Der hektische Lebensstil der Konsumenten hat einen bedeutenden Einfluss auf ihre Essgewohnheiten: Die traditionellen Mahlzeiten zu Hause werden immer häufiger durch praktische Mahlzeiten oder Snacks ersetzt, die unterwegs verzehrt werden, zum Beispiel auf dem Weg zur oder von der Arbeit. Bei einer 2015 durchgeführten Umfrage zu ihren Essgewohnheiten gab die Hälfte der deutschen Umfrageteilnehmer an, dass sie in den letzten drei Monaten ihr Frühstück – die Mahlzeit, die traditionell für die wichtigste des Tages gehalten wird – unterwegs verzehrt hätten. Bei genauerer Untersuchung zeigt sich, dass einer von acht Konsumenten mindestens einmal pro Woche unterwegs frühstückt und über ein Drittel mindestens einmal pro Monat.

Dieser Unterwegsverzehr ist vor allem bei Männern, Singles, im Alter von 16-24 weit verbreitet. Es kann jedoch beobachtet werden, dass Konsumenten aller demographischen Gruppen zum Wachstum des Markts für Snacks „to go“ beitragen. Während die Gastronomie, geführt von Bäckereien und Cafés, schon lange ihren Nutzen aus dieser Entwicklung gezogen hat, zieht der Einzelhandel immer mehr nach, um die Wünsche, die sich bei den Konsumenten entwickeln, zu erfüllen.

Schauen wir uns einige innovative Beispiele an…

„All-in-one“-Müslischalen

Um mit dem sich schnell weiterentwickelnden Frühstücksmarkt mithalten zu können, haben deutsche Hersteller von Frühstücksflocken damit begonnen, mit neuen Produktformaten zu experimentieren und als Antwort auf das wachsende Interesse der Konsumenten für tragbare Frühstücksflocken ein neues innovatives Sortiment für unterwegs eingeführt.

2015 haben zwei deutsche Unternehmen neue Konzepte für Müslischalen auf den Markt gebracht, die den Verzehr von Frühstücksflocken noch schneller und praktischer machen. Der Anbieter von Bioprodukten, Frips GmbH, hat Biomüslischalen für unterwegs mit dem Namen „Milk ‘n Müsli“ auf den Markt gebracht. Diese enthalten etwas Milchpulver und einen Löffel, sodass die Konsumenten nur Wasser hinzufügen müssen, um das Produkt verzehren zu können. Zu etwa derselben Zeit führte die Molkerei Gropper ihre neue „Müsli Pause“ ein, eine „All-in-one“-Schale, die einen Löffel und einen Beutel mit pasteurisierter Milch enthält.

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Almighurt von Ehrmann „to go“

Ehrmann hat Almighurt Praktisch und Lecker auf dem deutschen Markt eingeführt. Verkauft in einem verformbaren 100 g-Standbeutel wird der Joghurt als ein „löffelloser Genuss für den Verzehr unterwegs, bei der Arbeit und zu Hause“ positioniert. Da Joghurts gekühlt werden müssen und normalerweise mit einem Löffel gegessen werden müssen, sind Joghurts für die meisten Konsumenten hauptsächlich ein Snack für zuhause oder bei der Arbeit. Nur einer von 10 Deutschen genießt sie unterwegs. Da sich jedoch abzeichnet, dass der Trend zum Snack weiter wachsen wird, müssen die Joghurthersteller mit neuen Formaten experimentieren, die den Reiz ihrer Produkte als Produkte für unterwegs steigern können. Während sich zwar einige Stars für die Vorteile der „Babynahrungsdiät“ aussprechen – reich an Nährstoffen, kleine Portionen – bleibt die Frage unbeantwortet, ob es erwachsene Konsumenten wirklich als gesellschaftsfähig erachten, ihr Essen aus einem kleinen Beutel zu saugen, zumindest in der Öffentlichkeit.

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Aldi-Saft im Becher

Ein weiteres innovatives Frühstückskonzept, das im Hinblick auf seinen „to go“-Faktor Aufmerksamkeit erregt, ist Rio D’Oro Mein Becher Saft! von Aldi Süd. Die beiden gekühlten Direktsaftvarianten, Orangensaft und Naturtrüber Apfelsaft, werden in 250 ml-Bechern mit Deckel verkauft.
Praktische „to go“-Becher haben im deutschen Einzelhandelssektor als Folge des blühenden Markts für trinkfertigen Eiskaffee an Beliebtheit gewonnen, die durch den wachsenden Wunsch der Konsumenten nach einem sofortigen Energieschub aufgrund ihres schnellen und hektischen Lebensstils angetrieben wird. „To go“-Becher sind, im wahrsten Sinne des Wortes, die Träger der wachsenden Kaffee- und Espressobarkultur im Land geworden, möglicherweise, da sie schöne Erinnerungen an Ausflüge ins Café wachrufen. Im Saftsektor kann der charakteristische trinkfertige Becher immer noch als eine Neuheit betrachtet werden.

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In Ihrer Aufgabe als Senior Food & Drink Analyst Germany baut Katya Witham auf ihre umfangreichen Kenntnisse des deutschen Marktes, um die wichtigsten Trends bei verschiedenen schnelllebigen Konsumgütern (FMCG) zu identifizieren und zu untersuchen und bietet Einblicke in das deutsche Marktumfeld. Katya Witham hat einen Masterabschluss in Betriebswirtschaftslehre von der Universität des Saarlandes und spricht fließend Englisch, Deutsch und Russisch.

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