Alkoholfreier Sekt ist in Deutschland schon seit den späten 1980er Jahren erhältlich, doch dank des Trends in Richtung „gesunder Lifestyle“ hat sich das ehemalige Nischenprodukt in den letzten Jahren zunehmend im Markt ausgebreitet. Tatsächlich scheint alkoholfreier Sekt das neueste Getränk zu sein, das die Aufmerksamkeit von gesundheitsbewussten Deutschen auf sich ziehen könnte.

Alkoholfreie Getränke erfreuen sich wachsender Beliebtheit in Deutschland, da sie nicht mehr länger nur als Ersatzprodukt für Fahrer oder Schwangere wahrgenommen werden. Stattdessen gilt alkoholfrei als eine positive Wahl für diejenigen, die gesündere Getränkeoptionen suchen, ohne auf Geselligkeit verzichten zu wollen. Laut einer Untersuchung von Mintel gibt bereits einer von fünf Deutschen an, den Alkoholkonsum einzuschränken, wenn er oder sie abnehmen möchte. Darüber hinaus könnte der wachsende Anteil der muslimischen Bevölkerung in Deutschland ein weiterer starker Impuls für alkoholfreie Alternativen sein.

Aufgrund dieser gesellschaftlichen Entwicklungen steigt die Anzahl alkoholfreier Sektsorten in Deutschland weiter an. Einige große deutsche Weinerzeuger wie die Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien und die Schloss Wachenheim AG haben bereits in diesen Markt investiert. Nachdem Henkell im April 2015 ebenfalls eine alkoholfreie Sorte lanciert hat, gehört nun ein weiterer Wein- und Spirituosenhersteller zu den namhaften deutschen Sektmarken, die in den alkoholfreien Markt eingestiegen sind.

Alcohol Free Sparkling White Wine     Alcohol-Free Rosé     Alcohol-Free Sparkling White Wine

Als logische Erweiterung der bestehenden Produktpalette reiht sich der neue Sekt „Henkell Trocken alkoholfrei“ in die regulären Henkell-Sekte wie Extra Trocken, Trocken, Halbtrocken, Rosé und Blanc de Blancs ein. Darüber hinaus behauptet der Hersteller, dass der alkoholfreie Sekt ein Geschmackserlebnis liefert, das mit den alkoholischen Sorten Schritt halten kann.

Es ist wenig überraschend, dass im Zentrum der Werbebotschaft von Henkell der verbesserte Geschmack seiner alkoholfreien Alternative steht. Der Geschmack war bei Weinerzeugnissen mit einem geringen Alkoholgehalt schon immer ein Problem, da der Wein bei einer sehr hohen Temperatur destilliert wird, um den Alkohol zu verkochen. Dadurch verändern sich normalerweise auch die restlichen Bestandteile des Weins, wodurch häufig ein Geschmacksprofil entsteht, dass oftmals eher an Traubensaft als an Wein erinnert.                                                                                      

Da der Herstellungsprozess in den letzten Jahren verfeinert wurde, reichen die aktuellen Sorten jedoch beinahe an den Geschmack von Sekt mit normalem Alkoholgehalt heran. Durch Vakuumdestillation können Winzer den Alkohol bei viel niedrigeren Temperaturen herausdestillieren, wodurch die Aromen des Weins erhalten bleiben und alkoholfreier Wein mit einem viel besseren Geschmack entsteht.

Vermeintliche Qualitätsprobleme könnten eine signifikante Hürde bei der Erhöhung der Nachfrage nach alkoholfreiem Sekt darstellen. Eine Marketingstrategie, die den verbesserten Geschmack betont, ist also von essentieller Bedeutung. Gemessen an dem Erfolg auf dem Markt für alkoholfreies Bier in Deutschland gibt es jedoch einen potentiellen Markt für alkoholfreien Sekt – mit Raum für technologische Innovationen, um den Geschmack und das Aroma alkoholfreier Weine zu verbessern.

Katya Witham ist eine Senior Food Analystin mit Fokus auf Deutschland bei Mintel. Ausgestattet mit umfassendem Wissen über den deutschen Markt, identifiziert und analysiert sie die wichtigsten Trends in verschiedenen Konsumgüterkategorien. Sie bringt mehr als sieben Jahre Erfahrung in der Marktforschung und Lebensmittelindustrie mit sich, einschließlich praktischer Erfahrungen aus ihrer früheren Rolle in der strategischen Private-Label Entwicklung bei METRO Group.

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