Wirkung haben, und ein Viertel der Franzosen geben an, dass ihrer Meinung nach anti-Verschmutzungs-Hairspray kein legitimes Produkt ist. Gleichzeitig geben allerdings dass die Hälfte der spanischen Verbraucher und ein Drittel der französischen Verbraucher an, dass sie gern mehr darüber lernen würden, wie sie sich vor Verschmutzung schützen können.

In den letzten zwei Jahren haben Warentestfirmen jedoch Strategien entwickelt, wie die Effektivität von anti-Verschmutzungsprodukten gemessen werden kann. Diese Gütesiegel können von Herstellern genutzt werden, um noch skeptische Verbraucher von den Produkten zu überzeugen. Es bietet sich hier auch die Möglichkeit, das ähnlich dem Sonnenschutzfaktor ein Verschmutzungsschutzfaktor eingeführt wird.

Ein Problem, dem sich Hersteller hier gegenübersehen werden, ist, dass sie von Umwelt und Luftverschmutzung profitieren. Dem ist jedoch Abhilfe zu schaffen: The Body Shop hat beispielsweise im May 2017 in London eine Werbekampagne gelauncht, bei der Outdoor Poster mit Technologie von Airlabs ausgestattet wurden, um Werbung zu schaffen, die die Luft verbessert. Die Technologie, die hier zum Einsatz kam, filterte die Luft von Nitrogendioxiden und anderen Partikeln, und hinterließ die Luft so um 95 % sauberer. Kampagnen wie diese können sowohl die Marke positiv profilieren, aber auch gleichzeitig auf das Problem der Luftverschmutzung hinweisen.

Vivienne Rudd, Direktorin für Global Insight & Innovation, Beauty & Personal Care bei Mintel, schreibt seit über 20 Jahren über die Beauty-Branche. Vivienne analysiert Unternehmens-, Konsum-, Marketing- und Produktinnovationsentwicklungen.

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