Um junge, umweltbewusste Verbraucher anzusprechen und gleichzeitig ihren CO2-Austoß zu senken, steigen einige Hautpflegemarken auf umweltverträglichere Prozesse bei der Herstellung von hochwertigen Hautpflegeprodukten um. Aveda – der Marktführer in diesem Bereich – packt Nachhaltigkeit an mehreren Fronten an, wie zum Beispiel den Einsatz von erneuerbaren Energien (Windkraft) und wiederverwendbaren Verpackungen, sowie, wenn möglich, die Verwendung von Biokunststoff-Alternativen aus Zuckerrohr anstelle von synthetischen Kunststoffen.

Estée Lauder, die Muttergesellschaft von Aveda, verfolgt eine ähnlich umweltverträgliche Strategie mit seiner „Origins Wellness“ Marke, genauer gesagt mit der „Origins Three Part Harmony“ Gesichtspflege, die im Jahr 2015 auf den Markt kam. Dennoch gibt es bis jetzt nur wenige Marken, die angeben erneuerbare Energien zu verwenden. Laut Mintel’s Global New Products Database (GNPD) tragen nur 0,25% aller Gesichtshautpflege-Produkte, die zwischen Januar und Oktober 2015 auf den Markt kamen, solche Werbeversprechen; und die meisten dieser Produkte werden von Estée Lauder hergestellt.

Wegen der anhaltenden Klimaerwärumung, die letztes Jahr die 1°C Grenze überschritten hat, setzen Unternehmen wie L’Oréal und Unilever auf aggressive Multi-Tier-Strategien, die ihre CO2-Emissionen senken sollen. Dieses Umwelt-Engagement wird weiter an Dynamik gewinnen, wie die hohe Anzahl der Teilnehmer am 2015 Sustainable Innovation Forum belegt. Das Forum bringt branchenübergreifende Unternehmenen, NGOs und Regierungen zusammen, um Wege zur Ausbreitung der „ grünen Wirtschaft“ zu finden.

Jüngeren Generationen unterstüzen ethische Marken  

Der Klimawandel ist mit Sicherheit ein heiß diskutiertes Thema und wird vor allem von der jüngeren Generation mit Sorge beobachtet, da diese um einige Jahre länger als ihre Eltern und Großeltern auf der Erde leben werden. Deswegen unterstützen junge Verbraucher vermehrt umweltfreundliche Marken, die sie als ethisch wahrnehmen, wobei der Begriff „ethisch“ lose als das Prinzip definiert werden kann, das „Richtige“ zu tun.

43% der US-Teenager sind bereit, mehr Geld für ethische Marken auszugeben

Laut einer Untersuchung von Mintel werden über die Hälfte der US-Teenager und Millennials Produkte von ethischen Unternehmen kaufen und 43% der Jugendlichen sind sogar bereit, mehr Geld für ethische Marken auszugeben. Zudem promoten 43% der Teenager solche Marken via Social Media, bei den Baby-Boomern sind es nur 15%.

Außerdem glauben fast zwei von fünf US-Millennials, dass der Begriff „ethisch“ mit „umweltfreundlich“ verbunden ist, aber nur drei von zehn Baby-Boomern sind der selben Meinung. Finanzielle Kosten wurden in der Vergangenheit oft bei der Diskussion um Umweltbelastung ausgelassen. Jedoch kaufen fast drei von fünf US-Konsumenten „grün“, um Geld zu sparen, was darauf hindeutet, dass Verbraucher Umweltfreundlichkeit vor allem dann ansprechend finden, wenn es ihnen finanzielle Vorteile bringt.

Die Erderwärmung um 2°C rückt bedrohlich näher, was bedeutet, dass sich die Sorge um den Klimawandel in den kommenden Jahren weiter verstärken und Umweltverträglichkeit zu einem ausschlaggebenden Grund für den Kauf eines Produktes avancieren wird. Verbraucher werden auf grüne Produkte umsteigen und eine gesteigerte Kundentreue zu Öko-Brands zeigen, nicht zuletzt auch deswegen, weil umweltfreundliche Innovationen immer erschwinglicher werden. Marken werden definitiv davon profitieren, alternative Energieresourcen zu verwenden, die einfach zugänglich, finanziell vertretbar und sauber sind.

David Tyrrell ist Global Beauty & Personal Care Analyst bei Mintel. Er analysiert Bedürfnisse und Verhaltensweisen von Verbrauchern bei Hautpflege, sowie Produktzutaten und -bewertungen und bietet Hautpflegeherstellern auf der ganzen Welt wettbewerbsentscheidende Markteinblicke.

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